2020: Durch das Jahr mit der Alpenkonvention

Eine Rundschau durch das Jahr 2020 mit der Alpenkonvention – von A wie Alpen bis Z wie Zukunft.

Alpen, das Berggebiet im Herzen Europas

Die Alpen sind Natur-, Kultur-, Lebens- und Wirtschaftsraum für mehr als 14 Millionen Bewohnerinnen und Bewohnern sowie einer vielfachen Anzahl an Touristinnen und Touristen, die jedes Jahr hier ihren Urlaub verbringen. Sie sind Lebensraum für 30.000 Tier- und Pflanzenarten. Der Schutz und die nachhaltige Entwicklung des Alpenraumes waren auch 2020, 31 Jahre nach der ersten Alpenkonferenz, die Hauptanliegen der Alpenkonvention.

Bergsteigerdörfer stehen für nachhaltigen Tourismus in den Alpen

29 Bergsteigerdörfer gibt es mittlerweile im Alpenraum. Die meisten davon liegen in Österreich, aber auch in Italien, Slowenien und Deutschland gibt es sie. Die in der Initiative Bergsteigerdörfer vereinten Ortschaften sind Pioniere des Alpinismus in ihren Regionen. Deshalb haben die Berge und das Bergsteigen im kulturellen Selbstverständnis der Einheimischen und Gäste einen hohen Wert. Hier ist das Bewusstsein über den not­wendigen Einklang zwischen Natur und Mensch noch lebendig und man respektiert natürliche Grenzen. Die Bergsteigerdörfer der Alpenvereine entsprechen damit in besonderer Weise den Zielen der Alpenkonvention, die eine nachhaltige Entwicklung im gesamten Alpenraum anstrebt.

Constructive Alps zeigt, wie nachhaltiges Sanieren und Bauen in den Alpen aussehen kann

Bei der Preisverleihung von Constructive Alps am 6. November 2020 vergab die Jury drei Hauptpreise und sieben Anerkennungen für Projekte im ganzen Alpenbogen. Der zweite Preis ging an einen etablierten und wichtigen Akteur des österreichischen Holzbaus: die Zimmerei und Tischlerei Kaufmann im vorarlbergischen Reuthe, genau gesagt an die von Johannes Kaufmann geplante Montagehalle, eine Kombination aus Betonstützen und Holzfachwerk. Die Schweiz hat den Wettbewerb zu nachhaltigem Sanieren und Bauen ins Leben gerufen. 2021 feiert die Initiative Constructive Alps ihren 10. Geburtstag.

Debatten für den Alpenschutz

Internationale Organisationen brauchen Debatten und leben von aktivem Austausch. Die Alpenkonvention, die ein so breites Themenfeld abdeckt – angefangen von Verkehr, über Raumplanung, Tourismus, Biodiversität, Kultur – bot auch 2020 eine Bühne, um gemeinsam zu diskutieren.

EUSALP, die EU-Strategie für den Alpenraum

Makroregionale Strategien sind ein neuer Politikansatz auf europäischer Ebene. Aktuell gibt es die EU-Ostseestrategie (EUSBSR), die EU-Donauraumstrategie (EUSDR) und die EU-Strategie für die Adria und das Ionische Meer (EUSAIR) sowie die Alpenraumstrategie (EUSALP). Der Perimeter, also das Anwendungsgebiet der EUSALP und der Alpenkonvention decken sich in weiten Teilen. Eine Konkurrenzsituation besteht trotzdem nicht zwischen den Entitäten. Vielmehr wird aktiv daran gearbeitet, Synergien zu nutzen und doppelte Arbeit zu vermeiden. Das gelingt zum Beispiel dadurch, dass viele Akteurinnen und Akteure sowohl in Gremien der Alpenkonvention als auch in jenen der EUSALP arbeiten. Auf diese Zusammenarbeit wird auch 2021 viel Wert gelegt.

