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Staatz, Tattendorf, Ulrichskirchen-Schleinbach, Waidhofen an der Ybbs, Wolkersdorf im Weinviertel und Zillingdorf

Staatz

Der Staatzer Berg wächst mit Gehölzen zu. Der seltene Felstrockenrasen am Staatzer Berg brauchte daher Hilfe, und diese war auch möglich.

In der Marktgemeinde hegen und pflegen ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aus der Bevölkerung unter der Leitung von Fachleuten des Naturschutzbundes NÖ zwei besonders schützenswerte Lebensräume. Einer davon ist ein seltener Felstrockenrasen auf dem Staatzer Berg, der gefährdete Tier- und Pflanzengemeinschaften beheimatet. Diese benötigen direkte Sonneneinstrahlung und vertragen keine Beschattung, weshalb hier regelmäßig die Holzgwächse entfernt werden müssen. Um der Natur ein Stück Lebensraum zurückzugeben, die Wasserqualität und ­verfügbarkeit zu erhöhen und die Biodiversität zu födern, wurde in einem pionierhaften Projekt ein gemeindeübergreifendes Biotopverbundsystem initiiert: Auf Staatzer Gemeindegebiet wurden im Zuge dessen zahlreiche Teiche angelegt, kilometerlange Gräben verschlungen und Ufer abgeflacht sowie tausende Sträucher und Bäume gepflanzt.

Tattendorf

Tattendorf – der kleine Ort der großen Weine – liegt an der Grenze des „Steinfeldes“ und der „Feuchten Ebene“ im Wiener Becken, Niederösterreich.

Tattendorfs Umweltpolitik:

Das Gemeindegebiet ist von einer ausgeprägt monotonen Kulturlandschaft umgeben. Tattendorf setzt hier Akzente und sieht sich als Umweltgemeinde mit vielfältigen lokalen Maßnahmen zum Natur- und Umweltschutz und Teilnahme an zahlreichen nationalen und internationalen umweltbezogenen Aktionen. Durch einstimmigen Beschluss des Gemeinderates ist Tattendorf Mitglied im Klimabündnis seit 1997, baumfreundlichste Gemeinde NÖ seit 2001, NÖ Wassergemeinde seit 2008 und vielfaltleben-Gemeinde seit 2010. Viele Weinbauern und Landwirte vertreten den Grundsatz: gesunde Produkte aus einer gesunden Landschaft.

Umweltrelevante Projekte der Gemeinde Tattendorf sind beispielsweise:

Orts-Baumkataster, Ökobrachen, klimaökologische Begleitplanung, ökologisch verträglicher Hochwasserschutz, biologischer Landbau, Kultur-Landschaftsprojekt, Pensionsbäume, Geburtstags-Au und Naturspielplatz Bahnschottergrube. Rad-, Wander- und Spazierwege bieten Naherholung und weisen auf die Naturschönheiten des Ortes hin.

Der Triesting-Au-Radweg (Eurovelo 9) verbindet Tattendorf mit Oberwaltersdorf und Teesdorf. Mit dem St. Laurent-Weinwanderweg begründet Tattendorf eine neue Tradition des Weinanbaues rund um den St. Laurent, der in seinem Bouquet und seiner Farbe nur hier von höchster Güte zu finden ist. Sieben Erlebnispunkte beschreiben die Landschaft und das Verhältnis Tattendorfs zum Wein. Eine Station ist die ehemalige Bahnschottergrube, welche sich im Verlauf der Jahrzehnte zu einem hochwertigen naturbelassenen Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere entwickeln konnte. Aber auch als Abenteuer- und Naturspielraum haben viele Kinder schon schöne und aktive Stunden hier erlebt – Raumnutzung im Einklang mit der Natur.

Mit der Teilnahme an der Aktion „Pensionsbäume“ des Österreichischen Naturschutzbundes seit Herbst 2000 wurden zahlreiche lebende und bereits abgestorbene Bäume als „Pensions-Bäume“ gekennzeichnet. 5,3 Hektar Mischwald in der Triesting-Au werden zur Gänze als Naturwaldzelle der Natur zur Verfügung gestellt und das Wildholz seiner ökologischen Funktion überlassen. Eine gesunde Au mit reicher Flora und Fauna ist der Lohn dieser Aktion.

Tattendorf

Ulrichskirchen-Schleinbach

In der Gemeinde Ulrichskirchen-Schleinbach ist der Gedanke des Naturschutzes bereits bei den jüngsten Gemeindebürgern stark verankert und schon Teenager setzen sich stark für den Schutz der Natur ein.

