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Zeillern: Prozess des Monats 9/2019 Die Mostviertler Marktgemeinde Zeillern hat sich in den letzten Jahren als Wohlfühlgemeinde etabliert. Bei der Lokalen Agenda 21 geht es darum, die Aspekte eines familien- und umweltfreundlichen Ortes auszubauen, Themen wie Barrierefreiheit und ressourcenschonender Umgang sind der Bevölkerung wichtig.

Kurzprofil zur Gemeinde

Zeillern ist eine landwirtschaftlich geprägte Zuzugsgemeinde entlang der dynamischen Ost-Westachse im Umland von Amstetten mit einer Bevölkerung von rund 2.000 Personen. Über einen nahgelegenen Autobahnanschluss an die A1 wie auch den Bahnhof Amstetten ist sie gut erreichbar. Die Gemeinde gliedert sich in einen Hauptort und mehrere historisch gewachsene  Ortsteile sowie Einzelhöfe in Streusiedlungslagen. Positioniert ist sie als Wohn- und Wohlfühlgemeinde mit einem funktionierenden Kultur-, Vereins- und Pfarrleben. Die landschaftlich und touristisch attraktive Moststraße sowie der Jakobsweg verlaufen durch das Gemeindegebiet. Das Schloss Zeillern, seit 1976 im Besitz der Gemeinde, ist Dreh- und Angelpunkt des wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Lebens in der Gemeinde. Mit 16.000 Nächtigungen im Jahr und 30 Beschäftigten ist es auch ein wichtiger Arbeitgeber. Seit 1988 ist es Heimat des NÖ Blasmusikverbandes, von dem es vor allem auch für Weiterbildungen genutzt wird. Aber auch viele andere kulturelle Veranstaltungen und Musikseminare aus Klassik, Jazz und Chorgesang werden im Schloss abgehalten und dieses erfreut sich als Hochzeitslokalität großer Beliebtheit.

Ansprechpersonen

vor Ort: Bürgermeister Friedrich Pallinger
E-Mail: gemeinde@zeillern.gv.at

Prozessbegleitung: NÖ.Regional.GmbH
E-Mail: mostviertel@noeregional.at

Prozessverlauf der Lokalen Agenda 21 in Zeillern

Als Auftakt des Gemeinde21-Prozesses erfolgte im Jahr 2017 eine Bevölkerungsbefragung in Form eines Fragebogens. Ebenso wurde eine ganztägige Fachexkursion zum Thema „Schloss-Revitalisierungen“ durchgeführt. Vertiefende Themen-Workshops im Bereich „Umwelt, Energie Nachhaltigkeit“ sowie „Soziales“ wurden abgehalten und brachten wichtige inhaltliche Anregungen für den Prozess. Aufbauend auf diesem Input wurde in Absprache mit dem Kernteam ein Zukunftsleitbild für Zeillern erstellt.

Die Arbeitsschwerpunkte des Prozesses sind die „Modernisierung des Schlosses“, der „Ortskern“, die „Etablierung eines Leit- und Orientierungssystems“ (inkl. einer umfassenden Reform der Adressen und Postleitzahlen) sowie die „ökologische und soziale Nachhaltigkeit“ der Gemeindeentwicklung. Neben regelmäßigen Kernteamsitzungen und Absprachen zur Koordinierung des Gesamt-Prozesses gibt es mehre Projektgruppen, die sich mit der Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen befasst. Durch eine laufende Öffentlichkeitsarbeit wird die Bevölkerung über diese Aktivitäten informiert.

Projekte und Aktionen

Leitsystem: Zeillern hatte vor dem Prozess sechs Postleitzahlen sowie nur teilweise Straßenbezeichnungen. Dies führte aufgrund der Streu-Siedlungsstruktur zu Schwierigkeiten beim Auffinden von Ortsteilen. Eines der wichtigsten Projekte war die Etablierung eines neuen Leit- und Orientierungssystems, das logischen Regeln folgt und die Auffindbarkeit von Adressen – vor allem für Einsatzfahrzeuge – erleichtert.  Durch Projektgruppenarbeit und eine intensive Kommunikation mit der Bevölkerung konnte die Reform der Adressen und Postleitzahlen schließlich umgesetzt werden.

Schloss Zeillern: Dieses bedarf in den kommenden Jahren einer Modernisierung. Neben der durchgeführten Exkursion und Begehungen mit Fachexperten wird daran in einer Projektgruppe laufend intensiv gearbeitet. Planerausschreibungen, um die unterschiedlichen Anforderungen und Ideen in ein sinnvolles Gesamtkonzept zu bringen, wurden durchgeführt  und mit der umfassenden baulichen Umsetzung des Gesamtkonzepts wird 2020 begonnen werden.

Ortskern: Neben dem im Zentrum befindlichen Schoss wurden im Ortskern weitere Maßnahmen umgesetzt: Die Sicherung der Nahversorgung war angesichts der Pensionierung des früheren Betreibers Thema. Mittlerweile konnte der lokale Supermarkt erhalten und sogar die Verkaufsfläche erweitert werden. 2018 wurde eine „Barrierefreie Begehung“ durchgeführt, um die Gemeinde auf Barrierefreiheit hin zu überprüfen und in weiterer Folge zielgerichtet laufend Verbesserungen in diesem Bereich durchführen zu können. Studierende der New Design University in St. Pölten haben Entwürfe von modernen Buswartehäuschen für Zeillern erarbeitet. Eine Jury hat sich aus der Vielzahl kreativer Möglichkeiten für einen Typ entschieden, die in den kommenden Jahren im Gemeindegebiet umgesetzt wird.

Nachhaltige Gemeindeentwicklung: Zeillern ist 2019 dem e5-Programm beigetreten. Damit bekennt sich die Gemeinde zum nachhaltigen, zukunftsverträglichen Umgang mit Energie und Rohstoffen. So soll ein laufender Verbesserungsprozess und die optimale Nutzung von Energieträgern erreicht werden. Ein entsprechender Maßnahmenkatalog wird dafür erarbeitet.

Um die Rolle Zeillerns als Wohlfühlgemeinde weiter zu stärken und die Attraktivität als Lebensraum für Familien hervorzuheben, hat sich die Gemeinde entschlossen, im Rahmen eines Audit‐Prozesses die staatlichen Gütezeichen „Familienfreundliche Gemeinde“ und das UNICEF–Zusatzzertifikat „Kinderfreundliche Gemeinde“ zu erarbeiten. Dieser Prozess wird vorrangig im Jahr 2020 erfolgen. Im Sozialbereich will man sich gemeindeübergreifend in der Kleinregion Ostarrichi-Mostland noch stärker als bisher vernetzen und als „Familienfreundliche und kinderfreundliche Region“ zusammenarbeiten.

Ausblick

In nächster Zeit werden die Themen „Familienfreundliche Gemeinde“, „Kinderfreundliche Gemeinde“ sowie die „e5-Gemeinde“ ausgearbeitet werden. Daneben wird an den Projekten weitergearbeitet – allen voran an der Modernisierung des Schlosses. In den kommenden zwei Jahren möchte sich die Gemeinde ebenso verstärkt dem Thema Jugend widmen. Unter anderem ist die Etablierung eines Jugendraums geplant.

Redaktion und Rückfragen

Johannes Haselsteiner
E-Mail: Johannes.haselsteiner@noeregional.at

Bürgermeister Friedrich Pallinger
E-Mail: gemeinde@zeillern.gv.at

Die Inhalte dieser Seite wurden durch die NÖ.Regional.GmbH gestaltet.