Flächensparende Bodennutzung ist eine der Prämissen, für die die Alpenkonvention steht

2019 wurde ein vertieftes Verfahren im Rahmen des Überprüfungsausschusses abgeschlossen, bei dem Instrumentarien der Alpenstaaten für flächensparende Bodennutzung analysiert und Empfehlungen formuliert wurden. Seit 2019 gibt es auch eine Arbeitsgruppe zum Thema Bodenschutz und mit dem Beginn der neuen Mandatsperiode im Dezember 2020 hat Österreich den Vorsitz dieser Bodenschutzgruppe übernommen.

Gemeinden für die Alpenkonvention bzw. Alpenkonvention für die Gemeinden

Unter dem Titel „8A-Gemeinden“ setzt das Bundesministerium mit dem Kärntner Alpenverein ein Projekt um, in dem es darum geht, die Bestimmungen der Alpenkonvention leichter verständlich und so für die Gemeindeebene leichter umsetzbar zu machen. Mit Ende des Projektes soll ein Tool vorliegen, das Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Amtsleiterinnen und Amtsleitern et cetera mit Daten befüllen können und das anzeigt, wie die Umsetzung der Konvention und die Lebensqualität in ihrer Gemeinde zusammenhängen. 2020 wurde gemeinsam mit Allianz in den Alpen an der Entwicklung von Indikatoren für das Tool gearbeitet.

Home Office und virtueller Austausch für wichtige Anliegen

2020 fand die erste virtuelle Tagung der Alpenkonferenz mit den Ministerinnen und Ministern der Alpenstaaten statt. Dieser Höhepunkt des heurigen Alpenkonventions-Jahres hat gezeigt: Die Familie dieser Konvention kann auch online zusammenarbeiten. Besonders im internationalen Kontext fällt aber auf, wenn persönliche Kontakte fehlen.

Infopoints erleichtern die Umsetzung der Konvention vor Ort

Um die Implementierung der Alpenkonvention zu unterstützen und die Nähe zum Alpenraum zu vergrößern, schloss das Ständige Sekretariat der Alpenkonvention Absichtserklärungen mit lokalen Organisationen ab. Einer der aktuell sieben Infopoints befindet sich in Österreich, genauer in Villach. Die starke Verbindung zwischen den Infopoints und dem Territorium, in dem sie agieren, hilft dabei Einwohnerinnen und Einwohner, die Verwaltung, Touristinnen und Touristen, Institutionen sowie private und öffentliche Organisationen direkt in den Umsetzungsprozess miteinzubeziehen. Die Vorteile der Nähe zu den Menschen vor Ort konnte heuer nicht zur Gänze ausgeschöpft werden. Die Infopoints arbeiten aber weiterhin Ideen aus, um die Alpenkonvention auf den Boden vor Ort zu bringen.

Jugend als Mitstreitende gewinnen

Die Alpenkonvention möchte junge Menschen ganz bewusst mit auf den Weg nehmen und sie für den Alpenschutz sensibilisieren. Wichtige Initiativen, die 2020 fortgesetzt wurden, sind etwa das Jugendparlament der Alpenkonvention, der Fotowettbewerb, die Young Academic Awards und YOALIN.

Klimaaktionsplan 2.0 als zukunftsweisendes Instrument

Der Alpine Klimabeirat der Alpenkonvention hat nach dem Klimazielsystem 2050 nun den Klimaaktionsplan 2.0 präsentiert. Das über 150 Seiten starke Dokument zeigt Umsetzungspfade und Schritte in Richtung klimaneutrale und klimaresiliente Alpen 2050 auf und wurde von den Ministerinnen und Ministern der Alpenstaaten im Dezember 2020 angenommen. Nun heißt es: In die Umsetzung gehen. Auf der Website https://alpineclimate2050.org/ etabliert sich seit Sommer 2020 eine Umsetzungsgemeinschaft.

Luftqualität verbessern für den Alpenraum

Frankreich hat 2020 gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus dem gesamten Alpenraum einen Alpenzustandsbericht zum Thema Luftqualität fertiggestellt. Nach einer Datenanalyse, die aufzeigt, wie es um die Luftqualität in den Alpen steht, der Analyse des rechtlichen Rahmens und der Auswirkungen der Luftqualität auf den Menschen und Ökosysteme, hat die Arbeitsgruppe Empfehlungen für Maßnahmen abgeleitet. Folgende haben die höchste Priorität: Reduktion der Emissionen aus Hausheizungen durch Verbesserung der Energieleistungen und Erneuerung von Heizsystemen sowie die Bewerbung von smartem Verkehrsmanagement (Geschwindigkeitsbeschränkungen, Road Pricing et cetera).

