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Schaltwerk Weibern Neuerrichtung, mündliche Verhandlung am 26. Februar 2020

Austrian Power Grid AG: Neuerrichtung Schaltwerk Weibern, mündliche Verhandlung am 26. Februar 2020. Bewilligungsverfahren gemäß Starkstromwegegesetz 1968 (StWG); Neuerrichtung und Einbindung; Umbau der 220 kV- Leitung Ernsthofen-St. Peter im Bereich Mast Nummer 189-190 und Einschleifung Aschach im Bereich Mast Nummer 189-1001; Geschäftszahl: 2020-0.073.972.

Kundmachung

Die Austrian Power Grid AG (APG), ist Eigentümerin und Betreiberin des überregionalen Übertragungsnetzes mit den Spannungsebenen 110, 220 und 380 kV in der Regelzone APG und für die Betriebsführung, Instandhaltung, Planung und den Ausbau des Netzes zuständig.

Aufgrund der zurzeit nur 1-systemig ausgeführten Einschleifung des Donaukraftwerks Aschach im System 203A / 204B der 220 Kilovolt- (kV-) Leitung Ernsthofen – St. Peter, nämlich zwischen der Umspannwerk St. Peter und dem Umspannwerk Hausruck, kommt es bei einem Leitungsausfall zu erheblichen Leitungseinbußen auf der Transportstrecke Umspannwerk St.Peter – Umspannwerk Hausruck beziehungsweise zu einem Ausfall der Anbindung des Donaukraftwerks Aschach.

Zur Entschärfung dieser Schwachstelle plant die Austrian Power Grid AG die Neuerrichtung eines Schaltwerks im Bereich der Leitungsanbindung der Einschleifung Aschach an die 220kV-Leitung Ernsthofen – St. Peter. Das projektierte Schaltwerk soll eine schaltbare Anbindung des Donaukraftwerks Aschach an beide Systeme 203A/B und 204A/B sicherstellen. Bei einem Leitungsausfall könnte der jeweils betroffene Leitungsabzweig freigeschaltet werden und die anderen Systeme könnten in Betrieb bleiben.

Zur Sicherstellung einer wesentlichen Erhöhung der Leitungsverfügbarkeit plant die Austrian Power Grid AG nunmehr die Errichtung und Einbindung des 220 kV-Schaltwerks Weibern sowie den Umbau der 220 kV-Leitung Ernsthofen – St. Peter im Bereich Mast Nummer (Nr.) 189 – 190 und die Einschleifung Aschach im Bereich Mast Nr. 189 – 1001. Die geplanten Arbeiten umfassen im Wesentlichen:

220 kV-Schaltwerk Weibern auf Eigengrund der APG im Gemeindegebiet Weibern:

  • Errichtung als SF6-gasisolierte Innenraumschaltanlage (GIS) mit
  • zwei 220 kV-Leitungsabzweige nach UW St. Peter (203A, 204A)
  • zwei 220 kV-Leitungsabzweige nach UW Hausruck (203B, 204B)
  • zwei 20 kV-Leitungsabzweige nach KW Aschach (203S, 204S)
  • eine 220 kV-Kupplung (2KPL1)
  • ein 220 kV-Ersatzschaltfeld (ESF1)
  • zwei 220 kV-Sammelschienen
  • eine 220 kV-Hilfsschiene
  • vier 220 kV-Abzweige (Reserve, nicht ausgebaut)
  • Sekundäreinrichtungen
  • Errichtung einer GIS-Halle mit angeschlossenem Betriebsgebäude zur Unterbringung der Schaltanlage
  • Außenanlagen
  • Errichtung einer Anlagenzufahrt ausgeführt für Schwerlasttransporte

220 kV-Leitung Ernsthofen – St. Peter:

  • Neuerrichtung eines 220 kV-Mastes auf der Bestandstrasse (113A)
  • Einbindung in das Schaltwerk Weibern der 220 kV-Leitungssysteme nach UW St. Peter (203A, 204A) 220 kV-Leitungssysteme nach UW Hausruck (203B, 204B) 220 kV-Leitungssysteme nach KW Aschach (203S, 204S)

von dem zu errichtenden Endabspannmast Nr. 113A sowie von den beiden Bestandsmasten Nr. 189 und Nr. 190 auf die Portale des SW Weibern. Die Leitungstrasse bleibt unverändert.

Die neuen Spannfeldlängen betragen:

  • Projektierter Mast Nr. 1000 (113A) bis bestehenden Mast Nr. 1001 (113) – 109 Meter (m)
  • Projektierter Mast Nr. 1000 (113A) bis Portal 203S/204S – 188 m
  • Bestehender Mast Nr. 189 bis projektiertes Portal 203A/204A – 149 m
  • Bestehender Mast Nr. 190 bis projektiertes Portal 203B/204B – 168 m

Die Gesamtlänge des umzubauenden Abschnitts der gegenständlichen Leitungsanlage beträgt 614 m. Die bestehende Verbindung zwischen Mast Nr. 189 bis Mast Nr. 190 wird demontiert bzw. auf die Portale umgelegt. Die Leitungsverbindung in der Achse Mast Nr. 189 bis Mast Nr. 1001 (113) wird nur noch von Mast 1000 (113) bis Mast Nr. 1001 (113) geführt. Das gegenständliche Projekt befindet sich im Gemeindegebiet von Weibern, Oberösterreich.

