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Radon in Österreich Die Radonpotenzialkarte stellt die Radongefährdung der einzelnen österreichischen Gemeinden dar. Auf Basis von Radonmessungen in Wohnungen wurde für jede Gemeinde in Österreich ein Radonpotenzial berechnet.

Die Radonkonzentration in Innenräumen hängt vor allem vom Gebäudezustand und von der Beschaffenheit des Untergrundes ab. In einigen Gebieten Österreichs muss aufgrund der Beschaffenheit des Untergrundes mit erhöhter Wahrscheinlichkeit mit hohen Radonkonzentrationen in Gebäuden gerechnet werden. Im Sinne des Gesundheitsschutzes ist es daher sinnvoll, solche Gebiete zu identifizieren und dort entsprechende Maßnahmen zu treffen.

Bereits zwischen 1991 und 2002 wurden im Zuge des österreichischen nationalen Radonprojektes (ÖNRAP) über 20.000 Radonmessungen in österreichischen Haushalten durchgeführt. Die Auswahl der Haushalte erfolgte bevölkerungsrepräsentativ durch zufällige Auswahl.

Gleichzeitig mit den Messungen wurden durch einen Fragebogen bautechnische Angaben zu den gemessenen Haushalte erhoben. Mit Hilfe dieser Angaben konnte aus den Messergebnissen das "Radonpotenzial" eines Gebietes abgeleitet werden. Dieses charakterisiert ein Gebiet hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit für das Auftreten hoher Radonkonzentrationen in Gebäuden. Es ist ein von den speziellen Eigenheiten einzelner Messungen (zum Beispiel Art des Hauses oder Stockwerk, in welchem die Messungen durchgeführt wurden) unabhängiger Wert.

Zur einfacheren Handhabung wird das Radonpotenzial in drei Klassen eingeteilt. Bei der Radonpotenzialklasse 1 kann man annehmen, dass die Wahrscheinlichkeit für höhere Radonkonzentrationen in Gebäuden geringer ist. Bei der Radonpotenzialklasse 2 und 3 besteht eine jeweils höhere Wahrscheinlichkeit für höhere Radonkonzentrationen. Abhängig vom jeweiligen Radonpotenzial gelten Empfehlungen für die Bürgerinnen und Bürger hinsichtlich Radonmessungen in bestehenden Gebäuden sowie hinsichtlich Vorsorgemaßnahmen bei Neubauten und Generalsanierungen.

Aktuelle Situation

Die jüngste Strahlenschutz-Grundnormenrichtlinie der Europäischen Kommission wurde im Jahr 2014 veröffentlicht und trägt den Titel "Richtlinie 2013/59/Euratom zur Festlegung grundlegender Sicherheitsnormen für den Schutz vor den Gefahren einer Exposition gegenüber ionisierender Strahlung". Sie ist in österreichisches Recht umzusetzen und enthält detaillierte und weitreichende Maßnahmen zum Gesundheitsschutz bezüglich Radon.

Messung mit systematischer Auswahl

Um wiederum dem Gesundheitsschutz entsprechend Rechnung zu tragen, wurde eine großangelegte, österreichweite Messkampagne zu Radon in Innenräumen durchgeführt. Neben der Messung der Radonkonzentration wurden wiederum bautechnische Angaben zum Gebäude über einen Fragebogen erhoben. Anders als beim Vorläuferprojekt ÖNRAP erfolgten die Messungen in dieser Kampagne geografisch basiert durch systematische Auswahl. In dieser neuen Messkampagne wurden circa 70.000 Messungen in ganz Österreich durchgeführt. Auf Basis der dadurch erhobenen Messergebnisse und Daten wurden mit wissenschaftlichen Methoden Radonschutzgebiete und Radonvorsorgegebiete ermittelt.

In Radonschutzgebieten sind Maßnahmen zum Gesundheitsschutz von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern verpflichtend vorgeschrieben. Diese Maßnahmen sind im neuen Strahlenschutzgesetz festgelegt und werden in der zugehörigen Radonschutzverordnung näher beschrieben. Außerdem weist die Radonschutzverordnung jene Gemeinden aus, die zukünftig als Radonschutzgebiete gelten. In Radonvorsorgegebieten sind in Zukunft in Abhängigkeit von den jeweiligen Landesvorschriften vorbeugende Radonschutzmaßnahmen bei allen Neubauten vorzusehen.

Die Radonschutzverordnung befand sich von 8. April bis 20. Mai. 2020 in Begutachtung.

Hinweis:

Bei Vorsorgemaßnahmen im Strahlenschutz verwendet man das allgemein akzeptierte Modell, das besagt, dass das Lungenkrebsrisiko gleichmäßig (linear) mit der Radonkonzentration steigt. Das bedeutet, dass ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko nicht erst ab einem bestimmten Wert auftritt, sondern ein Referenzwert nur die Größe des Risikos in sinnvoller Weise anderen bestehenden Risken anpasst. Einen Referenzwert zu erreichen, bedeutet also ein (gesellschaftlich) noch akzeptiertes Risiko einzugehen. Es ist also durchaus sinnvoll, mittels einfachen Maßnahmen die Radonkonzentration auch dann zu senken, wenn sie unter den Referenzwerten liegt.

Es wird nochmals darauf hingewiesen, dass die Radonpotenzialkarte nur eine Aussage über die Wahrscheinlichkeit einer bestimmten Radonkonzentration liefert. Die tatsächliche Radonkonzentration in einem Gebäude kann nur durch eine Radonmessung bestimmt werden.