Mehrjähriges Arbeitsprogramm gibt die Richtung vor

Das aktuelle Mehrjährige Arbeitsprogramm (MAP) umfasst die Jahre 2017-2022 und hat folgende prioritäre Handlungsfelder: Fokussierung auf Mensch und Kultur, Maßnahmen gegen den Klimawandel, Erhaltung und Inwertsetzung der Biodiversität und Landschaft, Grünes Wirtschaften, Förderung des nachhaltigen Verkehrs sowie Ausübung einer führenden Rolle in der EU-Strategie für den Alpenraum (EUSALP). Die Schweiz wurde, als neuer Vorsitz, von der Alpenkonferenz gebeten mit Unterstützung des Ständigen Sekretariats einen Prozess zu koordinieren, um einen Entwurf für ein MAP für die Jahre 2023 bis 2030 auszuarbeiten.

Neunter Alpenzustandsbericht widmet sich dem Thema "Alpenstädte"

Die Schweiz hat das Thema „Alpenstädte“ für den neunten Alpenzustandsbericht (RSA) gewählt. Ihre Begründung: „Wenn über die Alpen gesprochen wird, dann ist häufig der periphere Raum das Thema von Forschung, Politik und Förderinstrumenten. Dazu kommt, dass 2013 nur knapp 10 Prozent der Alpengemeinden über 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner hatten. Die Alpenstädte bieten jedoch ein Zuhause für weit mehr als ein Drittel der alpinen Bevölkerung und wachsen im Schnitt doppelt so schnell wie die übrigen Gemeinden.“ Der Bericht soll Erkenntnisse in Bezug auf die im Protokoll "Raumplanung und nachhaltige Entwicklung" festgelegten Ziele und Anliegen und deren Umsetzung liefern. Insbesondere politische Entscheidungsträgerinnen, Entscheidungsträger, Akteurinnen und Akteure der lokalen Verwaltungsebene sollen damit die Anliegen der Alpenkonvention lokal stärken können.

Offizielle Sprachen der Alpenkonvention sind Deutsch, Französisch, Italienisch und Slowenisch

Dass die Sprachen der Vertragsstaaten in der Alpenkonvention aktiv verwendet werden, ist ein wichtiges Anliegen. Die Übersetzung von Dokumenten und das Dolmetschen der Veranstaltungen sind allerdings mit finanziellen Belastungen verbunden. 2020 haben sich die Vertragsparteien darauf geeinigt, Arbeitsdokumente vermehrt in Englisch zu belassen und auch Sitzungen der Arbeitsgremien nicht zu verdolmetschen. Die Tagung der Alpenkonferenz und Dokumente, die dafür benötigt werden, werden aber weiterhin in allen vier Sprachen abgehalten und vorbereitet. Ein großer Vorteil, der sich nämlich durch die Verwendung der Muttersprache ergibt, ist, dass Diskussionen mit treffsicheren Formulierungen geführt werden.

Präsidentschaft im Wandel

Durchschnittlich zwei Jahre dauert eine Präsidentschaft der Alpenkonvention, die immer im Rahmen einer Tagung der Alpenkonferenz weitergegeben wird. Bei der 16. Tagung der Alpenkonferenz am 10. Dezember 2020 übernahm die Schweiz den Vorsitz von Frankreich. Die nächsten beiden Jahre werden Klima, nachhaltige Mobilität und Raumplanung im Mittelpunkt stehen. Die letzte Präsidentschaft Österreichs dauerte von Oktober 2016 bis April 2019.

