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Deutsch Wagram, Engelhartstetten, Enzesfeld-Lindabrunn und Fallbach

Deutsch-Wagram

Zahlreiche Fledermauskästen am Rußbach und am Marchfeldkanal montiert: In der Stadtgemeinde Deutsch-Wagram flattert es nachts! Deshalb wurden bereits zahlreiche Fledermauskästen am Rußbach und am Marchfeldkanal montiert, die liebevoll betreut werden. Auf Einladung der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal und der Stadtgemeinde veranstaltete die Koordinationsstelle für Fledermausschutz und -forschung in Österreich (KFFÖ) auch eine faszinierende Fledermausnacht. Hier wurde nicht nur von der Nützlichkeit dieser nachtaktiven Tiere berichtet (eine Fledermaus frisst bis zu 1.000 Insekten in einer Nacht), sondern auch darüber informiert, was jeder Mensch zum Fledermausschutz beitragen kann: zum Beispiel keine Insektizide und Pestizide verwenden, naturnah gärtnern, Dachböden offen halten, Fledermausquartiere betreuen und melden.

Engelhartstetten

Die Kleinstgewässer an der "Langen Luss", einer Acker- und Wiesenlandschaft bei Marchegg, sind ein bedeutender Lebensraum für bedrohte Amphibienarten.

Auf dem Gemeindegebiet der Gemeinde Engelhartstetten findet sich ein reichhaltiges Ensemble von gefährdeten Lebensräumen -von verzweigten Altarmen, über urwüchsige Kopfweiden bis zu trockenen Sandrasen. Die Marktgemeinde Engelhartstetten unterstützt die vielfaltleben-Kampagne bei den beiden Projekten "Amphibienlebensräume" und "Silikatsandrasen".
Die March-Thaya-Auen gehören zu den absoluten Hotspots der Artenvielfalt. Sie sind ein Refugium für mehr als 500 gefährdete Tier-und Pflanzen­arten. Durch die Regulierung der March im vorigen Jahrhundert ist die natürliche Dynamik des Flusses jedoch weitgehend verloren gegangen und artenreiche Sonderstandorte sowie die vorkommende Fauna und Flora sind in den March-Thaya Auen gefährdet. Deshalb müssen diese Lebensräume revitalisiert und gepflegt werden, um die Situation für Amphibien, Urzeitkrebse oder auch für das seltene Silbergras zu verbessern.

Bis vor wenigen Jahrzehnten waren an den Gewässern der Luss noch elf verschiedene Amphibienarten zu finden. Im Zuge der fortschreitenden Verlandung der ehemaligen Altarme trockneten auch die Amphibiengewässer mehr und mehr aus. 2009 konnten keine geeigneten Laichgewässer mehr festgestellt werden. Seltene Arten wie Donau-Kammmolch, Rotbauchunke und Moorfrosch drohten im Gebiet auszusterben, so die Ergebnisse einer Studie der Universität Wien.
Durch Einbringen von Flächen werden im Zuge der Kampagne wieder Amphibienlebensräume revitalisiert, für die gefährdete Uferschwalbe wird eine Ufersteilwand wieder instand gesetzt. Damit soll auch ein Beitrag für die Akzeptanz von Naturschutzmaßnahmen geleistet werden. 

Amphibien gehören zu den am stärksten bedrohten Tierarten Österreichs. Verantwortlich dafür ist die Zerstörung ihrer Laichgewässer. Alle 20 heimischen Amphibienarten sind gefährdet.

Enzesfeld-Lindabrunn

Beiträge zur Artenvielfalt der "Natur im Garten" - Gemeinde Enzesfeld-Lindabrunn.

Das Symposionsgelände in Lindabrunn ist zum Großteil schützenswertes Trockenrasengebiet und beherbergt viele seltene Arten von Tieren und Pflanzen. Das Gelände ist darüber hinaus Naherholungsraum, Kunstarena und Weidefläche zugleich. Es erfordert einen behutsamen Umgang sowie die Zusammenarbeit aller Beteiligten (Gemeinde als Eigentümer, Kunstverein, Schäfer). Die frühere Bezeichnung des Bergrückens war Gaisberg, der von den Bewohnern als Halt für Kühe, Ziegen, Schafe benutzt wurde und komplett kahl war, bis auf Kirschbäume, die gepflanzt wurden.

Nachdem die bäuerliche Bevölkerung zurückging, wurde auch die Halt nicht mehr gebraucht und der Föhrenbestand vermehrte sich. In den 1960 und 1970er Jahren wurden hier und im angrenzenden Steinbruch unter Prof. Matthias Hietz internationale Bildhauersymposien abgehalten. Viele der damals geschaffenen Steinobjekte sind im Gelände ausgestellt.

Jeder Versuch der Gemeinde, händisch die Sträucher und Bäume zu entfernen scheiterte. Mahden sind und waren wegen des steinigen und unebenen Geländes nur auf kleinen Flächen machbar.So hat sich die Gemeinde vor Jahren zu einem Pflegekonzept unter der wissenschaftlichen Anleitung von Prof. Wolfgang Waitzbauer, Universität Wien und Mag. Thorsten Englisch, Büro f. Vegetationsmonitoring, Populationsökologie & Naturschutzforschung in Wien, entschlossen. Das Gelände wird von bis zu 40 Mutterschafen beweidet, die Koppelung erfolgt in festgelegten Zonen um die Wildpflanzen und Tiere zu schonen. An diesem Pflegekonzept soll festgehalten werden. Darüber hinaus möchten wir gemeinsam mit der Bevölkerung, den ortsansässigen Vereinen und dem Kunstverein VSL auch Strauchschnitttage organisieren, um die Verbuschung einzudämmen und den Artenreichtum zu fördern.

Ökoflächen

In den vergangenen Jahren wurden auf Bracheflächen und auf Mähflächen entlang der Bahn Blumenwiesen angelegt, um die Arten zu fördern. Auch werden einige Raine aus diesem Grund nur mehr gezielt abgemäht. Diese sollen in den kommenden Jahren ausgeweitet werden.

Fallbach

Die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Fallbach nehmen sich gern Zeit für die Natur, sei es bei gemeinsamen Pflegearbeiten oder der Freizeitgestaltung. Viele Vorhaben und Projekte mit nachhaltigem Schwerpunkt im Hinblick auf kommende Generationen wurden bereits verwirklicht.

Im Zuge eines gemeindeübergreifenden Biotopverbundsystems wurden zum Beispiel auf Fallbacher Gemeindegebiet Maßnahmen auf einer Gesamtlänge von 4.970 Metern umgesetzt: Zahlreiche Landschaftsteiche und Feuchtflächen wurden angelegt bzw. bestehende erweitert, Gräben erhielten pendelnde Verläufe, die Auspflanzung unzähliger heimischer Bäume und Sträucher strukturiert die Gewässer.

So werden wichtige Lebensräume und Rückzugsorte für die Tier- und Pflanzenwelt geschaffen und durch deren Vernetzung ein Austausch ermöglicht, das Wasser wird vermehrt in der Region gehalten, die heimische Artenvielfalt geschützt, die Qualität des Grund- und Trinkwassers gesichert, regionales Kultur- und Naturerbe bewahrt und die Biodiversität gefördert. Den Erfolg dieser Bestrebungen, nämlich eine gesunde produktive Umwelt, die notwendige Erholung und Entspannung bietet, genießen die Bewohnerinnen und Bewohner zum Beispiel beim Gemeinde-Radwandertag.