Radon in Betrieben in Radonschutzgebieten Studie

Die Studie wird in Kooperation von BMK und der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) von Juni 2021 bis etwa März 2022 durchgeführt. Es werden rund 150 Unternehmen gesucht, die im Gegenzug für kostenlose Messungen die bei ihnen erhobenen Daten und Informationen zur Verfügung stellen. Diese fließen in österreichweite Empfehlungen zur Erhebung der Radonkonzentration an Arbeitsplätzen ein.

Hintergrund

Das neue Strahlenschutzgesetz 2020 trat im Jahr 2020 in Kraft und regelt erstmals den Schutz von Arbeitskräften an Arbeitsplätzen in Radonschutzgebieten. Radonschutzgebiete werden in der Radonschutzverordnung ausgewiesen. Detaillierte Informationen zur Radonsituation in Österreich und zum Hintergrund der Festlegung der Radonschutzgebiete finden sich im Artikel „Radonkarte“.

Bei Radonschutzgebieten handelt es sich um Gebiete, in denen aufgrund der Eigenschaften des Bodens mit erhöhter Wahrscheinlichkeit mit hohen Radonkonzentrationen in Innenräumen zu rechnen ist. In diesen Gebieten sieht das Strahlenschutzgesetz 2020 vor, dass an allen Arbeitsplätzen im Erdgeschoß und in Kellergeschoßen die Radonkonzentration gemessen wird. Ziel ist der Gesundheitsschutz der Arbeitskräfte.

Um der Messverpflichtung nachzukommen, muss jene Person, die für die an diesen Arbeitsplätzen ausgeübten beruflichen Betätigungen verantwortlich ist, die Ermittlung der Radonkonzentration an jedem dieser Arbeitsplätze veranlassen. Die Messung muss von einer ermächtigten Überwachungsstelle durchgeführt werden. Eine Liste der ermächtigten Überwachungsstellen befindet sich im Artikel über ermächtigte Stellen in Österreich.

Zur Studie

Ablauf der Studie

Für die Studie steht ein Kontingent von Radonmessgeräten zur Verfügung. Zwischen 14. Juni und 30. Juli 2021 können sich Unternehmen für die Teilnahme an der Studie bewerben. Voraussetzungen für die Teilnahme:

  • Mindestens ein Standort des Unternehmens befindet sich in einem Radonschutzgebiet und hat Arbeitsplätze im Erdgeschoß oder in Kellergeschoßen.
  • Das Unternehmen ist durch die neuen rechtlichen Bestimmungen erstmals verpflichtet, die Radonkonzentration an Arbeitsplätzen zu erheben. Dies ist erfüllt, wenn das Unternehmen nicht vom Geltungsbereich der Natürliche Strahlenquellen-Verordnung erfasst war. Dies sind beispielsweise Wasserversorgungsanlagen, Unternehmen mit untertägigen Arbeitsbereichen und Radonkureinrichtungen.
  • Das Unternehmen ist bereit, seiner gesetzlichen Messverpflichtung im zweiten Halbjahr 2021 nachzukommen.

Die teilnehmenden Unternehmen werden aus den eingelangten Bewerbungen aufgrund ihrer Eignung für die Studie ausgewählt (Kriterien nachstehend) und umgehend vom BMK verständigt. Es besteht kein Rechtsanspruch. Um einen möglichst repräsentativen Querschnitt über Unternehmen in Radonschutzgebieten zu erhalten, werden bei der Auswahl Unternehmensgröße, Unternehmenssparte, Standort sowie Zeitpunkt der Bewerbung berücksichtigt.

Die Ergebnisse der Studie fließen in österreichweite Empfehlungen zur Erhebung der Radonkonzentration an Arbeitsplätzen in Radonschutzgebieten ein.

Bewerbung für die Teilnahme

Die Bewerbung erfolgt durch Übermitteln der vollständig ausgefüllten Bewerbungsdatei (Spalten A bis inklusive W) und der unterschriebenen Einwilligung zur Datenverarbeitung als Scan an radon@bmk.gv.at.

Hinweis

Die Bewerbungsdatei und die Einwilligung zur Datenverarbeitung werden während der Bewerbungsfrist bereitgestellt. Die Bewerbung für die Teilnahme an der Studie ist von 14. Juni bis 31. Juli 2021 möglich. Vor dem 14. Juni oder nach dem 31. Juli einlangende Bewerbungen werden nicht berücksichtigt.

Bitte beachten Sie folgende Hinweise zum Ausfüllen der Bewerbungsdatei:

  • Neben den Daten des Unternehmens und einer Kontaktperson werden zwei spezielle Informationen benötigt: eine eindeutige Standort-Identifizierung des betroffenen Standorts/der betroffenen Standorte und die Anzahl der benötigten Radonmessgeräte. Nähere Informationen dazu finden Sie in den nächsten Punkten.
  • Das BMK stellt im EDM (→ edm.gv.at) die technischen Voraussetzungen zur Generierung der eindeutigen Standort-Identifizierung zur Verfügung. Dafür wird über den Menüpunkt „ZAReg Stammdatenpflege“ für jeden Standort eine „Global Location Number“ (GLN) angezeigt. Diese GLN ist bei der Bewerbung anzugeben. In EDM stehen Anleitungen zur Registrierung und zum Anlegen der Standorte zur Verfügung.
  • Sollte ein Unternehmen mehrere Betriebsstätten oder Standorte umfassen, welche die Teilnahmevoraussetzungen erfüllen, so ist für jede Betriebstätte eine eigene Zeile in der Bewerbungsdatei auszufüllen. Das BMK behält sich vor auch nur einzelne Betriebsstätten oder Standorte auszuwählen.
  • Die Anzahl der benötigten Radonmessgeräte richtet sich grundsätzlich nach der Anzahl von Arbeitsplätzen, die sich im Erdgeschoß oder in Kellergeschoßen befinden. Davon sind Arbeitsplätze abzuziehen, wenn für diese eine Ausnahmevoraussetzung erfüllt ist. Außerdem können Arbeitsplätze unter bestimmten Voraussetzungen gemeinsam gemessen werden. Unter „Beispiele für Radonmessung in Radonschutzgebieten“  finden Sie hilfreiche Beispiele, die Ihnen die Anwendung der diesbezüglichen Vorgaben des Strahlenschutzgesetzes 2020 und der Radonschutzverordnung erleichtern sollen.
  • Ebenfalls anzugeben sind Name und Adresse der „verantwortlichen Person“. Das ist jene natürliche oder juristische Person, der die Verantwortung für die beruflichen Betätigungen zukommt, die an den vom Radonschutz betroffenen Arbeitsplätzen ausgeübt werden (§ 99 Strahlenschutzgesetz 2020).