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Auswirkungen der Kernkraftwerkunfälle Bei einem schweren Kernkraftwerkunfall können große Mengen radioaktiver Stoffe freigesetzt werden. Diese gelangen in die Umwelt und somit in die Nahrungskette.

Auswirkung schwerer Kernkraftwerksunfälle auf die Umwelt

Bei einer unkontrollierten Freisetzung kann es durch das Austreten von radioaktiven Gasen und anderen radioaktiven Stoffen, die an Staubteilchen (Aerosole) gebunden sind, zu einer Gefährdung der Bevölkerung kommen. Die so entstehenden radioaktiv kontaminierten Luftmassen können sich je nach Windstärke und Windrichtung über weite Distanzen ausbreiten. Die radioaktiven Stoffe werden entlang des Ausbreitungsgebietes abgelagert (trockene Deposition). Bei Regen kommt es zum Auswaschen der radioaktiv kontaminierten Luftmassen und somit zu einer verstärkten Ablagerung der radioaktiven Stoffe auf dem Boden (nasse Deposition).

Die Auswirkung eines schweren Kernkraftwerksunfalls hängt nicht ausschließlich vom Bautyp der Anlage ab, sondern ist von verschiedenen Faktoren abhängig, wie zum Beispiel vom Unfallszenario, der Menge an freigesetzten Stoffen, der Entfernung zum Unfallort, der Windrichtung, dem Niederschlag und der Jahreszeit.

Strahlenbelastungspfade bei einem radiologischen Notfall

Bei einem radiologischen Unfall können die freigesetzten radioaktiven Stoffe auf unterschiedlichen Pfaden zu einer Strahlenbelastung der Menschen führen. Hier sind vor allem vier Pfade von Bedeutung:

  • Wolkenstrahlung ist die Strahlung aus den durchziehenden kontaminierten Luftmassen (Submersionsdosis)
  • Bodenstrahlung ist die Strahlung der am Boden abgelagerten Radionuklide
  • Einatmen von in der Luft befindlichen radioaktiven Stoffen (Inhalation)
  • Verzehr von radioaktiven Stoffen mit der Nahrung (Ingestion)

Gesundheitliche Auswirkungen

Ionisierende Strahlung kann Zellen und somit Organe schädigen, indem sie verändernd auf die Erbsubstanz einwirkt. Je nach Art und Höhe der Strahlenbelastung kann dies zu einer Gefährdung der Gesundheit führen. Der Organismus kann durch Strahlung bedingte Zellschäden bis zu einem gewissen Grad kompensieren zum Beispiel mit Hilfe von Reparaturmechanismen. Bei hohen Strahlenbelastungen stößt das Reparatursystem aber an seine Grenze.

Man unterscheidet zwischen stochastischen und deterministischen Strahlenschäden:

Stochastische Strahlenschäden

Stochastische Strahlenschäden treten erst Jahre bis Jahrzehnte nach der Exposition auf. Die Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines solchen Schadens ist umso höher, je höher die Dosis ist. Für diese Strahlenschäden gibt es keine Schwelle, ab der der Schaden eintritt. Zu den stochastischen Effekten gehören vor allem Veränderungen in der Erbsubstanz, mit der möglichen Folge Tumore (wie zum Beispiel Schilddrüsenkrebs) zu entwickeln.

Deterministische Strahlenschäden

Diese Strahlenschäden werden durch eine sehr hohe Exposition in einem kurzen Zeitraum ausgelöst und treten sofort oder innerhalb weniger Wochen auf. Deterministische Strahlenschäden treten erst ab einer bestimmten Schwellendosis auf. Je höher die Strahlendosis ist, desto schwerer ist die "Strahlenerkrankung", die bei einer extremen Exposition bis zum Tod führen kann. Betroffen sind in erster Linie die Blutbildungsorgane, die Schleimhäute des Magen-Darmtraktes und der Luftwege, sowie die Keimzellen.

Bei einem schweren Kernkraftwerksunfall ist das Auftreten von akuten Strahlenschäden nur in der unmittelbaren Umgebung eines Reaktors vorstellbar. Im Fall von Tschernobyl waren die Aufräumarbeiter, die sogenannten Liquidatoren, der ersten Tage nach dem Unglück betroffen. Alle Schutzmaßnahmen in Österreich dienen ausschließlich der Verminderung von stochastischen Strahlenschäden.

Menschen können auf zwei Arten ionisierender Strahlung ausgesetzt sein:

Externe Exposition

Die Strahlung wirkt von außen auf den menschlichen Körper ein, es werden keine radioaktiven Stoffe in den Körper aufgenommen. Nach Kernkraftwerksunfällen wird diese Strahlung vor allem von radioaktiven Staubteilchen verursacht, die anfangs in der Luft schweben (Submersionsdosis) und sich schließlich am Boden oder anderen Oberflächen ablagern (Bodenstrahlung). Der beste Schutz ist hier Abschirmung, wobei Häuser eine sehr gute Abschirmung darstellen.

Interne Exposition

Die Strahlenbelastung wird durch in den Körper aufgenommene radioaktive Stoffe verursacht. Dies kann vor allem durch das Einatmen kontaminierter Luft (Inhalation) und durch das Essen von belasteten Nahrungsmitteln (Ingestion) erfolgen.

Strahlenschutzratgeber (PDF, 2 MB)