Der Gebrauch von Cookies erlaubt uns Ihre Erfahrungen auf dieser Website zu optimieren. Wir verwenden Cookies zu Statistikzwecken und zur Qualitätssicherung. Durch Fortfahren auf unserer Website stimmen Sie dieser Verwendung zu.

Unfallphasen Bei einem radiologischen Notfall aufgrund eines Kernkraftwerk-Unfalls unterscheidet man verschiedene Phasen, in denen unterschiedliche Schutzmaßnahmen notwendig sind.

Die Phasen eines radiologischen Notfalls:

Bei einem radiologischen Unfall mit großräumiger Freisetzung von radioaktivem Material wie zum Beispiel bei einem Kernkraftwerksunfall unterscheidet man zwischen vier Phasen.

  • Die Vorwarnphase, beginnt mit dem Bekanntwerden eines Unfalls und endet mit dem tatsächlichen Eintreffen der radioaktiven Luftmassen („radioaktiven Wolke“). Diese Phase kann mehrere Stunden bis Tage andauern.
  • In der Kontaminierungsphase (Wolkenphase), die sich über Stunden bis Tage erstrecken kann, kommt es zum tatsächlichen Durchzug der radioaktiv kontaminierten Luftmassen und zur Ablagerung von radioaktiven Stoffen.
  • Die Zwischen- und Spätphase beginnen mit dem Zeitpunkt, in welchem der Durchzug der radioaktiven Luftmassen und die Ablagerung radioaktiver Stoffe beendet sind und enden, wenn die normalen Lebensbedingungen wieder hergestellt sind.

Schutzmaßnahmen

In den einzelnen Phasen eines Unfalls kommen unterschiedliche Belastungspfade zum Tragen und dementsprechend werden verschiedene Schutzmaßnahmen gesetzt.

  • In der Vorwarnphase muss die Behörde die Situation sehr schnell beurteilen, um dementsprechend rasch notwendige Vorsorgemaßnahmen zu empfehlen. Es ist wichtig, die Bevölkerung so schnell wie möglich zu informieren, um noch vor Eintreffen der radioaktiven Luftmassen notwendige Maßnahmen zu setzen oder vorbereiten zu können.
  • Die Belastung während der Kontaminierungsphase wird durch das Einatmen (Inhalation) und die Strahlung aus den durchziehenden Luftmassen (Submersion) bestimmt. Besonders in dieser Phase können persönliche Schutzmaßnahmen die Dosis für die Bevölkerung erheblich verringern.
  • In der Spätphase wird die Dosis vor allem durch die Nahrungsaufnahme (Ingestion) und die Bodenstrahlung bestimmt. Maßnahmen in der Landwirtschaft und im Lebensmittelbereich sowie Dekontaminierungsmaßnahmen stehen hier im Vordergrund. Im Gegensatz zu den früheren Phasen  haben die Behörden hier einen besseren Informationsstand und mehr Zeit um geeignete Maßnahmen festzulegen.