ENSREG fordert Wiederherstellung der Kontrolle ukrainischer Aufsichtsbehörde über alle kerntechnischen Anlagen in Ukraine

Nach einer ersten außerordentlichen Sitzung am 27. Februar 2022 hielten die Mitglieder der Europäischen Gruppe der Regulierungsbehörden für nukleare Sicherheit (ENSREG) am 6. und 10. März 2022 zwei weitere außerordentliche Sitzungen ab. 

Anwesend waren neben den Vorsitzenden der Aufsichtsbehörden auch Vertreter:innen der IAEO (Internationale Atomenergie-Organisation), der WENRA (Western European Nuclear Regulators Association), der Europäischen Kommission sowie der ukrainischen Aufsichtsbehörde (SNRIU). ENSREG ist eine unabhängige Expert:innengruppe, die im Jahr 2007 auf Basis eines Entschlusses der Europäischen Kommission gegründet wurde. 

ENSREG verurteilt die Besetzung der Sperrzone Tschornobyl durch russische Streitkräfte sowie die Angriffe auf das Kernkraftwerk Saporischschja und das Forschungszentrum in Kharkiv auf das Schärfste. Die Gruppe weist auf die potenziell schwerwiegenden Folgen eines Angriffs auf kerntechnische Anlagen hin und bezeichnet solche Handlungen als „absolut inakzeptabel“. Die Gruppe ist sich aber einig, dass etwaige Folgen von Angriffen auf kerntechnische Anlagen regionale Auswirkungen hätten und auf angrenzende Nachbarländer begrenzt wären.

ENSREG fordert die russischen Streitkräfte auf, die Standorte Tschornobyl und Saporischschja unverzüglich zu verlassen, damit ein sicherer Betrieb gewährleistet und eine Reparatur der Schäden ermöglicht werden kann. Die Gruppe fordert nachdrücklich, jegliche Militäroperationen in der Nähe kerntechnischer Anlage einzustellen. ENSREG zeigt sich auch besorgt über die Sicherheit der Forschungsreaktoren in der Ukraine, die besonders für die Bevölkerung vor Ort Auswirkungen haben würden. 

Die Expert:innengruppe wiederholt den dringenden Appell, die Kontrolle der ukrainischen Aufsichtsbehörde (SNRIU) über alle kerntechnischen Anlagen in der Ukraine wiederherzustellen.