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Wirtschaftlich problematische Arten Kalifornischer Signalkrebs, Spanische Wegschnecke, Bisamratte, Reblaus, Kastanien-Mimiermotte und Kartoffelkäfer zählen zu den wirtschaftlich problematischen Arten.

Arten, die wirtschaftlichen Schaden anrichten

Kalifornischer Signalkrebs

Im Jahr 1860 wurde die "Krebspest" von Nordamerika nach Europa eingeschleppt. Diese höchst ansteckende Infektion dezimierte die europäischen Krebsbestände stark. Um die Verluste auszugleichen, wurde der gegenüber diesem Pilz resistente Kalifornische Signalkrebs ausgesetzt, der nun seinerseits den einheimischen Edel-Flusskrebs akut bedroht. Denn der Kalifornische Signalkrebs ist gleichzeitig Überträger der Krebspest und sorgt daher für die weitere Ausbreitung dieser Krankheit. Außerdem besiedelt er die dieselben Gewässerökosysteme und ist aufgrund seiner höheren Wachstums- und Vermehrungsraten dem selten gewordenen heimischen Flusskrebs überlegen.

Spanische Wegschnecke

Diese Nacktschnecke wurde 1972 erstmals in Österreich gesichtet. Mittlerweile hat sie sich über Holztransporte, Topfpflanzen und Gartenabfälle über ganz Österreich verbreitet.  Binnen kürzester Zeit konnte sie sich als bedeutender Schädling an Gemüsekulturen im Freiland sowie in Gewächshäusern etablieren. Zunehmend wandert sie auch in naturnahe Ökosysteme ein und ist für den Rückgang heimischer Schneckenarten verantwortlich. Das ökologisch verträglichste und wirksamste Bekämpfungsmittel ist das händische Absammeln der Schnecken oder der Einsatz Indischer Laufenten.

Bisamratte

Wie viele andere Neobiota stammt auch die Bisamratte aus Nordamerika. Die heimische Population geht auf fünf in Prag ausgesetzte Pelztiere zurück, die dank ihrer hohen Vermehrungsraten innerhalb kürzester Zeit auch Österreich erreicht haben. Mittlerweile sind sie weit über die europäischen Seen und Bäche verbreitet. Zu den von ihnen verursachten Schäden zählt die Unterminierung von Uferbefestigungen und Dämmen, aber auch die Übertragung des gefürchteten Fuchsbandwurms. Aus ökologischer Sicht sind vor allem die Fraßaktivitäten der Bisamratte problematisch: Durch das Abknabbern von Röhrichtpflanzen können Uferstrukturen maßgeblich verändert werden. Daher werden die ursprünglich begehrten Pelztiere mittlerweile bejagt.

Reblaus

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Reblaus gemeinsam mit nordamerikanischen Weinreben eingeführt. Grund war die Resistenz der Reben gegenüber dem "Echten Mehltau", der kurz zuvor eingeschleppt worden war. Mit den neuen Reben breitete sich auch die Reblaus rasant über Europa aus. Ihre Saugtätigkeit an den Wurzeln führt zum Absterben der europäischen Reben. Erst Ende des 19. Jahrhunderts konnte der Vormarsch der Reblaus durch das Aufpfropfen der heimischen Sorten auf resistente nordamerikanische Sorten gestoppt werden. Allerdings wurde in jüngster Zeit erneut ein Auftreten der Reblaus beobachtet.

Kastanien-Miniermotte

Im 16. Jahrhundert gelangte die am Balkan heimische Rosskastanie nach Wien und bildet mittlerweile in ganz Mitteleuropa zahlreiche Alleen. Etwa vierhundert Jahre nach ihrer Einbürgerung wurde in Linz erstmals in Mitteleuropa die Kastanien-Miniermotte entdeckt. Es folgten explosionsartige Massenvermehrungen dieses kleinen Schmetterlings, ermöglicht durch ihre passive Windverdriftung sowie die hohen Fortpflanzungsraten von bis zu drei Generationen pro Jahr. Das Bild der von diesem Schädlingen befallenen Kastanienbäume ist vielerorts bekannt: bereits im August ausgetrocknete, vom Rand her eingerollte braune Blätter. Die durch die Fraßtätigkeit der Larven geschädigten Blätter wirken sich für den Baum mehrfach negativ aus: Neigung zu erneutem Austrieb im Herbst und damit erhöhte Frostanfälligkeit, verminderte Triebleistung im Frühjahr und erhöhte Anfälligkeiten für Krankheiten aufgrund einer Schwächung des Immunsystems. Um die Kastanienbäume zu erhalten, muss das Falllaub im Herbst entfernt und vernichtet werden, damit die in den Blättern überwinternden Puppen des Schmetterlings beseitigt werden.

Kartoffelkäfer

Der Kartoffelkäfer stammt aus Nordamerika, wo mit der Besiedlung im 18. Jahrhundert und durch den Anbau der Kartoffel eine explosionsartige Vermehrung dieses ursprünglich harmlosen Käfers eingesetzt hat. Eine Spur der Verwüstung nach sich ziehend durchquerte der Kartoffelkäfer innerhalb kurzer Zeit ganz Nordamerika und reiste als "blinder Passagier" auf Schiffen auch nach Europa, wo er während und nach dem Weltkrieg hohe Ernteverluste und damit enorme wirtschaftliche Schäden verursachte. Der Schaden entsteht durch den Verlust der Blattmasse aufgrund des Fraßes von Larven und Käfer, wodurch die Knollenbildung gehemmt wird. In Österreich ist der Kartoffelkäfer erstmals 1951 aufgetreten. Durch den Einsatz von Insektiziden ist es kurzfristig gelungen, den Kartoffelkäfer unter Kontrolle zu bringen. Derzeit ist aber wieder eine Zunahme feststellbar.