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APG-220kV-Schaltanlage UW Molln Mündliche Verhandlung am 29. September 2020

Bewilligungsverfahren gemäß Starkstromwegegesetz 1968 (StWG); Austrian Power Grid AG (APG); Neuerrichtung der 220 kV-Schaltanlage UW Molln und Umbau der 220 kV-Leitung Weißenbach – Ernsthofen, Systeme 201C/202A, 201D/202B im Bereich der Maste Nr. 572 und 573, Ermittlungsverfahren; Geschäftszahl: 2020-0.407.055

Kundmachung (Ladung)

Die Austrian Power Grid Aktiengesellschaft (APG) ist Eigentümerin und Betreiberin des überregionalen Übertragungsnetzes mit den Spannungsebenen 110, 220 und 380 Kilovolt (kV) in der Regelzone APG und für Betriebsführung, Instandhaltung, Planung und Ausbau des Netzes zuständig.

Die Energiespeicher Bernegger GmbH plant die Errichtung eines Pumpspeicherkraftwerks im Gemeindegebiet Molln an der Steyr, Oberösterreich.

Die Austrian Power Grid AG plant zur Einbindung des Pumpspeicherkraftwerks der Energiespeicher Bernegger GmbH die Errichtung der 220 kV-Schaltanlage Umspannwerk (UW) Molln und den Umbau der 220 kV-Leitung Weißenbach-Ernsthofen im Bereich der Maste Nr. 572 und 573.

Die geplanten Arbeiten der Austrian Power Grid AG im Wesentlichen:

Errichtung des 220 kV-Umspannwerks Molln auf Grundstücken der Bernegger GmbH beziehungsweise Bernegger Aignergut GmbH, KG 49002 Außerbreitenau

  • Herstellung einer 220 kV-Schaltanlage als SF6-gasisolierte Innenraumschaltanlage mit
    • 2 220 kV-Leitungsabzweige nach UW Ernsthofen (201D, 202B)
    • 1 220 kV-Leitungsabzweig nach UW Klaus (201C)
    • 1 220 kV-Leitungsabzweig nach UW Weißenbach (202A)
    • 2 220 kV-Leitungsabzweige nach KW Pfaffenboden (201P, 202P)
    • 1 220 kV-Kupplung (2KPL1)
    • 1 220 kV-Ersatzschaltfeld (ESF1)
    • 2 220 kV-Sammelschienen
    • 1 220 kV-Hilfsschiene
    • 2 220 kV-Abzweige als Reserve, nicht ausgebaut
  • Errichtung einer Halle für die 220 kV-GIS-Schaltanlage
  • Errichtung eines Betriebsgebäudes mit den für den Betrieb der Anlage erforderlichen Sekundäranlagen, unter anderem:
    • Steuer-, Melde- und Schutzeinrichtungen
    • eine Eigenbedarfsversorgung, die mit einer 30/0,4 kV-Trafostation der Netz Oberösterreich GmbH und einer 0,4 kV-Anbindung zwischen Trafostation und Eigenbedarfs-Hauptverteilung im Betriebsgebäude sichergestellt wird
    • auf dem Dach des Betriebsgebäudes wird eine netzgekoppelte Photovoltaikanlage errichtet, die erzeugte Energie wird vorwiegend für den Eigenbedarf verwendet
  • auf den Parkflächen im UW Gelände werden E-Ladestationen errichtet

Umbau der 220 kV-Leitung Weißenbach – Ernsthofen

In der Marktgemeinde Molln sollen an der 220 kV-Leitung Weißenbach - Ernsthofen im Bereich der Maste Nr. 572 und 573 zwei Tonnen-Endabspannmaste neu errichtet werden.

Nördlich vom bestehenden Tragmast Nr. 572 wird ein neu projektierter Tonnen-Endabspannmast in einer Entfernung von ca. 214 m in der um etwa 4° verschwenkten Leitungsachse mit der Betriebsmast Nr. 572A errichtet. Von diesem neuen Mast Nr. 572A erfolgt die südliche Einbindung in die 220 kV-Schaltanlage des Umspannwerks Molln.

Der bestehende Tragmast Nr. 573 wird demontiert. Der projektierte Mast Nr. 573 wird gegen die Leitungsrichtung verschoben und in circa 11,6 m Entfernung vom derzeit noch bestehenden Mast Nr. 573 als Tonnen-Endabspannmast neu errichtet. Von diesem neuen Mast Nr. 573 erfolgt die nördliche Einbindung in die 220 kV-Schaltanlage des Umspannwerks Molln.

Die Längen der neu errichteten Spannfelder betragen sodann

  • 214 Meter zwischen bestehendem Mast Nr. 572 und projektiertem Mast Nr. 572A,
  • 46 Meter zwischen projektiertem Mast Nr. 572A bis zum Portal Süd des UW Molln,
  • 28 Meter zwischen Portal Nord des UW Molln und projektiertem Mast Nr. 573,
  • 397 Meter zwischen projektiertem Mast Nr. 573 und bestehendem Mast Nr. 574.

