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Umspannwerk St. Peter am Hart Mündliche Verhandlung am 12. September 2019

Starkstromwegerecht Bewilligungsverfahren gemäß Starkstromwegegesetz 1968 (StWG); Austrian Power Grid AG; Umspannwerk St. Peter am Hart; Teilerneuerung der 220 kV-Schaltanlage (Abzweige 203A, 204A, 233/230, 234/230), Errichtung einer 110 kV-Erdschlusslöschspule 2 und Erneuerung der 20 kV-Innwerkeanspeisung; Ermittlungsverfahren; Geschäftszahl: BMNT-556.050/0285-VI/4a/2019.

Kundmachung

Die Austrian Power Grid AG (APG) ist Eigentümerin und Betreiberin des überregionalen Übertragungsnetzes mit den Spannungsebenen 110, 220 und 380 kV in der Regelzone APG und für die Betriebsführung, Instandhaltung, Planung und den Ausbau des Netzes zuständig.

Im bestehenden Umspannwerk St. Peter am Hart plant die APG eine Teilerneuerung der bestehenden 220 kV-Anlage. Im ersten Teilschritt ist ein Ersatzneubau der Abzweige 203A, 204A, 233/230 und 234/230 vorgesehen.

Zur Optimierung der Erdschlusskompensation des über die 220/110 kV-Transformatoren (RHU1, RHU2 und RHU3) angespeisten 110 kV-Netzes soll die bestehende 110 kV-Erdschlusslöschspule 1 durch Errichtung einer zweiten 110 kV-Erdschlusslöschspule 2 erweitert werden.

Weiters ist die Erneuerung der 20 kV-Innwerkeanspeisung vorgesehen, welche als Notversorgung für den Eigenbedarf im UW St. Peter dient.

Die geplanten Arbeiten umfassen im Wesentlichen:

220 kV-Anlagenteile, Teilerneuerung der 220 kV-Schaltanlage:

  • Demontage und Neuerrichtung Schaltfeld = DA03 (204A Hausruck)
  • Demontage und Neuerrichtung Schaltfeld = DA04 (203A Aschach)
  • Demontage und Neuerrichtung Schaltfeld = DB21 (233 Altheim/230 Simbach)
  • Demontage und Neuerrichtung Schaltfeld = DB22 (234 Altheim/230 Simbach)
  • Erweiterung des 220 kV-Ersatzfelds ESF1 durch die Errichtung der Sammelschienentrennergruppe 1 und Anbindung an die 220 kV-Sammelschiene 1
  • Bestandsgleicher Leistungsschaltertausch Schaltfeld = DA09 (220 kV-Kupplung 1)
  • Bestandsgleicher Leistungsschaltertausch Schaltfeld = DB14 (220 kV-Kupplung 2)
  • Betriebsprovisorien zur Baufeldfreimachung

110 kV-Anlage, Errichtung einer 110 kV-E-Spule 2:

  • Errichtung einer Aufstellwanne und Einbindung in die bestehende Oberflächenentwässerung
  • Ergänzung der bestehenden 110 kV-Nullschiene durch Errichtung von 2 Stück Längstrennern und Errichtung von 2 Stück Auswahltrennern für die bestehende Erdschlusslöschspule 1 und die neu zu errichtende Erdschlusslöschspule 2
  • Aufstellung der 110 kV- Erdschlusslöschspule 2 und Anbindung an die Nullschiene

20 kV-Anlagenteile, Erneuerung der Innwerkeanspeisung:

  • Errichtung einer 20 kV-Kompaktstation in der Freiluftschaltanlage als Ersatz für die im Betriebsgebäude situierte 20 kV-Schalzelle
  • Ausrüstung der 20 kV-Kompaktstation mit einer 20 kV-Mittelspannungsschaltanlage, den Leittechnikeinrichtungen, dem 20/0,4 kV-Eigenbedarfstransformator EBU 5 (derzeit im Betriebsgebäude untergebracht) und der 400 V-Niederspannungsverteilung
  • Anspeisung der Kompaktstation über eine bestehende 20 kV-Anschlussleitung, abgehend von Abzweigmast Nr. 50 der 20 kV-Leitung KW Braunau Simbach – KW Ering Frauenstein, die als Erdkabelleitung in das UW St. Peter geführt wird.

Die bestehende Anlagenzufahrt sowie das bestehende Betriebsgebäude bleiben unverändert.

Das bestehende 380/220/110 kV-Umspannwerk St. Peter inklusive der zu erweiternden Anlagenteile befindet sich auf Eigengrund der APG im Gemeindegebiet von St. Peter am Hart, OÖ.