Mit Schreiben vom 12. November 2019 hat die Austrian Power Grid AG um Erteilung der Genehmigung nach den Bestimmungen des Starkstromwegegesetzes 1968, BGBl. Nr. 70/1968, idgF, sowie um Durchführung des elektrizitätsrechtlichen Überprüfungs­verfahrens nach den Bestimmungen des Elektrotechnikgesetzes 1992, BGBl. Nr. 106/1993, idgF für das genannte Vorhaben angesucht und der Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus (nunmehr: Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie) die Detailplanunterlagen einschließlich Pläne, technischen Bericht und Grundbuchauszug übermittelt.

Die nunmehrige Zuständigkeit der Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie zur Durchführung des starkstromwegerechtlichen Verfahrens ergibt sich gemäß § 1 Abs 1 StWG iVm § 24 daraus, dass sich die betroffenen elektrischen Leitungsanlagen für Starkstrom auf zwei oder mehrere Bundesländer erstrecken, sowie aus den Bestimmungen des Bundesministeriengesetzes 1986, BGBl. Nr. 76/1986, in der geltenden Fassung.

Gemäß § 7 Abs.1 StWG ist durch Auflagen eine Abstimmung des Projekts mit bereits vorhandenen oder bewilligten anderen Energieversorgungseinrichtungen und mit den Erfordernissen der Landeskultur, des Forstwesens, des Wasserrechtes, der Raumplanung, der Wasserwirtschaft, der Wildbach- und Lawinenverbauung, des Natur- und Landschaftsschutzes, des Denkmalschutzes, der Bodenkultur, des öffentlichen Verkehrs sowie der Landesverteidigung herbeizuführen. Zur Wahrung dieser Interessen sind die dazu berufenen Behörden und öffentlich-rechtlichen Körperschaften nach Maßgabe ihrer möglichen Betroffenheit zu hören. Andere für das Projekt erforderliche verwaltungsrechtliche Bewilligungen bleiben unberührt.

Die Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie ordnet über die Anträge der Austrian Power Grid AG gemäß §§ 6 und 7 Starkstromwegegesetz 1968, BGBl. Nr. 70/1968, nach den Bestimmungen des Elektrotechnikgesetzes 1992, BGBl. Nr.106/1993, sowie im Zusammenhalt mit den Bestimmungen der §§ 40 ff. AVG 1991, BGBl.Nr.51/1991, sämtliche idgF, die Durchführung des Ermittlungsverfahrens an.

Die örtliche mündliche Verhandlung wird wie folgt anberaumt:

Mittwoch, 26. Februar 2020, 10.30 Uhr,
Gemeindeamt Weibern,
Hauptstraße 5, 4675 Weibern

Die Amtsabordnung findet sich zum genannten Zeitpunkt im Gemeindeamt Weibern ein. Von dort wird im Bedarfsfall auch der vorgesehene Lokalaugenschein seinen Ausgang nehmen. In die Einreichunterlagen kann bis zur mündlichen Verhandlung im Gemeindeamt Weibern Einsicht genommen werden.

Sie werden eingeladen, soweit Ihre Interessen berührt sind, an der Verhandlung teilzunehmen.

Sie können persönlich zur Verhandlung kommen oder sich vertreten lassen. Wenn Sie sich vertreten lassen, dann muss Ihr Vertreter mit der Sachlage vertraut und mit einer schriftlichen Vollmacht zur Abgabe bindender Erklärungen ausgestattet sein. Die Vollmacht hat auf Namen oder Firma zu lauten und muss ordnungsgemäß vergebührt sein.

Eine schriftliche Vollmacht ist nicht erforderlich, wenn

  • Sie sich durch eine zur berufsmäßigen Parteienvertretung befugte Person, z.B. einen Rechtsanwalt oder Notar, vertreten lassen,
  • Sie sich durch Familienmitglieder (bzw. Haushaltsangehörige, Angestellte, Funktionäre von Organisationen), die der Behörde bekannt sind, vertreten lassen und kein Zweifel an deren Vertretungsbefugnis besteht,
  • Sie gemeinsam mit Ihrem Bevollmächtigten zur Verhandlung kommen. Falls Sie an der Verhandlung teilnehmen, bringen Sie bitte diese Verständigung mit oder veranlassen Sie, dass Ihr Bevollmächtigter diese mitbringt. Gemäß § 42 AVG 1991 idgF. verliert eine Person, die rechtzeitig die Verständigung von der Anberaumung der Verhandlung erhalten hat, ihre Stellung als Partei dann, soweit sie nicht spätestens bei der Verhandlung Einwendungen gegen das beantragte Projekt erhebt.

Wenn Sie keine Einwendungen gegen die der Verhandlung zugrundeliegenden Anträge erheben wollen, ist Ihre Teilnahme an der Verhandlung nicht unbedingt erforderlich.

Kundmachung Schaltwerk Weibern (PDF, 784 KB)