Vor allem die Wechselkröte profitiert von diesem Engagement.

Obwohl die Gemeinde bereits ein artgerechtes Gewässers fertiggestellt hat, befindet sich die Wechselkröte in Ulrichskirchen-Schleinbach weiterhin in einer eher schlechten Lebenssituation. Geeignete Gewässer gibt es, abgesehen von einzelnen Gartenteichen, im gesamten Gemeindegebiet „natürlicherweise“ nicht mehr. Selbst, wenn die noch nicht lange existierende Grube, nahe dem ehemaligen Ziegelofen, das Wasser lange genug halten kann, ist zwar ein erster Schritt in die Richtung, der Wechselkröte wieder genügend Raum zu geben, getan, ausreichend ist dieser jedoch noch nicht.

Maximilian Juhasz engagiert sich, obwohl er noch Schüler ist, bereits seit mehreren Jahren intensiv, um Wechselkröten einen besseren Lebensraum zu schaffen. Mit einem fertigen Plan hat er dann die Gemeindevertretung aufgesucht und dann einen Vortrag über Wechselkröten und die Möglichkeiten ihrer Förderung vor den Gemeinderäten gehalten. Nach der Klärung der Eigentumsfragen hat er dann selbst dafür gesorgt, dass an den geeigneten Stellen Grassoden abgehoben und flache, verdichtete Vertiefungen geschaffen wurden, in denen sich Regenwasser sammeln kann. Regelmäßig betreut er „sein“  Projekt und achtet darauf, dass seine ausgewählten Plätze krötenfreundlich bleiben.

2014 hat es noch keinen Laicherfolg an diesen Plätzen gegeben, was wohl damit zusammenhängen wird, dass der Winter und der Frühling in unserer Region extrem trocken waren und sich die neu geschaffenen Krötenplätze erstmals sehr spät im Frühling nach heftigen Gewittern mit Wasser füllten.

Waidhofen an der Ybbs

Für den im Eigentum der Statutarstadt Waidhofen/Ybbs stehenden Buchenberg hat der Gemeinderat  bereits im Jahre 2008 die „Charta Buchenberg“ mit wesentlichen Schutz-und Entwicklungszielen festgelegt.

Heimische, seltene und gefährdete Pflanzen und Tiere sollen auf Dauer einen Lebensraum erhalten und die Vielfalt an Lebensräumen wird für ein weites Spektrum an heimischen Lebewesen gefördert. Zur Erreichung dieses Zieles wurde in Zusammenarbeit mit der Universität für Bodenkultur, Institut für Waldbau, ein Diplomand durch die Stadt Waidhofen/Ybbs mit dem wesentlichen Themenschwerpunkt „Erhaltung und Förderung der Biodiversität am Naturpark Buchenberg“ beauftragt.

Basierend auf dieser Diplomarbeit sollen Naturwaldzellen mit einer Gesamtfläche von 13,32 Hektar (5,1 Prozent des Buchenbergs) geschaffen und stehendes und liegendes Totholz im stärkeren Maße im Wald belassen werden, sodass die hohe ökologische Bedeutung des Totholzes für das Ökosystem Wald am Buchenberg einen entsprechenden Stellenwert erhält – Totholz beheimatet eine Vielzahl gefährdeter Arten, insbesonders Käfer, Pilze.

Aber auch weitere Artenschutzprojekte, wie die naturnahe Bewirtschaftung des Landschaftsschutzgebietes Buchenberg durch die Schaffung von naturnahen, vitalen, artenreichen und gut strukturierten Wäldern, sollen angestrebt werden und wird durch den multisensorischer Waldlehrpfad das Ökosystem Wald spielerisch und erlebnisorientiert vermittelt. In der Waldschule Buchenberg werden Themen des Ökosystems Wald aber auch umweltpädagogische Themenbereiche zur Artenvielfalt angeboten.

Heimische Wildtiere und deren Lebensräume kann der Besucher im Naturerlebnispark Buchenberg hautnah erleben. Dieser widmet sich u.a. auch der Thematik jener Wildtiere, deren Lebensraum zerstört wurde und wieder einwandern, wie z.B. Luchs, Wolf und Wildkatze. Ein weiterer Lebensraumaspekt für Pflanzen und Tiere wurde durch zwei Feuchtbiotope im Landschaftsschutzgebiet Buchenberg geschaffen.