Mit Schreiben vom 22.7.2019 hat die Austrian Power Grid AG um Erteilung der Genehmigung nach den Bestimmungen des Starkstromwegegesetzes 1968, BGBl. Nr. 70/1968, idgF, sowie um Durchführung des elektrizitätsrechtlichen Überprüfungs­verfahrens nach den Bestimmungen des Elektrotechnikgesetzes 1992, BGBl. Nr. 106/1993, idgF für das genannte Vorhaben angesucht und der Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus die Detailplanunterlagen einschließlich Pläne, technischen Bericht und Grundbuchauszug übermittelt.

Die Zuständigkeit der Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus zur Durchführung des starkstromwegerechtlichen Verfahrens ergibt sich gemäß § 1 Abs 1 StWG iVm § 24 daraus, dass sich die betroffenen elektrischen Leitungsanlagen für Starkstrom auf zwei oder mehrere Bundesländer erstrecken.

Gemäß § 7 Abs. 1 StWG ist durch Auflagen eine Abstimmung des Projekts mit bereits vorhandenen oder bewilligten anderen Energieversorgungseinrichtungen und mit den Erfordernissen der Landeskultur, des Forstwesens, des Wasserrechtes, der Raumplanung, der Wasserwirtschaft, der Wildbach- und Lawinenverbauung, des Natur- und Landschaftsschutzes, des Denkmalschutzes, der Bodenkultur, des öffentlichen Verkehrs sowie der Landesverteidigung herbeizuführen. Zur Wahrung dieser Interessen sind die dazu berufenen Behörden und öffentlich-rechtlichen Körperschaften nach Maßgabe ihrer möglichen Betroffenheit zu hören. Andere für das Projekt erforderliche verwaltungsrechtliche Bewilligungen bleiben unberührt.

Die Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus ordnet über die Anträge der Austrian Power Grid AG gemäß §§ 6 und 7 Starkstromwegegesetz 1968, BGBl. Nr. 70/1968, nach den Bestimmungen des Elektrotechnikgesetzes 1992, BGBl. Nr. 106/1993, sowie im Zusammenhalt mit den Bestimmungen der §§ 40 ff. AVG 1991, BGBl. Nr. 51/1991, sämtliche idgF, die Durchführung des Ermittlungsverfahrens an.

Die örtliche mündliche Verhandlung wird wie folgt anberaumt:

Donnerstag, 12. September 2019, 10.30 Uhr,

Umspannwerk St. Peter,

Jahrsdorf 3, 4963 St. Peter am Hart

Die Amtsabordnung findet sich zum genannten Zeitpunkt im Umspannwerk St. Peter ein. Von dort wird im Bedarfsfall auch der vorgesehene Lokalaugenschein seinen Ausgang nehmen.

In die Einreichunterlagen kann bis zur mündlichen Verhandlung im Gemeindeamt St. Peter am Hart Einsicht genommen werden.

Sie werden eingeladen, soweit Ihre Interessen berührt sind, an der Verhandlung teilzunehmen.

Sie können persönlich zur Verhandlung kommen oder sich vertreten lassen. Wenn Sie sich vertreten lassen, dann muss Ihr Vertreter mit der Sachlage vertraut und mit einer schriftlichen Vollmacht zur Abgabe bindender Erklärungen ausgestattet sein. Die Vollmacht hat auf Namen oder Firma zu lauten und muss ordnungsgemäß vergebührt sein.

Eine schriftliche Vollmacht ist nicht erforderlich, wenn     

  • Sie sich durch eine zur berufsmäßigen Parteienvertretung befugte Person, z.B. einen Rechtsanwalt oder Notar, vertreten lassen,
  • Sie sich durch Familienmitglieder (bzw. Haushaltsangehörige, Angestellte, Funktionäre von Organisationen), die der Behörde bekannt sind, vertreten lassen und kein Zweifel an deren Vertretungsbefugnis besteht,
  • Sie gemeinsam mit Ihrem Bevollmächtigten zur Verhandlung kommen.

Falls Sie an der Verhandlung teilnehmen, bringen Sie bitte diese Verständigung mit oder veranlassen Sie, dass Ihr Bevollmächtigter diese mitbringt.

Gemäß § 42 AVG 1991 idgF. verliert eine Person, die rechtzeitig die Verständigung von der Anberaumung der Verhandlung erhalten hat, ihre Stellung als Partei dann, soweit sie nicht spätestens bei der Verhandlung Einwendungen gegen das beantragte Projekt erhebt.

Wenn Sie keine Einwendungen gegen die der Verhandlung zugrundeliegenden Anträge erheben wollen, ist Ihre Teilnahme an der Verhandlung nicht unbedingt erforderlich.

Kundmachung Umspannwerk St. Peter (PDF, 426 KB)