Ökosoziale Steuerreform

So ist der Klimaschutz im größten Entlastungspaket der Zweiten Republik verankert.

Achtung

Energiekostenausgleich: Das Bundesminsiterium für Finanzen (BMF) ist für Abwicklung, Prüfung, und Aussendung des Energiekostenausgleichs zuständig. Wie Sie Ihren Energiegutschein in Höhe von 150 Euro einlösen können, erfahren Sie über → oesterreich.gv.at oder unter der Telefonnummer 050 233 798.

Die Bundesregierung hat im Herbst 2021 die größte Steuerentlastung der Zweiten Republik auf den Weg gebracht: die ökosoziale Steuerreform. Mit ihrer Ausrichtung pro Nachhaltigkeit und mit Anreizen für umweltfreundliches Verhalten wurde ein Paradigmenwechsel im Land eingeläutet. Neben einer Reihe von Maßnahmen, welche die Bevölkerung entlasten und eine auf Wachstum und Wohlstand ausgerichtete Standortpolitik ermöglicht, werden mittels Klimabonus und Bepreisung von Kohlendioxid (CO2) erstmals konkrete Klimaschutzwerkzeuge in das Steuersystem integriert. Ein historischer und ganz wesentlicher Schritt auf Österreichs Weg Richtung Klimaneutralität 2040.

An zentraler Stelle steht die CO2-Bepreisung, deren Start aufgrund der aktuellen Inflation und der einhergehenden, steigenden Preise von Juli auf Oktober 2022 verschoben wurde. Die Regierung hat sich darauf geeinigt, dass der klimaschädliche CO2-Ausstoß ab Herbst einen Preis bekommt: dieser beginnt heuer bei 30 Euro pro Tonne und steigt jährlich bis auf 55 Euro pro Tonne im Jahr 2025 an.

Als Ausgleich dafür ist der regionale Klimabonus vorgesehen: Jeder Euro, der durch die CO2-Bepreisung eingenommen wird, kommt damit direkt zurück zu den Menschen in Österreich. Die gesamten Einnahmen werden so rückvergütet, dass sich klimafreundliches Verhalten und klimafreundliche Produktion immer mehr auszahlen. Das Prinzip dahinter: Je weniger CO2 verbraucht wird, desto mehr bleibt vom Klimabonus übrig. So zahlt sich Klimaschutz auch finanziell aus und insbesondere für niedrige Einkommen wird der Klimabonus eine wichtige Unterstützung bringen. Zugleich nimmt Österreich damit seine Verantwortung beim Klimaschutz wahr und setzt zugleich europäische Vorgaben um.

Klimabonus: 500 Euro für alle im Jahr 2022

Der Klimabonus wird im Jahr 2022 von ursprünglich 100 bis 200 Euro (je nach Wohnlage) einmalig auf 250 Euro erhöht. Zusätzlich werden die Bezieher:innen des regionalen Klimabonus einen Anti-Teuerungsbonus in Höhe von 250 Euro erhalten. Damit bekommen alle Menschen, die in Österreich leben, insgesamt 500 Euro an Klimabonus. Kinder unter 18 Jahren erhalten die Hälfte.

Der Regionalausgleich entfällt in diesem Jahr aufgrund dieser pauschalen Erhöhung. Anspruch haben alle, die an zumindest 183 Tagen (ein halbes Jahr) in Österreich mit Hauptwohnsitz gemeldet waren. Der Anti-Teuerungsbonus ist bis zu einer Einkommensteuer-Stufe von 50 Prozent steuerfrei.

Tipp

Nähere Infos, wie Sie den Klimabonus erhalten sowie Antworten auf mögliche Fragen finden Sie unter → klimabonus.gv.at.

Klimabonus

Der Klimabonus wird ab Oktober 2022 erstmals und einmal pro Jahr ausbezahlt. Prüfen und aktualisieren Sie noch bis zum 22. Juli Ihre Kontodaten auf → FinanzOnline, um den Klimabonus direkt überwiesen zu bekommen. Alternativ wird Ihnen der Klimabonus in Form eines Gutscheins zugesandt.

