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Programmevaluierung Bridge

Bridge ist eine vom BMK finanzierte Initiative zur Schließung der Förderlücke zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung im Bereich der Einzelprojekte, mit dem vorrangigen Ziel, die Potenziale von Grundlagenforschung und angewandter Forschung gemeinsam weiter zu entwickeln. Unter dem gemeinsamen Dach Bridge werden vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) und der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) zwei thematisch offene Förderungsprogramme in abgestimmter Weise durchgeführt: Translational Research Programm des FWF und Brückenschlag Programm der FFG.

Die beiden Förderungsprogramme unterscheiden sich voneinander in der Anwendungsnähe der Forschung und in der Förderintensität, die sich beim Brückenschlag Programm seit dem zweiten Call in einer Differenzierung in zwei Subprogramme fortsetzt (Brücke 1 und Brücke 2).

  • Im Rahmen von Translational Research Programm werden Projekte mit hoher wissenschaftlicher Qualität auf internationalem Niveau mit einem Innovationspotenzial der erwarteten Anwendung, für die noch kein erwerbsorientierter Finanzierungspartner vorhanden ist gefördert. Antragsberechtigt sind hier Einzelpersonen, die Förderquote beträgt 100 Prozent der bewilligten Kosten.
  • Beim Brückenschlag Programm sind Forschungsinstitute, Firmen oder auch Einzelforscher antragsberechtigt. Das Konsortium muss aus mindestens zwei Partnern (1 Wissenschaft, 1 Wirtschaft) bestehen.
  • Brücke 1 fördert kooperative Forschungsprojekte, bei denen der Schwerpunkt der Projektkosten (mindestens 80 %) beim Forschungsinstitut beziehungsweise bei dem Forscher/der Forscherin liegt. Die Unternehmen als mögliche Umsetzer der Ergebnisse beteiligen sich finanziell und durch Bereitstellung von Sach und Arbeitsleistungen (maximal 20 %) am Vorhaben, die maximale Förderungshöhe beträgt 75 %. Antragsberechtigt sind Institutionen.
  • Bei Brücke 2 liegt ein wesentlicher Teil der Projektarbeiten nach wie vor bei der wissenschaftlichen Partnerin oder dem Partner (mindestens 30 %). Die Unternehmen sind jedoch durch eigene Sach und Arbeitsleistungen in höherem Ausmaß in das Projekt eingebunden, die maximale Förderungshöhe beträgt hier 60 Prozent.

In den Jahren 2004–2008 stand Bridge für sieben Calls ein Budget von 92 Millionen Euro zur Verfügung. Dies entspricht 10–11,6 Millionen Euro pro Jahr und Programmlinie für jeweils zwei Ausschreibungen. Insgesamt wurden Förderungen in der Höhe von 85 Millionen Euro bewilligt, davon 40 Millionen Euro für 187 Projekte im Rahmen von Translational Research Programm und 44 Millionen Euro für 187 Projekte von Brücke 1 und 72 Projekte von Brücke 2 im Rahmen vom Brückenschlag Programm.

Die durchschnittliche Bewilligungsquote liegt mit 49 % der beantragten Projekte beim Brückenschlag Programm um einiges höher als bei Translational Research Programm (29 %).

Zum Programmstart wurde gemäß einer Empfehlung des Rates für Forschungs und Technologieentwicklung festgelegt, dass Bridge nach drei bis fünf Jahren zwischenevaluiert werden soll. Technopolis wurde im Oktober 2008 mit dieser Evaluierung beauftragt, und hat die Konzeption, Umsetzung, Prozesse und Organisation, Zielerreichung und, soweit feststellbar, auch Wirkungen des Programms analysiert.

Im Vergleich zu sonstigen Programmevaluierungen sind hier zwei Fragen besonders relevant:

  • Die erste bezieht sich auf die vermeintliche Förderlücke: Gab es die wirklich? War es notwendig und richtig ein zusätzliches Programm zu starten?
  • Die zweite Frage betrifft die im Rahmen von Bridge eingeführte Kooperationskultur zwischen FFG und FWF, die erstmals unter einem gemeinsamen Titel und mit einem gemeinsamen Programmbeirat Forschungsförderungsprogramme abwickeln. Die Evaluierung beschäftigt sich unter anderem mit der Frage, inwiefern dieses Modell produktiv und in Zukunft fortzusetzen ist. Dafür wurden qualitative und quantitative Methoden kombiniert, insbesondere die Analyse von Programmdokumenten und Unterlagen des Bridge-Beirats, Interviews mit Programmverantwortlichen und Stakeholdern, Analyse von Monitoringdaten von FWF und FFG, eine Online-Befragung der Antragsteller von Projekten des Translational Research Programm sowie der wissenschaftlichen Partner bei Anträgen in Brücke 1 und Brücke 2 (Projektleiter und Partner) sowie vier internationale Fallstudien.

Technopolis
Katharina Warta, Barbara Good, Anton Geyer
1. Juli 2009