Mit Schreiben vom 24. Juni 2020 hat die Austrian Power Grid AG (APG) um Durchführung des starkstromwegerechtlichen Baubewilligungsverfahrens gemäß der Paragraphen (§§) 6, 7 Stark­stromwegegesetz (StWG) 1968, Bundesgesetzblatt (BGBl.) Nr. 70/1968, sowie des elektrizitätsrechtlichen Bewilli­gungs­verfahrens nach den Bestimmungen des Elektrotechnikgesetzes 1992, BGBl. Nr. 106/1993, angesucht und der Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie die Detailplanunterlagen einschließlich Pläne, technischen Bericht, Grundeigentümerverzeichnis und Grundbuchauszug übermittelt.

Die Zuständigkeit der Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie zur Durchführung des starkstromwegerechtlichen Verfahrens ergibt sich gemäß §1 Absatz (Abs.) 1 StWG daraus, dass sich die betroffenen elektrischen Leitungsanlagen für Starkstrom auf zwei oder mehrere Bundesländer erstrecken.

Gemäß § 7 Abs. 1 StWG ist durch Auflagen eine Abstimmung des Projekts mit bereits vorhandenen oder bewilligten anderen Energieversorgungseinrichtungen und mit den Erfordernissen der Landeskultur, des Forstwesens, des Wasserrechtes, der Raumplanung, der Wasserwirtschaft, der Wildbach- und Lawinenverbauung, des Natur- und Landschaftsschutzes, des Denkmalschutzes, der Bodenkultur, des öffentlichen Verkehrs sowie der Landesverteidigung herbeizuführen. Zur Wahrung dieser Interessen sind die dazu berufenen Behörden und öffentlich-rechtlichen Körperschaften nach Maßgabe ihrer möglichen Betroffenheit zu hören. Andere für das Projekt erforderliche verwaltungsrechtliche Bewilligungen bleiben unberührt.

Die Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie ordnet über die Anträge der Austrian Power Grid AG (APG) gemäß §§ 6 und 7 Starkstromwegegesetz 1968, BGBl. Nr. 70/1968, nach den Bestimmungen des Elektrotechnikgesetzes 1992, BGBl. Nr. 106/1993, sowie im Zusammenhalt mit den Bestimmungen der §§ 40 ff. Allgemeines Verwaltungsverfahrensgesetz 1991 (AVG), BGBl. Nr. 51/1991, sämtliche in der geltenden Fassung (idgF.), die Durchführung des Ermittlungsverfahrens an.

Die örtliche mündliche Verhandlung wird wie folgt anberaumt:

Dienstag, 29. September 2020, 10.30 Uhr
im Nationalpark-Zentrum Molln
Nationalparkallee 1, 4591 Molln

Die Amtsabordnung findet sich zum genannten Zeitpunkt im Nationalpark-Zentrum Molln ein. Von dort wird im Bedarfsfall auch der vorgesehene Lokalaugenschein seinen Ausgang nehmen. In die Einreichunterlagen kann bis zur mündlichen Verhandlung im Gemeindeamt von Molln Einsicht genommen werden.

Sie werden eingeladen, soweit Ihre Interessen berührt sind, an der Verhandlung teilzunehmen. Sie können persönlich zur Verhandlung kommen oder sich vertreten lassen. Wenn Sie sich vertreten lassen, dann muss Ihr Vertreter mit der Sachlage vertraut und mit einer schriftlichen Vollmacht zur Abgabe bindender Erklärungen ausgestattet sein. Die Vollmacht hat auf Namen oder Firma zu lauten und muss ordnungsgemäß vergebührt sein.

Eine schriftliche Vollmacht ist nicht erforderlich, wenn   

  • Sie sich durch eine zur berufsmäßigen Parteienvertretung befugte Person, zum Beispiel einen Rechtsanwalt oder Notar, vertreten lassen,
  • Sie sich durch Familienmitglieder (beziehungsweise  Haushaltsangehörige, Angestellte, Funktionäre von Organisationen), die der Behörde bekannt sind, vertreten lassen und kein Zweifel an deren Vertretungsbefugnis besteht, Sie gemeinsam mit Ihrem Bevollmächtigten zur Verhandlung kommen.

Falls Sie an der Verhandlung teilnehmen, bringen Sie bitte diese Verständigung mit oder veranlassen Sie, dass Ihr Bevollmächtigter diese mitbringt.

Gemäß § 42 AVG 1991 idgF. verliert eine Person, die rechtzeitig die Verständigung von der Anberaumung der Verhandlung erhalten hat, ihre Stellung als Partei dann, soweit sie nicht spätestens bei der Verhandlung Einwendungen gegen das beantragte Projekt erhebt. Wenn Sie keine Einwendungen gegen die der Verhandlung zugrundeliegenden Anträge erheben wollen, ist Ihre Teilnahme an der Verhandlung nicht unbedingt erforderlich.

Kundmachung (PDF, 828 KB)