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Insekten: Scharlachkäfer, Osterluzeifalter und Alpenbock

Alpenbock (Rosalia alpina)

Der "schönste Käfer Europas" ist gefährdet. Zum einen gilt der Alpenbock als beliebtes Sammlerobjekt, zum anderen fehlt der notwendige Lebensraum.

Altes oder abgestorbenes Holz ist in unseren heimischen Wäldern nur mehr selten zu finden. Die nachhaltige Nutzung in der Fortwirtschaft beinhaltet meist nur den Erhalt und Zuwachs von Jungbäumen, der Prozess der Alterung und der Zerfall werden hingegen nicht berücksichtig. Die Mehrheit der Bäume wird im besten Alter abgeholzt, ein natürliches Ende finden die wenigsten.

Dieses Alt- oder Totholz ist die Lebensgrundlage des Alpenbocks. Die Weibchen wählen als Brutstätte bevorzugt altes Buchenholz in sonniger Lage. Die Eiablage erfolgt in Rissen im Holz oder Verletzungen der Rinde. Für die Entwicklung vom Ei über mehrere Larvenstadien und der Puppe bis hin zum Käfer braucht der Alpenbock etwa drei Jahre. Kritisch wird dieser Prozess wenn die blau-grau gemusterten Käfer ihre Eier in Holzstapel legen, die abtransportiert werden. Für den Nachwuchs ist die Überlebenschance dann gleich null.

Die 15-38 Millimeter großen Krabbeltiere gelten in der gesamten Europäischen Union als gefährdet und sind daher besondern schützenwert. Ihr Bestand kann aber nur durch den Erhalt ihres natürlichen Lebensraums gesichert werden.

Österreichische Bundesforste (ÖBf)

Osterluzeifalter (Zerynthia polyxena)

Der Osterluzeifalter ist ein heikler Esser. Ihm schmeckt überhaupt nur eine Blume und das ist, wie der Name schon sagt, das Osterluzei, auch Pfeifenblume genannt.

Mustermix aus Wellen, Zacken und Punkten

Die Ritterfalter mit einer Flügelspannweite von etwa 5,5cm fallen vor allem durch ihre außergewöhnliche Zeichnung auf. Den gelblichen Grundton zieren schwarze Binden und Zacken, ein Wellenmuster mit Punkten bildet einen kunstvollen Rand um die filigranen Flügel. Der Osterluzeifalter schlüpft im Frühjahr und sammelt von Ende März bis Juni eifrig Blütennektar.

Viermal Metamorphose bitte!

Die Eiablage erfolgt auf der Unterseite der Blätter der Osterluzei. Nach etwa 4 wochen schlüpfen schwarze Raupen aus den Eiern, die sich später rotgelb bis grell-orange färben und mit ihren rötlichen Dornenhöckern ganz schon gefährlich aussehen. Die kleinen Raupen verspeisen als erstes den Blütenkelch ihrer „Kinderstube“ und widmen sich dann den Blättern.

Nach 4-5 Wochen verwandelt sich die Raupe in eine schlanke, gelblich-graue Gürtelpuppe. So überwintert der Osterluzeifalter auf Zweigen, bevor er im nächsten Jahr als Schmetterling schlüpft.

Osterluzeifalter findet von Kleinasien über Südeuropa bis zum südlichen Mitteleuropa immer lokal verbreitet. Diese lokalen Begrenzungen sind auf die Abhängigkeit von der Pfeifenblume als Nahrungsgrundlage zurückzuführen. Die Pflanzen bevorzugen heiße, trockene Hänge und felsige Gebiete wie Weingärten und Flussauen- In Österreich findet man die Schmetterlinge in Wien, Niederösterreich, dem Burgenland und der Steiermark bis zu einer Seehöhe von etwa 400 Metern.

Das Neueste vom Osterluzeifalter

Neue Gebiete wurden vom Osterluzeifalter wieder besiedelt! Zu unserer positiven Überraschung hat der Osterluzeifalter sein bisheriges Areal, das im Süden der Steiermark seit etwa fünf Jahren bis Silberberg reichte, weitere 25 km übersprungen und ist wiederum – wie vor 100 Jahren – bis Graz–St. Martin verbreitet.
Am 3. Mai 2013 wurden dort 11 Schmetterlinge festgestellt. Mit einem Besitzer der Flächen wurde vereinbart, ein gemeinsames Management zur Erhaltung der Pflanzen- und Schmetterlingspopulation zu planen und zu verwirklichen. Auch ein wenig positiv überrascht waren wir, dass der Osterluzeifalter selbstständig in den Klimaschutzgarten in Gosdorf gefunden hat und dort Eier ablegte.

Scharlachkäfer (Cucujus cinnaberinus)

Ihren Namen hat diese Plattkäferart ihrem Aussehen zu verdanken. Nun soll das Rot des Scharlachkäfers die Aufmerksamkeit auch auf seinen Lebensraum lenken: den Auwald. Er steht damit stellvertretend für alle bedrohten Auwaldbewohner.

Den Scharlachkäfer findet man unter der Rinde von absterbenden oder toten Laubbäumen in Auen. Auch die Larven entwickeln sich dort. Durch Risse in der Rinde gelangen die Tiere ins Freie oder von neuem unter die Rinde - sie können sich nicht wie die meisten holzbewohnenden Käfer selber ein Loch nagen.

Die Weibchen legen ihre Eier unter die Rinde geeigneter Bäume, wobei der Zersetzungsgrad der Bastschicht sehr wichtig ist. Wirtspflanzen sind hauptsächlich Pappeln, Ahorn, Buche, Rosskastanie und Eichen. Man findet die Larven in feuchtem, durch Zersetzung braunem Bast.

Die Art ist als FFH-Art geschützt, der Erhaltungszustand ist Österreichweit allerdings ungünstig. So hat sich vielfaltleben nun zum Ziel gesetzt, die naturverträglichere Bewirtschaftung des Auwaldes als Lebensraum des Scharlachkäfers zu forcieren. Konkret sollen Maßnahmen in den nächsten beiden Jahren schwerpunktmäßig in den Tullnerfelder Donauauen gesetzt werden