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Kärnten

 In Kärnten gibt es drei vielfaltleben-Gemeinden: Kappel am Krappfeld, Lendorf und Millstatt am See.

Kappel am Krappfeld

Die Gemeinde Kappel am Krappfeld war lange Zeit bekannt für ihre reichen Orchideenvorkommen. Änderungen in der landwirtschaftlichen Nutzung führten jedoch dazu, dass viele Orchideen verschwanden.Die fortschreitende Verbuschung auf den Flächen führt dazu, dass immer weniger Orchideen nachgewiesen werden können. Ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität ist, die Bevölkerung über den Wert und die Bedeutung der biologischen Vielfalt aufzuklären. Kennenlernen und Bestimmen sowie beobachten und zählen von ausgewählten Pflanzen- und Tierarten, Zusammenhänge erkennen und diese beschreiben, aber auch aktive Naturschutzarbeit durch persönlichen Einsatz und Engagement.

In der Gemeinde Kappel am Krappfeld werden die ehemaligen Orchideenwiesen mit Schülerinnen und Schülern sowie Gemeindebürgerinnen und -bürgern wiederhergestellt, Pflanzen und Tiere werden beobachtet und Entwicklungen dokumentiert. Das Bewusstsein über die Veränderungen soll dazu beitragen, Zusammenhänge zu erkennen und Engagement für Natur und Landschaft zu wecken.

Ziele:

  • ehemalige Orchideenwiesen gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern, Gemeindebürgerinnen und -bürgern wiederherstellen
  • Entbuschung und jährliche Pflegeaktionen mit Schulen zum Erhalt der Wiesen
  • Entwicklung der Flächen wird mit den Schülerinnen und Schülern über Jahre beobachtet und dokumentiert
  • Rückkehr der schwarzen Küchenschelle
  • Schülerinnen und Schüler erstellen unter Anleitung von Experten Unterrichtsmaterialien, die allen Gemeindebürgerinnen und -bürgern zur Verfügung gestellt werden. Die Unterrichtsmaterialien sollen das Bewusstsein für Naturwerte steigern und auf Besonderheiten in den regionalen Wiesen hinweisen.

Erwartete Ergebnisse:

  • bis Ende 2012 sollen mindestens 3 Wiesen gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern rekultiviert werden.
  • sukzessive mehr Flächen von den Grundeigentümern einbringen, rekultivieren und pflegen,
  • wieder Orchideen auf den Wiesen.
  • Schulen (Volksschule Kappel am Krappfeld und HAK Althofen): langfristige Kooperation mit der Gemeinde.
  • gute Zusammenarbeit und das Einverständnis der Grundeigentümerinnen und -eigentümern zur Pflege ihrer Flächen sowie zunehmendes Engagement der Gemeindebürgerinnen und -bürger durch Organisation gemeinschaftlicher Pflegeaktionen.
  • Dokumentation der Entwicklung der Flächen, die die Schülerinnen und Schüler mit Hilfe von Expertinnen und Experten über Jahre verfolgen.
  • von den Schülerinnen und Schülern gestaltete Unterrichtsmaterialien, die den Gemeindebürgerinnen und -bürgern zur Verfügung gestellt werden.

Beim vielflaltleben gemeinde-Champion 2012 konnte die Gemeinde Kappel am Krappfeld in der Kategorie "Mittelgroße Gemeinde" die Jury überzeugen und holte sich den Kategorie-Sieg.

Lendorf

Die Gemeinde setzt sich sehr für den Edelkrebs ein. Im Rahmen eines Hochwasserschutzprojektes wurde der Lendorfer Landschaftssee errichtet und mit unterschiedlichsten Bio­topstrukturen ausgestattet. Dieser dient nun seltenen Pflanzen- und Tierarten wie dem Edelkrebs als wertvoller Lebensraum. Durch die Einschleppung der Krebspest, einer tödlichen Pilzinfektion, wurden die meisten heimischen Flusskrebsbestände vernichtet. In Kärnten gibt es nur noch einige wenige, nicht infizierte Bestände. Mit dem Landschaftssee wurde somit ein Edelkrebs-Genpool geschaffen, der mithilft diese besondere Tierart zu erhalten. Lendorf beherbergt auch ein botanisches Juwel, das man in Österreich nur hier findet: die Gelbe Alpenrose (Rhododendron luteum), auch Lendorfer Wunderblume genannt. Sie wächst auf einer Naturschutzbundfläche, die der Verein regelmäßig betreut.

Millstatt am See

Die Marktgemeinde Millstatt hat in der letzten Zeit unterschiedliche Initiativen gesetzt, um die Biodiversität zu erhalten und das Umweltbewusstsein zu steigern. So konnte im Schuljahr 2016 zum zweiten Mal der Schulwandertag im Rahmen von Flurreinigungen dazu genutzt werden, den Kindern bereits im jungen Alter die Bedeutung von Umweltschutz näher zu bringen. Dank einer engen Zusammenarbeit mit den Naturfreunden und dem Alpenverein wird in wichtigen Naherholungsräumen der Fokus auf die Eindämmung von Neophyten gelegt und auch entsprechende Informationsarbeit im sorgsamen Umgang mit nicht heimischen Pflanzen gesetzt. Zusätzlich wurde noch dafür Sorge getragen, dass Millstatt auf den Einsatz von Glyphosat  im eigenen Wirkungsbereich verzichtet – ganz im Sinne des Vorsorgeprinzips und zum Wohle der Gesundheit, der Natur und der Bienen.