Querschnitt durch die alpine Literatur

Das Berge Lesen Festival wurde erstmals 2015 durchgeführt. Dabei werden Veranstaltungen an vielen unterschiedlichen Orten in den Alpen initiiert, die der Literatur und den Bergen gewidmet sind. Anlass gibt der, von den Vereinten Nationen ausgerufene Internationale Tag der Berge, der jedes Jahr am 11. Dezember gefeiert wird. Das Berge Lesen Festival ermutigt zum Feiern von kulturellen Unterschieden und Gemeinsamkeiten in den Alpen und verbindet Berge und Kultur. Heuer fand das Festival online statt – und war nicht weniger spannend als die Jahre davor.

Rechtsservicestelle beschäftigt sich mit der rechtlichen Auslegung der Konvention

CIPRA Österreich hat mit Unterstützung des Bundesministeriums und im Rahmen des Programms der Europäischen Union (EU) für die Ländliche Entwicklung die Rechtsservicestelle ins Leben gerufen. Ziel der Rechtsservicestelle ist es, Berührungsängste mit der Alpenkonvention abzubauen, deren Potenzial aufzuzeigen beziehungsweise auszuschöpfen, um in weiterer Folge Entscheidungsprozesse zu erleichtern sowie den Verwaltungsapparat zu unterstützen und zu entlasten. Ein Kreis von unabhängigen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Verwaltung und Anwaltsbereich bildet den Kern dieser für den Alpenraum nach wie vor einzigartigen Einrichtung. Die Rechtsservicestelle pflegt eine Rechtsdatenbank, die 2021 modernisiert und vereinfacht werden soll.

Schweizer Vorsitz

Die Schweiz hat mit der Alpenkonferenz am 10. Dezember 2020 ihre Schwerpunkte präsentiert: Klima, nachhaltige Mobilität sowie Raumplanung werden die vorherrschenden Themen sein. Die Zusammenarbeit für den Alpenschutz mit dem Team der Schweiz funktionierte 2020 hervorragend, die Vorfreude auf die kommenden Arbeitsjahre ist groß.

Teamwork für die Alpen

Deutschland, Italien, Frankreich, Monaco, Liechtenstein, die Schweiz, Slowenien und Österreich sowie die Europäische Kommission sind Vertragsparteien der Alpenkonvention. Diese internationale Konvention wird einerseits durch die Delegationsmitglieder Leben eingehaucht. Andererseits und zu einem wesentlichen Teil tragen die 16 Beobachterorganisationen dazu bei, dass Augenmerk auf wichtige Themen in den Alpen gelegt wird. Unverzichtbar ist bei all dieser Arbeit das Ständige Sekretariat der Alpenkonvention mit Sitz in Innsbruck. Hier wird organisiert, abgestimmt und übersetzt.

Überprüfungsausschuss zeigt Handlungspotenzial auf

Der Überprüfungsausschuss ist ein Organ, das die Einhaltung der Alpenkonvention und ihrer Protokolle durch die Vertragsparteien überwacht. Die Vertragsparteien müssen alle zehn Jahre – so auch 2019 – einen Bericht über die Durchführung des Übereinkommens und seiner Protokolle vorlegen. Bei der 16. Tagung der Alpenkonferenz beschlossen die Ministerinnen und Minister, dass das nächste vertiefte Verfahren des Überprüfungsausschusses dem Verkehrsprotokoll gewidmet werden soll. Das jüngste Verfahren beschäftigte sich mit flächensparender Bodennutzung und brachte Erkenntnisse zur Umsetzung einzelner Artikel aus den Protokollen "Bodenschutz" sowie "Raumplanung und nachhaltige Entwicklung".

Verkehr ist eine der Hauptursachen für den Klimawandel im Alpenraum

Beinahe 30 Prozent der Treibhausgase werden durch Personen- und Güterverkehrsemissionen verursacht. Die Alpen werden von zahlreichen internationalen Hauptverkehrsachsen durchquert, einschließlich Straßenkorridoren, die jedes Jahr von mehr als 10 Millionen Lastkraftwagen, Millionen von Touristinnen und Touristen und der einheimischen Bevölkerung genutzt werden. Ein vorrangiges Ziel der Alpenkonvention ist die Förderung nachhaltigerer Verkehrsträger sowie die Verlagerung des Güter- und Personenverkehrs von der Straße auf die Schiene, um auf den Bau neuer Autobahnen (oder anderer hochrangiger Straßen) für den alpenquerenden Verkehr zu verzichten und das wirtschaftliche Wohlergehen vom wachsenden Verkehr zu entkoppeln. Im aktuellen Klimaaktionsplan 2.0 wurden konkrete Umsetzungspfade zur Erreichung dieses Ziels vorgegeben und von den Ministerinnen und Ministern bei der 16. Tagung der Alpenkonferenz am 10. Dezember 2020 angenommen.

