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Sensible Gebiete

Nachhaltig umweltverträglicher Verkehr und Tourismus in Sensiblen Gebieten: Pilotprojekt Region Neusiedler See/Fertö-tó – ein Österreichisch-Ungarisch-Slowakisches Schirmprojekt.

Die Region Neusiedler See/Fertö-tó wurde als Modellregion ausgewählt, weil sie als ökologisch besonders sensible Weltkulturerbe Region auch einen besonders sensiblen Umgang mit Verkehr und Infrastruktur verlangt und nicht nur mit dem Nationalpark Naturschutz betrieben werden soll, sondern auch Kulturbewahrung. Mit dem österreichisch-ungarisch-slowakischen Schirmprojekt wurden modellhafte Maßnahmen entwickelt und in abgestimmten Einzelmaßnahmen umgesetzt, damit die Anforderungen von Umwelt und Weltkulturerbe, Mobilität und Verkehr, Wirtschaft und Tourismus im Sinne einer nachhaltigen und einer grenzüberschreitenden Regionalentwicklung in Einklang gebracht werden können.

Im Rahmen des Schirmprojektes wurden Projekte in 5 Arbeitsmodulen umgesetzt:

  1. Pilotprojekte für innovativen Öffentlichen Verkehr in Gemeinden
  2. Regionaler Öffentlicher Verkehr und Mobilitätszentrale Burgenland
  3. Ökomobilität und Ökotourismus
  4. Nachhaltiger Wirtschaftsverkehr und regionale Entwicklung
  5. Maßgeschneiderte Infrastrukturen und neue Fahrzeugtechnologien

Die Projektprioritäten und Module – einschließlich der Vorschläge zu Umsetzungs­projekten - werden in grenzüberschreitender Zusammenarbeit, insbesondere basierend auf einem Abkommen der österreichischen und ungarischen Umweltminister, ausgearbeitet.

Das Schirmprojekt wurde in Österreich von den damaligen Bundesministerien für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT), für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) und für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) und dem Land Burgenland umgesetzt und finanziert und durch die Gemeinschaftsinitiative INTERREG des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Das Projektvolumen betrug rund 10 Millionen Euro. Es wird mit Unterstützung und Mitfinanzierung von zahlreichen Partnern umgesetzt.

Die Projektumsetzung wurde mit Ungarischen und Slowakischen Behörden im EU INTERREG IIIA Programm zwischen Österreich-Ungarn und Österreich-Slowakei koordiniert. Die Umsetzungspartner in Österreich sind: Freistadt Eisenstadt, Stadt Neusiedl/See, Stadt Purbach, Gemeinden Breitenbrunn, Mörbisch, Neusiedler See Tourismus GesmbH, Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel und Regionalverband Neusiedler See, Österreichische Bundesbahnen (ÖBB), Postbus GmbH, Raab Ödenburg Ebenfurther Eisenbahn.

Die Umsetzungspartner in Ungarn sind : Fertö Hanság Nemzeti Park, Ungarisches Ministerium für Umwelt und Wasser, Ungarische Stabstelle für Regionalentwicklung. Die Umsetzungspartner in der Slowakei sind: Selbstverwaltungseinheit Region Bratislava.

Projekthintergrund

Österreich ist Lead Country zum Kapitel "Schutz von Sensiblen Gebieten" im Follow-Up der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (UNECE) Wiener Deklaration für Verkehr und Umwelt und ist federführend im UNECE-Weltgesundheitsorganisation (WHO) Paneuropäischen Programm für Verkehr, Gesundheit und Umwelt (THE PEP) engagiert. Die Lead Country Initiative wird in Österreich vom Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) und dem Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) getragen.

Die ökologisch sensible Region Neusiedler See Region/Fertö-tó erfordert einen besonders sensiblen Umgang mit Verkehr und Infrastruktur und wurde daher für exemplarische, modellhafte Umsetzungen ausgewählt.

Region Neusiedler See/Fertö-tó

Die Region Neusiedlersee/Fertö-tó ist eine einzigartige Landschaft mitten im Herzen Europas. Das Zentrum dieser vielfältigen Natur- und Kulturlandschaft bildet der flache, etwa 320 Quadratkilometer große Steppensee. Die Kulturlandschaft der Region Neusiedler See wurde 2001 gemeinsam mit dem ungarischen Teil des Sees von der UNECSO zum Weltkulturerbe erklärt. Das Gebiet des Welterbes umfasst als Kernzone das Biosphärenreservat Neusiedler See sowie die Kulturlandschaft um den See mit der historischen Altstadt von Rust und dem Schloss in Nagycenk.

Nicht nur die geologische und geomorphologische Vielfalt dieses Gebietes ist eine Besonderheit. Ebenso bietet diese Landschaft am Übergang zwischen Alpen und der Ungarischen Tiefebene Lebensraum für eine einzigartige Vielfalt von Pflanzen- und Tierarten, die aus dem pannonischen, alpinen und auch dem mediterranen Bereich kommen und hier aufeinander treffen. Neben Flora und Fauna verfügt das junge Weltkulturerbe durch das Aufeinandertreffen von germanischen, slawischen und finno-ugrischen Sprachgruppen auch über eine außergewöhnliche ethnische Vielfalt. Ein reiches archäologisches Erbe sowie die oftmals gut erhaltene alte Bausubstanz der Orte prägen die Landschaft in kultureller und ästhetischer Sicht.