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Minimieren von Lebensmittelabfällen Einige Betriebe in Österreich haben durch neue Techniken, Sortimentsumstellungen oder andere Maßnahmen ihre Abfälle verringern können.

Bäckerei Linauer/Wagner: reduziertes Kernsortiment

Durch die Einführung eines reduzierten Kernsortiments kommt es zu weniger Retourwaren. Brot und Gebäck, das kurz vor Ladenschluss noch in den Regalen liegt, muss oftmals entsorgt werden. Brotabfälle können minimiert werden, indem am Abend nicht mehr das gesamte Brot- und Gebäcksortiment in den Filialen zur Verfügung steht.

Das Bäckereiunternehmen Linauer/Wagner hat in seinen eigenen Filialen ein sogenanntes "Kernsortiment" eingeführt. Es umfasst in der Regel fünf bis sieben Sorten Gebäck und je drei bis sechs Sorten Feinbackware, Brot und Konditoreiprodukte. Jede Filiale stellt individuell das ideale Kernsortiment für den Abend zusammen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden regelmäßig geschult, auch hinsichtlich der Kommunikation mit den Kundinnen und Kunden.

Durch die Einführung des Kernsortiments in den eigenen Filialen wurden die Brot- und Gebäckabfälle auf 7–10 Prozent minimiert. Ohne diese Maßnahme würden die Gebäckabfälle zwischen 20–30 Prozent, im schlimmsten Fall sogar bis 60 Prozent, betragen.

Krainer: Halbierung der Abfälle

Halbierung der Abfälle in der Produktion durch neue Techniken: Durch die Anschaffung neuer Anlagen und Maschinen sind enorme Effizienzsteigerungen in der Lebensmittelproduktion und insbesondere in der Fleisch- und Wurstverarbeitung möglich. Moderne Maschinen bedeuten optimierte Abläufe im Produktionsprozess. In der Fleisch- und Wurstwarenindustrie müssen Waren in Form gebracht, abgewogen, abgemessen und aufgeschnitten werden. Anlagen und Maschinen am neuesten Stand der Technik erfüllen diese Abläufe und Prozesse am besten und sparen rund 50 Prozent an Lebensmittelverlusten in der Fleischverarbeitung ein.

Bäckerei Haubis: Weniger Brotabfälle

Weniger Brotabfälle in Filialen des Einzelhandels durch individuelle Maßnahmenpakete:Die Bäckerei Haubis bemerkte einen Anstieg des Verderbs seiner Produkte wie Brot und Backwaren in ihren Filialen. Deshalb bietet Haubis individuell auf die einzelnen Filialen abgestimmte Maßnahmenpakete an, um die Verlustrate im Lebensmitteleinzelhandel zu reduzieren. Ansatzpunkte sind die Lagerhaltung, der Backplan und die Warenverfügbarkeit.

Ein wichtiger Punkt ist die Einbeziehung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Lebensmitteleinzelhandels. Denn ihr persönliches Verständnis und Engagement sorgen dafür, dass Lebensmittel nicht verschwendet werden. Durch die Umsetzung dieser Maßnahmenpakete wurden Abfälle von Brot und Gebäck in den Filialen des Einzelhandels deutlich eingespart.

Brauunion: Weniger Bierverlust

15 Prozent weniger Bierverluste durch verbesserte Hygiene bei den Schankanlagen.Es ist nicht nur wichtig bei der Herstellung von Bier im Produktionsprozess auf Hygienemaßnahmen zu achten, sondern auch bei den Schankanlagen in der Gastronomie.Die Überprüfung der Schankanlagen durch die Brauunion auf den hygienischen und mikrobiellen Zustand der Anlagen und die gezielte Schulung des Personals führten zur Steigerung der Qualität und die Vermeidung von Bierverlusten.

Bedingt durch die Überprüfungen und Analysen der Schankanlagen wurden die Reinigungsintervalle erhöht. Dadurch konnten 15 Prozent weniger Bierverluste durch Qualitätseinbußen verzeichnet werden.

Kiennast: Kleinstmengenbestellung

Kleinstmengenbestellung und Einsparungen im Lager führen zu weniger Lebensmittelabfall. Filialen des Lebensmitteleinzelhandels sind sehr unterschiedlich bezüglich Größe und Kundenfrequenz. Jede Filiale oder jeder Standort benötigt daher unterschiedliche Mengen an Waren. Gerade bei kleinen Standorten wird nicht alles verkauft und oftmals bleiben Obst und Gemüse übrig und verdirbt. Grund dafür ist: Diese Filialen müssen beim Großhandel in großen Mindestmengen bestellen.

Die Firma Kiennast, ein Lebensmittelgroßhändler, erkannte das Problem und verringerte die Mindestbestellmenge. Dies ermöglicht einen sehr gezielten Bestellvorgang der Einzelhändler. Bestimmte Waren können sogar stückweise angefordert werden. Durch die Möglichkeit, flexibel bei der Firma Kiennast zu bestellen, konnten insbesondere die Obst- und Gemüseabfälle im Lebensmittelhandel deutlich reduziert werden.

