LIFE Lech Dynamic River System Lech

Dynamisches Flusssystem Lech (2016–2021)

Das LIFE-Projekt zielt darauf ab, die natürliche Dynamik des Flusssystems Lech und der umgebenden Auenlandschaften mit ihren charakteristischen Lebensräumen und Arten zu erhalten. Konkret geht es um den Schutz und die Entwicklung der dynamisch geformten Schotterflächen, deren Fläche seit der Lechregulierung im 19. Jahrhundert deutlich zurückgegangen ist. Durch den Rückbau von Uferbefestigungen, die Aufweitung des Flusses, die Schaffung von Seitenbächen und die Verkürzung von Buhnen (das sind Dämme vom Ufer bis zur Flussmitte) wird dem Fluss Raum für die Wiederentfaltung seiner natürlichen Dynamik gegeben. Vor allem der Oberlauf besitzt ein großes Potenzial für die Entwicklung von Kiesbänken und Pionierlebensräumen, die für mehrere hochspezialisierte und gefährdete Arten notwendige Lebensbedingungen bieten.

Das Projekt zielt auch darauf ab, die Eintiefung des Flussbettes zu stoppen, um den sinkenden Grundwasserspiegel entgegenzuwirken. Von dieser Maßnahme profitiert das angrenzende Augebiet sowie die prioritären Lebensräume und Arten des Alpenflusses und des Auenwaldes, wie beispielsweise der Sibirische Bläuling (Coenagrion hylas), der Steinkrebs (Austropotamobius torrentium), der Edelkrebs (Austropotamobius pallipes), der Kammmolch (Triturus cristatus) und die Koppe (Cottus gobio).

Ein weiteres Ziel ist die Verbesserung des Besucherinnen-/Besuchermanagements in diesem Gebiet. Bessere, gezielte Information und Bewusstseinsbildung sollen helfen, die Brutgebiete störungsempfindlicher Vogelarten (wie beispielsweise Flussuferläufer und Flussregenpfeifer) zu schonen und gleichzeitig die Akzeptanz des Natura-2000-Schutzgebietsnetzes bei der lokalen Bevölkerung zu erhöhen.

Das Projekt kann als vorbildlich für eine besonders effektive Zusammenarbeit von Fachleuten des Naturschutzes und des Hochwasserschutzes in Natura-2000-Gebieten bezeichnet werden. Es verbessert auch die Hochwassersicherheit durch Schaffung eines verbesserten Hochwasserrückhalts in den Flussaufweitungen, davon profitiert auch die Region flussab. Die gewonnenen Erkenntnisse können als Grundlage für Empfehlungen zur Effizienzsteigerungen bei Flussrevitalisierungen in Natura-2000-Gebieten dienen.

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