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Österreich tritt Europäischem Plastik Pakt bei

Das Klimaschutzministerium setzt einen weiteren Schritt in Richtung mehr Abfallvermeidung, Recycling und einer modernen Kreislaufwirtschaft.

Angesichts der zunehmenden Problematik mit Plastikabfällen in Österreich unterzeichnete Klimaschutzministerin Leonore Gewessler den Europäischen Plastik Pakt, der vor allem Mensch und Umwelt vor den negativen Auswirkungen dieser schützen und Österreich hin zu einer modernen Kreislaufwirtschaft entwickeln wird.

„Der Kampf gegen die Plastikflut und gegen Plastikmüll in der Natur ist uns allen ein großes Anliegen. Die Österreicherinnen und Österreicher wünschen sich hier wirksame Maßnahmen – und mir geht es genauso. Aus diesem Grund freut es mich besonders, dass Österreich dem EU-Plastikpakt beitreten wird. Denn der EU-Plastikpakt ist eine Vereinbarung von europäischen Vorreiterinnen und Vorreitern, von Staaten, der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft, die sich gemeinsam zur Reduktion von Plastikmüll bekennen.“
Bundesministerin Leonore Gewessler

Es wurde ein entsprechender Antrag an den Ministerrat übermittelt, mit der Bitte um Kenntnisnahme des für Umwelt und Bürgerinnen und Bürger so wichtigen Paktes.

Der Plastikflut nachhaltig entgegenwirken

In den vergangenen 50 Jahren hat sich die Kunststoffproduktion verzwanzigfacht, was auch Österreichs Abfall- und Recyclingwirtschaft vor immer größere Probleme stellt.

Denn: Ein großer Teil der Plastikprodukte, die heute in Umlauf sind, ist nicht dafür konzipiert wiederverwendet oder recycelt zu werden. Der Einsatz von Plastik in Produkten übersteigt auch häufig jenes Ausmaß, das für die Funktionalität des Produktes notwendig ist. Zudem werden Plastikabfälle achtlos weggeworfen und landen so in der Umwelt, wo sie in die Nahrungskette von Tieren gelangen oder zu Mikroplastik zerfallen.

Vier Ziele für weniger Plastikabfall

In Österreich ist nicht nur das Bewusstsein für diese Problematik massiv gestiegen, auch die Maßnahmen gehen bereits in die richtige Richtung. So besteht bereits ein Verbot von
Einwegkunststofftragetaschen und das Klimaschutzministerium hat kürzlich einen eigenen 3-Punkte-Plan mit Mehrwegquote, Plastikpfand und Herstellerabgabe für Plastikverpackungen vorgestellt.

Der Europäische Plastik Pakt sieht nun zusätzlich vier konkrete, ambitionierte Zielvorgaben vor:

  • Bis 2025 sollen alle Plastik-Verpackungen und Einwegplastik-Produkte, soweit möglich wiederverwendbar, jedenfalls aber rezyklierbar sein.
  • Bis 2025 solle der Einsatz von Plastik für Plastik-Verpackungen und Einwegplastik-Produkte um zumindest 20 Prozent reduziert werden, die Hälfte dieser Reduktion soll aus einer absoluten Plastikreduktion resultieren.
  • Bis 2025 soll die Sammlungs-, Sortierungs-, und Recyclingkapazität für Plastik-Verpackungen und Einwegplastik-Produkte um 25 Prozent erhöht werden und eine hohe Materialqualität erreicht werden.
  • Bis 2025 sollen von plastikverarbeitenden Betrieben zumindest 30 Prozent Rezyklat in neuen Produkten ihrer Produktpalette eingesetzt werden.

Maßnahmen mit Bedacht

Aus diesen Gründen hat das Klimaschutzministerium nun den Europäischen Plastik Pakt, der eine rechtlich unverbindliche, gemeinsame Absichtserklärung darstellt, für Österreich unterzeichnen. Bei der Implementierung einzelner Maßnahmen zur Zielerreichung wird natürlich auf die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit und der Arbeitsplätze in Österreich besonders Bedacht genommen.