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05: Schwarzenberg In welchem Schwarzenberg wollen wir leben? Unter diesem Motto fand eine Zukunftswerkstatt mit reger Bürgerbeteiligung in der Gemeinde im Bregenzerwald statt.

Kurzprofil zur Gemeinde

Schwarzenberg ist eine kleine Gemeinde in Vorarlberg. Der Ort im Bregenzerwald zählt rund 2.000 Einwohnerinnen und Einwohner und ist eine der ältesten Ortschaften der Region. Bekannt ist Schwarzenberg vor allem für die alljährlich stattfindende „Schubertiade“, das bedeutendste Festival für Franz Schubert weltweit. Im Juni und August jeden Jahres bereisen tausende begeisterte Klassikfans aus der ganzen Welt die kleine Gemeinde. Auch Angelika Kauffmann, eine weltberühmte Künstlerin und Pionierin, kommt aus Schwarzenberg. Ihr zu Ehren gibt es seit zehn Jahren ein Museum mit jährlich wechselnden Ausstellungen. Überhaupt ist der Tourismus einer der größten Wirtschaftszweige (rund 50.000 Gäste jährlich), sowohl im Sommer als auch im Winter. Aber auch Landwirtschaft und Handwerkbetriebe sind bedeutend für die Region. Rund 30 Vereine tragen zu einem lebendigen Dorfleben bei. Und auch der „Alptag“ ist ein Fest, bei dem das ganze Dorf zusammenkommt und die Älpler und Tiere, die nach den Sommermonaten wieder ins Tal kommen, willkommen heißen. Die Verbindung von Tradition und Moderne zeigt sich auch in der Architektur: Alte Bauernhäuser mit Schindeln und dem, für die Region typischen, „Schopf“ wurden größtenteils renoviert und mit modernen Elementen verbunden.

Ansprechpersonen

Agenda-Koordinatorin und Gemeinderätin: Marlis Sejkora

Prozessbegleiter und Prozessbegleiterin: Peter Swozilek,  Kriemhild Büchel-Kapeller

LA21-Leitstelle im Bundesland: Büro für Zukunftsfragen

Prozessverlauf der Lokalen Agenda und Projekte

Was braucht es, damit in Schwarzenberg auch in Zukunft die hohe Lebensqualität gesichert ist? Diese Frage stellten sich im Mai 2017 über 90 BürgerInnen bei einem offenen Zukunftsabend im vollbesetzten Dorfsaal. Bei den ersten Treffen der Zukunftswerkstatt, die im Frühjahr 2017 stattgefunden haben, war die ganze Bevölkerung eingeladen, Themen einzubringen, die für die Zukunft von Schwarzenberg als wichtig erachtet wurden. Daraus entwickelten sich folgende 5 Arbeitsgruppen:

Die Arbeitsgruppe  „Miteinander“ hat sich das Ziel gesetzt, Begegnungsmöglichkeiten zwischen den Menschen in der Gemeinde zu schaffen. Dies könnte durch attraktive Sitzplätze an Wanderwegen oder durch eine Neubelebung der Idee „Dorfgasthauses“ geschehen. Hier können sich dann Menschen zum Reden, Jassen, Singen usw. treffen.

Energiesparen soll durch die Arbeitsgruppe „Energie“ wieder mehr ins Bewusstsein der Menschen gerückt werden. So werden im nächsten Schwarzenberg „Gmoundsblättle“ Energiespartipps stehen, in der Bücherei gibt es ab sofort Bücher zu diesem Thema, im Gemeindeamt und in der Bücherei können Stromverbrauchmessgeräte und Batteriemessgeräte ausgeliehen werden. Für 2018 ist ein Mobilitätstag geplant, bei dem Elektroautos ausprobiert werden können.

Die Arbeitsgruppe „Wohnen“ hat mit Hilfe von Fragebögen an alle Schwarzenberger Haushalte eine anonyme Wohnraumbedarfserhebung durchgeführt. Die Auswertung hat ergeben, dass die Schwarzenberginnen und Schwazenberger vor allem Eigentum erwerben wollen und nur ca. 20% der Menschen an einer Mietwohnung interessiert sind. Die genauen Details sollen in einer Abendveranstaltung 2018 berichtet werden.

Die Arbeitsgruppe „Tourismus, Landwirtschaft, Natur“ möchte, dass Menschen aus diesen Bereichen vermehrt miteinander ins Gespräch kommen. Angedacht ist ein Infofolder über Produkte, die bei Schwarzenberger Landwirten erworben werden können. Es sollen die traditionellen Verbindungswege zwischen den Weilern aktiviert und Stammtische mit Zeitzeugen eingerichtet werden, damit das Wissen über frühere Ereignisse und Lebensweisen nicht verloren geht.

Für ein familienfreundliches Schwarzenberg setzt sich die Arbeitsgruppe „Kinder und Jugend“ ein. Bereits im Juli 2017 wurden die Jugendlichen zu einem ungezwungen Treffen, der „Stube unter Sternen“, eingeladen, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Geplant sind weitere Treffen und eine Zusammenarbeit mit dem Familienverband.

Zu Beginn dieses Jahres wurden die Zwischenergebnisse aus den einzelnen Arbeitskreisen in einer Gemeindevertretungssitzung präsentiert (Resonanzschleife).

Gemeinderätin Marlis Sejkora, in deren Aufgabengebiet die Zukunftswerkstatt fällt, freut sich über die rege Mitarbeit der Bevölkerung und ist sich sicher, dass aus diesem Projekt wichtige Impulse für die Gemeinde entstehen werden.  Auch Bürgermeister Markus Flatz bedankte sich im Namen der Gemeinde beim Zukunftsausschuss und bei den Aktiven für das große Engagement und „freut sich auf weitere Umsetzungsschritte bei diesem schon jetzt erfolgreichen Projekt für ein lebenswertes Schwarzenberg.“

Ausblick

Gegen Ende des ersten Halbjahres 2018 soll wie im Vorjahr eine für die gesamte Bevölkerung öffentliche Projektpräsentation stattfinden. Dabei sollen die konkreten Ergebnisse aus den verschiedenen Arbeitskreisen vorgestellt werden, um weitere Ideen aufzugreifen und auch neue Aktive zu gewinnen.

Zudem wird es eine gesonderte Veranstaltung zum hochaktuellen Thema „Wohnraumbedarf und Leerstand“ geben. Die Arbeitsgruppen werden ihren Fokus auf die Verwirklichung der oben beschriebenen Projektideen richten.

Redaktion und Rückfragen

Dr. Kriemhild Büchel-Kapeller, Büro für Zukunftsfragen (ZuB), Amt der Vorarlberger Landesregierung
kriemhild.buechel-kapeller@vorarlberg.at; t 05574/511-20615; www.vorarlberg.at/zukunft