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Was ist das 2 Grad Ziel? Jedes Jahr gelangen 10 Milliarden Tonnen CO2 in die Atmosphäre. Das Resultat: globale Erwärmung. Die EU strebt in Paris den Abschluss eines neuen, globalen Klimaschutzabkommens an.

Die Europäische Union (EU) strebt in Paris den Abschluss eines neuen, globalen Klimaschutzabkommens an. Jeder einzelne Staat soll seine individuelle Verantwortung wahrnehmen und einen entsprechenden Beitrag leisten. Ziel ist, den Anstieg der globalen Temperaturen im Vergleich zu 1850 auf weniger als 2 Grad Celsius (°C) bis 2100 zu begrenzen.

Für Europa ist besonders wichtig, dass Paris nicht der Endpunkt der Verhandlungen, sondern der Startschuss für eine ambitionierte globale Klimaschutzpolitik wird.  Das Pariser Abkommen soll den Grundstein legen, um die gemeinsamen Bemühungen über die nächsten Jahre und Jahrzehnte hinaus stetig zu steigern.

Das Abkommen selbst wird also Kern eines größeren "Pakets" in Paris sein. Viele wichtige Details haben in einem Abkommen selbst keinen Platz und müssen in technischen Entscheidungen behandelt werden. Die EU zielt auf ein möglichst ambitioniertes und nachhaltiges Ergebnis ab.

Reichen die Ziel-Angebote aus?

Zusammen genommen werden die gesammelten Angebote aller Voraussicht nach nicht ausreichen, um das 2°C-Ziel einzuhalten.Bis Mitte November 2015 haben rund 160 Staaten ein Angebot für ihren nationalen Beitrag zum gemeinsamen 2°C-Ziel vorgelegt, darunter alle G20 Staaten.

Diese sogenannten Intended Nationally Determined Contributions (INDCs) sind auf den Zeitraum bis 2025 oder zumeist 2030 ausgerichtet. Das gemeinsame Zielangebot der EU und ihrer 27 Mitgliedstaaten beschreibt eine Treibhausgas-Reduktion bis 2030 von mindestens 40 Prozent gegenüber 1990. Zusammen genommen werden die gesammelten Angebote aller Voraussicht nach nicht ausreichen, um das 2°C-Ziel einzuhalten. Umso wichtiger ist es, Paris nicht als Endpunkt der Diskussion zu betrachten, sondern als Startpunkt für eine ambitionierte globale Klimaschutzpolitik der Zukunft. Die EU fordert daher einen "Ambitionsprozess" als Teil des neuen Abkommens, der es ermöglichen soll, die gemeinsamen Bemühungen über die nächsten Jahre und Jahrzehnte hinaus kontinuierlich zu steigern.

Das Angebot Europas

Die Europäische Union strebt in Paris ein ambitioniertes, dynamisches, und rechtsverbindliches Abkommen an, an dem sich alle Staaten gemäß ihrer Verantwortlichkeit beteiligen.

Die EU und ihre 28 Mitgliedstaaten haben ein gemeinsames Angebot für ihren Beitrag zum internationalen 2°C-Ziel vorgelegt. Nur die Schweiz hatte zuvor bereits ein solches Zielangebot vorgelegt. Dies unterstreicht die Rolle Europas als globaler Themenführer im Beriech der Klimapolitik.

Das Angebot der EU basiert auf den Vorgaben des Europäischen Rates für ein europäisches Klima- und Energiepaket bis 2030. Das Kernziel dieser Vorgaben lautet, die Treibhausgasemissionen bis 2030 gegenüber 1990 um mindestens 40 Prozent mit rein europäischen Maßnahmen zu reduzieren – also ohne Zukauf von Emissionsgutschriften aus Drittstaaten. Dieses Ziel ist ambitioniert, aber erreichbar.

Außerhalb des eigenen Ziel-Angebots nimmt die EU die Anliegen der Entwicklungsländer in den Bereichen Anpassung und Klimafinanzierung sehr ernst. Wie werden Verpflichtungen für ärmere und reichere Staaten ausgestaltet? Das ist eine Kernfrage, die sich durch den gesamten Prozess ziehen wird. Österreich und die EU verlangen eine offene, flexible Differenzierung, keine starre Zweiteilung der Welt wie unter dem Kyoto-Protokoll. Europa ist bereit, seinen Beitrag zu leisten.

Weitere wichtige Fragen betreffen die Dynamik des Abkommens: Gibt es im Abkommen einen fixen, starken Prozess für die periodische Anhebung von Emissionsreduktionen? Gibt es ein Langfrist-Ziel als Messlatte? Österreich und die EU möchten beides.

Angebote aus aller Welt

Die Angebote einzelner Staaten für ihre individuellen Beiträge zum gemeinsamen 2 Grad Ziel sind teilweise sehr unterschiedlich konzipiert, doch es lassen sich viele Gemeinsamkeiten erkennen.

Die Industriestaaten, oder auch Brasilien, haben prozentuelle Reduktionsangebote gegenüber einem Basisjahr vorgelegt.

Viele Entwicklungsländer formulieren ihre Ziele als Reduktion gegenüber einem Trendszenario ("business-as-usual"). China, Südafrika und Singapur bekennen sich daneben noch zu einem absoluten Maximum ("peak"), ab dem es auch absolut fallende Emissionen geben soll. Vor allem die ärmeren Entwicklungsländer weisen in ihren Angeboten auch auf Anpassungserfordernisse hin.

Die USA sind aktuell sehr ambitioniert und eine sehr konstruktive Kraft in den Verhandlungen. Der damalige US-Präsident Barack Obama verlangte einen starken amerikanischen Beitrag zum Klimaschutz. Auch Russland verhält sich in den Verhandlungen grundsätzlich  konstruktiv und war unter den ersten Ländern, die ein eigenes Angebot vorlegten.

In China gibt es ebenfalls klare Fortschritte: zahlreiche nationale Initiativen zeugen von Verständnis, dass viele Umweltprobleme in China selbst mit dem Klimaschutz zusammenhängen und sich gemeinsam lösen lassen. In den Verhandlungen gibt sich China hingegen traditionell als "Hardliner", den es zu überzeugen gilt. Indien bleibt unter allen "key playern" am skeptischsten, legte aber zuletzt ein durchaus ambitioniertes Ziel-Angebot vor.

Ähnlich verhält es sich mit vielen anderen Staaten. Insgesamt hat sich die Verhandlungsatmosphäre in den vergangenen Jahren jedenfalls deutlich gebessert. Der Ernst der Lage wurde erkannt, grundsätzlich besteht die Bereitschaft, in Paris zu einem Ergebnis zu kommen.