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Erdgas 20,95 Prozent des österreichischen Bruttoinlandsverbrauches an Energie wurden im Jahre 2016 durch Erdgas gedeckt. Erdgas liegt damit an zweiter Stelle hinter Erdöl (36,21 Prozent). Der Hauptteil des Bedarfes an Erdgas wird durch Lieferungen aus der Russischen Föderation gedeckt, der verbleibende Teil kommt zum Beispiel aus Norwegen und Deutschland.

Transport/Verteilung

Das Fern- und Verteilerleitungsnetz der österreichischen Netzbetriebsunternehmen weist eine Streckenlänge von mehr als 42.800 Kilometer auf. Neben dem Erdgasverteilungssystem (Hoch- und Niederdruck) zur Versorgung der Endverbrauchenden gibt es noch Transitleitungen. Es sind dies Pipelines mit internationaler Bedeutung, die Österreich queren, aber auch für den innerösterreichischen Transport genutzt werden. Der internationale Erdgastransport wird über ein dichtes Leitungsnetz, welches sich von der Russischen Föderation über Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion, die Slowakei, die Tschechische Republik und Österreich bis zu den Zielregionen in West- und Südeuropa erstreckt, durchgeführt.

Österreich nimmt im europäischen Erdgasnetz eine Schlüsselstellung ein. Die niederösterreichische Gasstation Baumgarten ist einer der wichtigsten europäischen Anlaufknoten für Erdgas.

Speicher

Aus Kostengesichtspunkten ist es erforderlich, die Transportleitungen ebenso wie die Förderanlagen von Erdgas ganzjährig auszulasten. Da jedoch der Verbrauch im Sommer deutlich unter jenem im Winter liegt, werden die (täglichen und saisonalen) Schwankungen bei der Abnahme und die weitgehend konstante Anlieferung von Erdgas aus Import und Inlandsförderung mit Hilfe von Erdgasspeichern in Einklang miteinander gebracht.

Die in Österreich tätigen Erdgasspeicherbetreiber – es sind dies die RAG Energy Storage GmbH, die OMV Gas Storage GmbH, die Uniper Energy Storage GmbH, die Astora GmbH & Co. KG und GSA LLC – verfügen über Speicher mit einer Gesamtkapazität von rund 8,085 Milliarden Kubikmeter Arbeitsgasvolumen. Es handelt sich dabei um teilausgeförderte- Erdgaslagerstätten aus Gestein, in denen das Gas eingelagert wird, bis es schließlich in den Verbrauch gelangt.

Regulierungsbehörden

Gemäß dem Bundesgesetz über die Regulierungsbehörde in der Elektrizitäts- und Erdgaswirtschaft (Energie-Control-Gesetz – E-ControlG), Bundesgesetzblatt I Nummer 110/2010 wurde zur Besorgung der Regulierungsaufgaben im Bereich der Elektrizitäts- und Erdgaswirtschaft unter der Bezeichnung "Energie-Control Austria für die Regulierung der Elektrizitäts- und Erdgaswirtschaft (E-Control)" eine Anstalt öffentlichen Rechts mit eigener Rechtspersönlichkeit eingerichtet.

Ziele der Tätigkeit der E-Control sind unter anderem die folgenden:

  • Förderung eines wettbewerbsbestimmten, sicheren und ökologisch nachhaltigen Elektrizitäts- und Erdgasbinnenmarktes und effektive Öffnung des Marktes für alle Kundinnen, Kunden, Lieferantinnen und Lieferanten;
  • Entwicklung wettbewerbsbestimmter und funktionierender Regionalmärkte in der Europäischen Union (EU);
  • Aufhebung der bestehenden Beschränkungen des Elektrizitäts- und Erdgashandels zwischen den Mitgliedstaaten, Integration der nationalen Märkte;
  • Erleichterung des Anschlusses neuer Erzeugungs- und Gewinnungsanlagen an das Netz, insbesondere durch Beseitigung von Hindernissen, die den Zugang neuer Marktteilnehmenden und die Einspeisung von Strom oder Erdgas aus erneuerbaren Energiequellen verhindern könnten;
  • Beiträge zur Verwirklichung hoher Standards bei der Gewährleistung der Grundversorgung und der Erfüllung gemeinwirtschaftlicher Verpflichtungen im Bereich der Strom- und Erdgasversorgung.

Die Tätigkeitsberichte der E-Control (und ihrer Vorläuferorganisation, der Energie-Control GmbH) sind auf der Website http://www.e-control.at/de/publikationen veröffentlicht.

Versorgungssicherheit

Die Verordnung (EU) 2017/1938 des europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2017 über Maßnahmen zur Gewährleistung der sicheren Gasversorgung und zur Aufhebung der Verordnung (EU) Nr. 994/2010 sieht vor, dass die Mitgliedstaaten Präventions- und Notfallpläne erstellen und veröffentlichen. Nachfolgend finden sich der Präventions- und der Notfallplan für die Republik Österreich.