Auch in den kommenden Jahren wird der Klimabonus einmal jährlich ausbezahlt. Ab 2023 tritt dabei eine regionale Staffelung in Kraft. Zusammenfassend lässt sich dabei sagen: Je weiter die Alltagswege sind und je weniger Infrastrukturen wie öffentlicher Verkehr in der jeweiligen Gemeinde angeboten werden, umso höher ist der finanzielle Ausgleich. In Gemeinden mit wenig öffentlichem Verkehrsangebot ist der Weg zur Schule oder zum Arbeitsplatz meist länger, dann ist der Ausgleich am höchsten. Der Regionalausgleich orientiert sich an der Wohngemeinde. Dabei gibt es drei von der Statistik Austria definierte Kategorien – siehe Karte zum Klimabonus (→ statistik.at). Die öffentliche Anbindung gemeinsam mit dem Ausbau der Infrastruktur wie Schulen oder Einkaufsmöglichkeiten ergeben die Kategorie.

Zusammenfassend werden durch die ökosoziale Steuerreform Anreize geschaffen, um auf klimafreundliche Alternativen wie öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Begleitende Maßnahmen wie die Einführung des kostengünstigen Klimatickets (→ klimaticket.at) sowie Rekordinvestitionen in den Bahnausbau (→ BMK-Infothek) unterstützen diesen Weg. Zeitgleich wird jenen geholfen, die weiterhin aufgrund mangelnder Infrastruktur derzeit beispielsweise noch auf das Auto angewiesen sind oder die es sich derzeit nicht leisten können, eine neue Heizung einzubauen.

Weitere Eckpunkte der Steuerreform

Die Steuerreform beinhaltet auch weitere Entlastungsmaßnahmen: Bereits mit 1. Jänner sank die 2. Stufe der Lohn- und Einkommensteuer von 35 auf 32,5 Prozent, 2023 sinkt sie dann weiter auf 30 Prozent. Den Österreicher:innen bleibt somit mehr von ihrem Gehalt und entlastet Menschen mit einem Einkommen bis zu einer Höhe von rund 2.590 Euro im Monat.

Zudem steigt der Familienbonus von maximal 1.500 auf 2.000 Euro pro Kind und Jahr. Vor allem Alleinerzieher:innen mit niedrigem Einkommen haben künftig mehr vom Kinderbonus. Der sogenannte Kindermehrbetrag wird von 250 bereits 2022 auf 550 Euro angehoben. Familien bekommen im August dieses Jahres zudem eine einmalige Sonderzahlung zur Familienbeihilfe in Höhe von 180 Euro pro Kind. Darüber hinaus wird die Erhöhung des Familienbonus Plus von Juli auf Jänner vorgezogen.

Für Pensionisten wird im Zuge der Steuerreform der Pensionistenabsetzbetrag auf künftig 825 Euro bzw. 1.214 Euro (bisher 600 Euro bzw. 964 Euro) angehoben.

Auch beim Thema sauberes Heizen (→ kesseltausch.at) gibt es neue steuerliche Anreize: Ein maßgeblicher Teil der nicht-geförderten Kosten des neuen, sauberen Heizsystems ist künftig über zehn Jahre absetzbar. Das gleiche gilt für thermische Sanierungen.

Abschaffung der sogenannten kalten Progression

Im Zuge des aktuellen Maßnahmenpakets gegen die Teuerung hat die Bundesregierung beschlossen, ab 2023 die kalte Progression, also die schleichende Steuererhöhung, vollständig abzuschaffen. So wird sichergestellt, dass das Geld trotz steigender Inflation bei den Menschen bleibt. Ein entsprechendes Gesetz wird dafür sorgen, dass Grenzbeträge der Progressionsstufen - mit Ausnahme der 55-Prozent-Stufe – sowie negativsteuerfähige Absetzbeträge (Verkehrsabsetzbetrag, Zuschlag zum Verkehrsabsetzbetrag, Pensionistenabsetzbetrag, Unterhaltsabsetzbetrag, Alleinerzieher- und Alleinverdienerabsetzbetrag) automatisch um Zweidrittel der Inflation vom Zeitraum Juli bis Juni ab 01.01. des Folgejahres angehoben werden.

Damit wird auch eine höhere soziale Treffsicherheit gewährleistet. Denn künftig werden Sozialleistungen valorisiert, um den Menschen in unsicheren Zeiten mehr Sicherheit zu geben. Darüber hinaus werden auch die Unternehmen durch eine Senkung der Lohnnebenkosten entlastet. Der Regierung ist es so gelungen, ein System zu schaffen, welches sicherstellt, die Arbeitsplatzsicherheit in Österreich zu gewährleisten, Unternehmen strukturell zu helfen und gleichzeitig auch Sozialleistungen wie die Familienbeihilfe dauerhaft an die Inflation anzupassen.

Hinweis