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Runder Tisch zu Kunststoff-Getränkeverpackungen

Bundesministerin Leonore Gewessler und Staatssekretär Magnus Brunner laden am 2. Juni 2020 Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft, Interessenvertretungen sowie weitere Akteurinnen und Akteure zum Gespräch ein.

oberer Teil mit Verschluss von Getränkeflaschen aus Plastik

Die Single-Use-Plastic-Richtlinie der Europäischen Union sieht vor, dass Getränkeflaschen aus Kunststoff verstärkt getrennt gesammelt und recycelt werden müssen. Im Jahr 2025 sind 77 % und bis 2029 zumindest 90 % getrennt zu sammeln. Derzeit werden in Österreich rund 1,6 Milliarden Getränkeflaschen aus Kunststoff jährlich in Verkehr gesetzt. Die aktuelle Sammelquote beträgt 70 %.

In einer vom Ministerium beauftragten Studie "Möglichkeiten zur Umsetzung der EU-Vorgaben betreffend Getränkegebinde, Pfandsysteme und Mehrweg", durchgeführt von einem Konsortium des Technischen Büros Hauer, der Universität für Bodenkultur und der Montanuniversität Leoben, wurden Handlungsoptionen zur Erreichung der Sammelquoten erhoben und die dafür erforderlichen Aufwendungen berechnet.

Optimierung Altstoffsammelsinseln

Demnach ist eine Steigerung der getrennten Sammlung von Kunststoffverpackungen im erforderlichen Ausmaß nicht zu erwarten, sodass jedenfalls zusätzliche Massen aus dem Restmüll aussortiert werden müssten. Bei einer deutlichen Erhöhung der getrennten Sammlung von Kunststoffen und einer massiven Verbesserung der Sortierung müssten zusätzlich rund 75 % oder bis zu 1 Million Tonnen des gesamten österreichischen Siedlungsabfalls zusätzlich sortiert werden. Die Studie zeigt weitere Handlungsoptionen auf, die zur Erreichung der EU-rechtlichen Vorgaben beitragen könnten. Vergleiche mit internationale Erfahrungen zeigen, dass ein Pfand auf Einweg-Kunststoff-Getränkeflaschen die kostengünstigere Maßnahme darstellt, getrennte Sammelquoten von 90 % zu erreichen. Zudem kann damit auch dem achtlosen Wegwerfen (Littering) wirkungsvoll entgegenwirkt werden.

Die Handlungsoptionen zur Erreichung der Sammelquoten, zu denen Österreich verpflichtet ist, müssen auf Basis der wissenschaftlichen Ergebnisse mit allen Stakeholdern analysiert werden. Wie im Regierungsprogramm vorgesehen, wird der Ausbau von Mehrwegsystemen als ökologisch vorteilhafteste Variante für Getränkeverpackungen jedenfalls eine Rolle dabei spielen.