10% Einsparung im Lager

In einem Handelslager kann es durch unsachgemäße Handhabung der Waren immer wieder zu Beschädigungen kommen. Gerade bei sensiblen und teuren Produkten können dadurch hohe zusätzliche Kosten entstehen. Kiennast hat sich zum Ziel gesetzt, Beschädigungen von Waren bei logistischen Prozessen zu vermeiden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden aktiv in das Thema der Abfallvermeidung miteinbezogen. Die Palette reicht von Schulungen im Hinblick auf Lagerung/Schlichtung von Waren bis hin zum richtigen Handling mit der Ware sowie regelmäßige Weiterbildungen. Ergebnis: Eine Reduktion an beschädigten Waren in Höhe von zehn Prozent. Dadurch konnten große Mengen vor der Entsorgung bewahrt werden.

Unimarkt: Aktion ab erstem Stück

Bei Unimarkt gelten die Aktionspreise bereits ab dem ersten Stück.Bei Multipack-Aktionen gibt es einen günstigen Aktionspreis. Dieser ist nur erhältlich, wenn mehrere Packungen auf einmal gekauft werden. Für Großfamilien ist das sehr praktisch. In Single- und Zweipersonenhaushalten entstehen dadurch aber oft unnötige Lebensmittelabfälle. Unimarkt verzichtet deshalb seit Mai 2014 im gesamten Sortiment auf diese Aktionen.

Der Fokus der Initiative "Sparen beim ersten Stück" richtet sich auf die Erhöhung der Wertschätzung von Lebensmitteln und die Vermeidung von Lebensmittelabfällen. Kundinnen und Kunden können dadurch zum günstigsten Preis bewusst jene Menge an Produkten kaufen, die sie auch tatsächlich benötigen. Damit werden Lebensmittelabfälle zu Hause durch einen gezielten Einkauf reduziert.

Merkur: Tagesfrische Gerichte

Übrig gebliebene Lebensmittel werden bei Merkur zu tagesfrischen Gerichten verarbeitet. Für den Lebensmittelhändler Merkur sind Maßnahmen gegen die Verschwendung von Lebensmitteln schon seit geraumer Zeit ein wichtiges Anliegen. Bereits in den frühen 1990er Jahren startete Merkur Initiativen zur Weiterverarbeitung von noch verzehr- aber nicht mehr verkaufsfähigem Obst und Gemüse.Als Beispiel kann die Merkur Salatbar genannt werden. Hier werden täglich verschiedene Produkte frisch zubereitet. Obst wird verzehrfertig geschnitten und abgepackt. Gemüse wird für die sofortige Weiterverarbeitung in der Küche vorbereitet und verpackt. Nach Möglichkeit werden hier nicht mehr verkaufstaugliche aber noch genussfähige Produkte verarbeitet, um Verschwendung zu vermeiden.

Das Angebot der Salatbar wird sehr gut angenommen, deshalb werden auch zu einem sehr großen Teil frische Produkte verarbeitet. Somit ist im Bereich Obst und Gemüse die Frische der Produkte immer gewährleistet. Auch in der Merkur Marktküche kommt es zur Weiterverarbeitung von Produkten. Ein gelungenes Beispiel ist die Verarbeitung von Frischfisch. Am letzten Verkaufstag werden nicht verkaufte Fische zu tagesfrischen Gerichten zubereitet.

Pfeiffer: Das ist doch noch gut

Die österreichweite Kampagne "Das ist doch noch gut!" der C+C Pfeiffer Handelsgruppe rund um das Thema wertvolle Lebensmittel startete Anfang 2014.Im Mittelpunkt stehen Omas und Opas als Kampagnen-Botschafter. Die älteren Menschen sollen ihre jahrelange Erfahrung einsetzen und in der Bevölkerung das Bewusstsein für Lebensmittel und ihre Bedeutung stärken.

Aus 350 Bewerbungen wurden 100 Omas und Opas ausgewählt, die im Frühjahr 2014 zu Lebensmittelexpertinnen und -experten ausgebildet wurden. Von April bis Dezember 2014 waren diese österreichweit mehr als 50-mal in Schulen sowie direkt im Handel im Einsatz. Mittels zahlreicher nützlicher Tipps und Tricks soll es zu einer Reduktion von Lebensmittelabfällen kommen. Das Kochbuch „Das ist doch noch gut! Vom Restl zum Rezept“ wurde im Echomedia Buchverlag veröffentlicht und avancierte schnell zum Bestseller.

Als weiterführende Maßnahme stellte die C+C Pfeiffer Handelsgruppe im März 2015 die "Für z’Haus"-Box vor. Nicht konsumierte Speisen können eingepackt und mit nach Hause genommen werden.