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UV-Messungen auf dem Hohen Sonnblick Inge Dirmhirn UV-Messstation liefert seit 1995 im Auftrag des Umweltministeriums spektrale UV-Daten vom Sonnblick-Observatorium.

Ab den 1970er-Jahren wurde eine weltweite Abnahme der Ozonsäule beobachtet. In der Arktis wurden wiederkehrend stratosphärische Bereiche mit außerordentlich niedrigem Ozongehalt, das sogenannte "Ozonloch", festgestellt. Grund für den Abbau der Ozonschicht waren Chlorkohlenwasserstoffe und Fluorchlorkohlenwasserstoffe, die industriell erzeugt und in verschiedenen Bereichen verwendet wurden (beispielsweise als Kühlmittel).

Ozonloch und Gegenmaßnahmen

Ozon absorbiert Sonnenlicht im ultravioletten Spektralbereich, insbesondere im Bereich kurzer Wellenlängen, sodass eine Abnahme des stratosphärischen Ozons zu einer Zunahme der auf die Erdoberfläche treffenden UV-Strahlung führt. Als Folge der langfristigen Ozonabnahme ist die Anzahl der Tage mit besonders dünner Ozonschicht auch in Österreich deutlich größer als noch in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Demzufolge ist die Gefahr eines Sonnenbrandes beziehungsweise anderer durch UV-B Strahlen hervorgerufener Schäden (Hautkrebs, DNS-Schädigung) gestiegen.

Als Reaktion auf den beobachteten Ozonabbau wurden im Jahr 1985 mit dem Wiener Übereinkommen zum Schutz der Ozonschicht und im Jahr 1987 mit dem Montrealer Protokoll über Stoffe, die zu einem Abbau der Ozonschicht führen Maßnahmen zum Schutz der Ozonschicht gesetzt. Das Protokoll von Montreal hat zu einem raschen Ausstieg aus Produktion und Verwendung der ozonschichtzerstörenden Stoffe geführt. Aktuelle Messungen bestätigen auch eine Stabilisierung der Ozonschicht um die Jahrtausendwende und deuten zuletzt wieder auf eine Verbesserung ihres Zustands hin.

UV-Messungen am Sonnblick

Im Jahr 1995 wurden auf dem Hohen Sonnblick in der Goldberggruppe in Salzburg knapp an der Grenze zu Kärnten die Arbeiten zur Messung der spektralen UV-Strahlung aufgenommen. Sie werden seither durchgehend vom Institut für Meteorologie der Universität für Bodenkultur im Auftrag des BMNT durchgeführt. Die Messstelle ist Teil des "Network for the Detection of Atmospheric Composition Change (NDACC)" und liefert damit eine von weltweit sehr wenigen langjährigen Zeitreihen für spektrale UV-Daten, die den hohen Qualitätsanforderungen des NDACC entsprechen.

Neben den Messungen der Ozonschichtdicke werden auch kontinuierliche spektrale UV-Messungen (zeitlich ununterbrochene Erfassung der UV-Strahlung mit hoher Auflösung nach Wellenlängen) durchgeführt. Die längste kontinuierliche spektrale UV-Messreihe in Österreich ermöglicht es, die Veränderungen der UV-Strahlung unterhalb von 305 nm präzise zu erfassen. Eine wesentliche Motivation für die langjährige Messung mit spektral hoch auflösenden Geräten ist, dass gerade in diesem Bereich die UV-Strahlung die höchste biologische Wirkung aufweist. Nur mit spektral aufgelösten, langjährigen Messzeitreihen können die diversen biologischen und ökologischen Auswirkungen quantitativ bestimmt und studiert werden.

Monitoring von stratosphärischem Ozon und spektraler UV-B Strahlung auf dem Hohen Sonnblick (PDF, 2 MB)

Zu Ehren der ersten Professorin

Im Jahr 2015 wurde die Messstelle am Sonnblick-Observatorium in Erinnerung an Inge Dirmhirn, der Pionierin der Strahlenforschung und der erste Professorin an der Universität für Bodenkultur, als "Inge Dirmhirn UV-Messstation" benannt.

Das Instrumentarium zur kontinuierlichen Messung der spektralen UV-Strahlung stellt ein wichtiges Hilfsmittel dar, um kurz- und langzeitige Änderungen der solaren UV-Strahlung bei in Zukunft veränderter Zusammensetzung der Atmosphäre genau zu erfassen. Der Hohe Sonnblick, an dem auch verschiedenste meteorologische und luftchemische Parameter gemessen werden, ist ein idealer Standort für die Untersuchungen solcher Wechselwirkungen. Die gewonnen Daten ermöglichen die Untersuchungen der am Strahlungstransfer beteiligten Prozesse und bilden einen wichtigen Schritt für das Verständnis der UV-Strahlung am Erdboden.

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