Wasserspeicher –

auch diese Funktion erfüllen die Alpen. Ein eigenes Protokoll zu Wasser gibt es im Rahmen der Alpenkonvention nicht. Die Französische Präsidentschaft hat aber mit einer Wasserkonferenz im Februar 2020 sowie mit der Deklaration zur "integrierten und nachhaltigen Wasserwirtschaft in den Alpen" Grundsteine für eine Position der Alpenkonvention gelegt. Mit Verweis auf die Arbeiten der Konvention und internationaler Vorgaben, forderte die Alpenkonferenz am 10. Dezember 2020 ihre Vertragsparteien unter anderem dazu auf, die letzten natürlich erhaltenen Flüsse und Flussabschnitte in den Alpen unter gebührender Berücksichtigung der Rolle, die ihnen bei der notwendigen Aufrechterhaltung einer guten Wasserqualität und -menge in diesen sensiblen Berggebieten zukommt, zu schützen, die Verbesserung und Wiederherstellung des natürlichen Zustands von Flüssen zu fördern sowie für eine Anpassung an den Klimawandel in den alpinen Wassereinzugsgebieten zu sorgen – etwa durch die Bereitstellung von blauer und grüner Infrastruktur.

X-fache Möglichkeiten

X-fache Möglichkeiten, um zu Wanderungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu gelangen, zeigt das Projekt Bahn-zum-Berg. Das Bundesministerium unterstützte die Erweiterung des Angebots von Bahn-zum-Berg: Aktuell können Routen von 13 Städten (12 in Österreich und München) mit den Öffis geplant werden. Das Projekt soll weiter ausgebaut werden und in Zukunft könnten mehr Städte in Österreich und Deutschland, sowie neue Ausgangsorte in der Schweiz und in Südtirol dazukommen.

YOALIN: kurz für Youth Alpine Interrail

Österreich unterstützte das Projekt YOALIN heuer zum dritten Mal – aus Überzeugung! Die Idee: 100 Jugendliche erhalten ein günstiges Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel und können damit ein Monat lang durch den Alpenraum reisen. Die Reisen sind heuer ausgefallen – aber die Community, die in den vergangenen Jahren entstanden ist, hat gemeinsam an der Entwicklung spannender Reiserouten gearbeitet und sich zu nachhaltigem Reisen ausgetauscht. Diese jungen Menschen sind Botschafterinnen und Botschafter für die Alpenkonvention.

Zukunft für den Alpenschutz

Die Beschlüsse der Ministerinnen und Minister bei der 16. Tagung der Alpenkonferenz im Dezember 2020 waren eindeutig: Die Arbeit für den Schutz und die nachhaltige Entwicklung des Alpenraumes soll weitergeführt und noch verstärkt werden. Besondere Dringlichkeit wird bei der Umsetzung der Klimaziele gesehen: In den Alpen steigen die Temperaturen fast doppelt so schnell wie im Rest der nördlichen Hemisphäre. Der Temperaturanstieg um fast 2 Grad Celsius seit dem späten 19. Jahrhundert wirkt sich bereits deutlich auf die alpine Umwelt aus: Rückgang der Lebensräume einheimischer Tier- und Pflanzenarten, Veränderungen in der Wasserverfügbarkeit (einschließlich Schnee), Stress für den Wald, erhöhtes Risiko und Unvorhersehbarkeit von Naturgefahren – mit Auswirkungen auf nahezu alle menschlichen Tätigkeiten. Die Alpenkonvention ist ein Instrument, um diese Entwicklungen zu bremsen und für eine "enkeltaugliche" Zukunft im Alpenraum einzutreten.