Waidhofen an der Ybbs

Wolkersdorf im Weinviertel

Mit dem Ziel, einige unberührte oder brachliegende Flächen im Gemeindegebiet zu erhalten oder zu verbessern, wurden vor ca. 10 Jahren die ersten Projekte zum Naturschutz initiiert.

Die Wolkersdorfer Umweltinitiative WUI, Dorferneuerungsvereine sowie Einzelpersonen haben in den letzten 10 Jahren die unterschiedlichsten Aktionen zum Naturschutz gestartet: Wanderungen und Radausflüge zu schützenswerten Gebieten wurden angeboten und auch zahlreich genutzt. Von Biologen geführte Ausflüge auf der „Spur der Biber“, der Suche nach dem Frauenschuh oder zum Lebensraum des Bienenfressers stoßen auf großes Interesse. Mit diesem Informationsangebot möchte die Gemeinde die Gebiete für Einheimische und Touristen als Ausflugsziele attraktiv machen.

An erster Stelle steht jedoch die Sensibilisierung der Bevölkerung für „ihre“ Naturschätze, die den meisten gar nicht als schützenswert bewusst sind.

Projekt "Naturschutz in Wolkersdorf"

Das gestiegene Interesse und die Notwendigkeit, diese naturschutzfachlich wertvollen Gebiete zu pflegen waren der Anlass, ein Projekt mit dem NATURSCHUTZBUND NÖ gemeinsam zu initiieren. Typische, seltene und einzigartige Frei- und Grünräume der Gemeinde wurden im Rahmen der 2003 durchgeführten Studie „Frei- und Grünräume der Gemeinde Wolkersdorf“ naturkundlich erhoben und beschrieben (Thomas Melauner und Josef Semrad). Drei der acht darin bearbeiteten Standorte waren dann später Inhalt des Projektes „Naturschutz in Wolkersdorf".

Auf dieser Basis beschloss der Gemeinderat, gemeinsam mit dem Land NÖ und dem NATURSCHUTZBUND NÖ, als Projektleiter, aktiv zu werden. Als Projektgebiete wählte man den Wartberg in Riedenthal, Hohlwege in Münichsthal und die „Sandgstettn“ im Hochleithenwald aus. EU, Bund und Land Niederösterreich förderten das Projekt aus Mitteln der Ländlichen Entwicklung (LEADER-Programm) und auch die Stadtgemeinde Wolkersdorf trug finanziell dazu bei. Damit konnte eine umfangreiche Untersuchung gestartet werden, mit dem Ziel, den Zustand der drei wertvollen Gebiete zu erheben und besonders schützenswerte Zonen festzulegen. Ein Team aus Biologen untersuchte Fauna und Flora – DI Josef Semrad die Vögel, DI Manuel Denner die Tagfalter, Mag. Johannes Hill die Reptilien, DI Yvonne Schneemann die Vegetation. Mag. Margit Gross, Geschäftsführerin des NATURSCHUTZBUND NÖ, übernahm die Projektleitung, Christian Schrefel die Kommunikation und Koordination vor Ort. In der Sandgstettn untersuchten einige Klassen des Wolkersdorfer Gymnasiums mit ihrem Lehrer Mag. Rudolf Rozanek zusätzlich die Artenvielfalt. Das Ergebnis, das im Rahmen des Biologieunterrichts zustande kam, wurde in Buchform publiziert.

Mehr zur Stadtgemeinde Wolkersdorf und den Naturschutzaktivitäten können Sie in der Zeitschrift des Naturschutzbunds Österreich nachlesen. (Natur und Land, Sommerheft 2-2012 - Wolkersdorf)

Zillingdorf

Im Rahmen einer internationalen Konferenz in Bratislava zum Thema Alpen-Karpaten-Korridor wurden auch die Verdienste der Gemeinde Zillingdorf im Bereich der Ökologie gewürdigt. In der Gemeinde bemüht man sich schon seit vielen Jahren die bereits vorhandenen und neu geschaffenen Biotope zu vernetzen. Das Ziel ist, den Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu verbessern und den Austausch zwischen diesen Trittsteinbiotopen zuzulassen und zu fördern. So wurden heuer zu Jahresbeginn zwei neue Absetzbecken im Bereich des Hauswiesgrabens fertiggestellt. Hier ist ein weiteres, wertvolles Biotop entstanden. Im Rathaus selber sind derzeit 20 Europäische Sumpfschildkröten zuhause, die später in die Zillingdorfer Feuchtbiotope ausgewildert werden.