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Modellvorhaben „Sanfte Mobilität – autofreier Tourismus“

Die österreichischen Bundesministerien unterstützten dieses Modellvorhaben, da es dazu beiträgt, einerseits ökologische und verkehrspolitische Ziele in die Praxis umzusetzen und andererseits geeignet ist, eine positive wirtschaftliche Entwicklung Österreichs insbesondere im Tourismus und bei innovativen Technologien, zu unterstützen. Dieses österreichische Modellvorhaben wurde zu einem erheblichen Teil in Regionalförderungsprogramme Europäischen Union integriert.

Werfenweng

Das Modellvorhaben ging auf Initiativen der beteiligten Bundesministerien und anderer Projektpartner zurück und wurde bereits Ende der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts gestartet.

Die Träger des Modellvorhabens

  • das ehemalige Bundesministerien für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW, Lebensministerium) als koordinierender Partner,
  • das ehemalige Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT)
  • das ehemalige Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend (BMWFJ)
  • das Land Salzburg
  • die beiden Modellgemeinden Neukirchen am Großvenediger und Werfenweng

Die damals zuständigen Abteilungen im BMLFUW und BMWFJ sind seit Jänner 2018 im neuen Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) angesiedelt. Neukirchen hat im Jahr 2006 die frühere Modellgemeinde Bad Hofgastein ersetzt, die nach erzielten Erfolgen (vor allem beim Einsatz von Elektro-Kraftfahrzeugen) zur „sanften Mobilität“ im Jahr 2005 ausgeschieden ist.

Modellgemeinden

Die Modellgemeinden wurden in einem Wettbewerb ausgewählt. Wesentliche Kriterien dabei waren unter anderem bisher umgesetzte Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung (Beschränkung des motorisierten Individualverkehrs) in Gemeindeteilen, geplante Vorhaben zur nachhaltig verträglichen Mobilität und entsprechende politische Beschlüsse sowie die Beteiligung der Wohnbevölkerung an der Planung und Umsetzung der Maßnahmen.

Unterstützung durch Bundesministerien

Die österreichischen Bundesministerien haben dieses Modellvorhaben unterstützt, da es dazu beigetragen hat, einerseits ökologische und verkehrspolitische Ziele in die Praxis umzusetzen und andererseits geeignet ist, eine positive wirtschaftliche Entwicklung Österreichs, insbesondere im Tourismus und bei innovativen Technologien, zu unterstützen.

Das österreichische Modellvorhaben "Sanfte Mobilität - autofreier Tourismus" wurde zu einem erheblichen Teil in Regionalförderungsprogramme Europäischen Union (insbesondere in das Interreg III B Alpenraumprogramm) integriert. Das bedeutet, dass damals rund 50 Prozent der Projektkosten mit Mitteln der Europäischen Union (EU) kofinanziert werden konnten.

Die Laufzeit des offiziell im Jahr 1998 gestarteten Modellvorhabens "Sanfte Mobilität - autofreier Tourismus" sollte 5 Jahre, betragen. Um die damals aktuelle Förderperiode der EU-Regional-förderung ausnützen zu können, einigten sich alle Projektpartner auf eine Verlängerung bis Ende 2007.

Neben den Trägern des Modellvorhabens ist Umsetzungspartnern eine wichtige Rolle zugekommen. Dazu zählen vor allem touristische Betriebe und Verkehrsunternehmen, beispielsweise die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), einschließlich ÖBB-Postbus und in den Modellregionen tätige private Bus- und Taxiunternehmen.

Verschiedene Elektrofahrzeuge in Werfenweng
Elektrofahrzeuge in Werfenweng Foto: Ernst Lung / BMVIT

Umweltfreundliche Urlaubsreisen

Der inhaltliche Aufbau des Modellvorhabens „Sanfte Mobilität - autofreier Tourismus“ hat im Wesentlichen dem Ablauf einer Urlaubsreise entsprochen, von der Information in den Herkunftsregionen der- zunächst noch zu gewinnenden - potenziellen Gäste über die Anreiselogistik, bis hin zur Mobilität in der Urlaubsregion. Die Nutzung von neuen Informations- und Kommunikationstechnologien zur Erleichterung der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel und für zahlreiche andere Dienstleistungen bildeten einen Schwerpunkt des Modellvorhabens.

Der Verzicht auf den eigenen Pkw soll nicht als asketisches Opfer zur Erreichung hoher Umweltziele erlebt werden, sondern auch Spaß machen. Im Modellvorhaben setzte man daher bewusst auf die Entwicklung und den Einsatz umweltverträglicher und nutzerfreundlicher Technologien, beispielsweise auf Elektroautos und -Fahrräder. Gerade im Urlaub sind viele Menschen bereit, neue Angebote zu testen. Wenn sich die in Modellorten- und -regionen angebotenen umweltverträglichen Mobilitätslösungen bewähren, wächst das Interesse, entsprechende Maßnahmen auch in anderen Regionen umzusetzen. Positive Erfahrungen im Urlaub können dazu anregen, das persönliche Mobilitätsverhalten im Alltag zu überdenken und zu ändern.

Durchgeführte Teilprojekte:

  • Mobilitätsanalysen für die Modellgemeinden Bad Hofgastein und Werfenweng (die Ergebnisse der Erhebungen wurden in der Schriftenreihe „Forschungsarbeiten aus dem Verkehrswesen“ des Bundesministeriums veröffentlicht)
  • Einrichtung eines Fahrplan-Informationssystems (siehe auch Interreg-Projekt Alps Mobility)
  • Einrichtung der Mobilitätszentrale Pongau im Bahnhof Bischofshofen mit den Partnern ÖBB Personenverkehr und ÖBB Postbus, Träger der Mobilitätszentrale ist der Gemeindeverband öffentlicher Verkehr Pongau (siehe auch Interreg-Projekt Alps Mobility)
  • Erarbeitung von Verkehrskonzepten für die Modellgemeinden
  • Umsetzung der Verkehrskonzepte: Verkehrsberuhigungsmaßnahmen in den Modellorten (autofreie Ortszentren, Verbesserung der Bedingungen zum Gehen und Radfahren)
  • Einrichtung des Werfenweng - Shuttles (eines Anrufsammeltaxis vom Bahnhof Bischofshofen nach Werfenweng als Ergänzung des Linienbusverkehrs). Dieses erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit: Im Jahr 2017 fuhren rund 26.000 Fahrgäste mit dem Werfenweng-Shuttle. Eine Erweiterung des Angebots, vor allem nach Werfen, ist geplant.
  • Förderung des Kaufs von rund 100 elektrisch angetriebenen Kraftfahrzeugen (Kfz) in den Modellgemeinden Bad Hofgastein und Werfenweng:
    In beiden Modellgemeinden zusammen wurde der Kauf von 100 Elektro-Kfz im Rahmen des Modellvorhabens gefördert, davon 31 Fahrräder mit elektrischem Hilfsmotor, 51 Elektromofas, 15 Elektroautos und 3 Leicht-Elektromobile.

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