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Green Finance


Nachhaltige Finanzen: Die Mobilisierung von privatem Kapital und die Umlenkung von Finanzströmen in Richtung emissionsarme Strukturen stellt eine bedeutende Voraussetzung für die Erreichung des Pariser Klimaschutzabkommens dar. Die Klima- und Energiestrategie der Österreichischen Bundesregierung #mission2030 sieht deshalb die Erarbeitung einer „Green Finance Agenda“ vor.

Solar Campus Eberstalzell
Solar Campus Eberstalzell, Foto: BMLRT / Alexander Haiden

Im von Österreich ratifizierten Pariser Klimaabkommen ist das Ziel definiert, die Erderwärmung auf 2°C zu begrenzen und Finanzmittel mit einer emissionsarmen Entwicklung in Einklang zu bringen. Der zusätzliche Finanzierungsbedarf für die Erreichung der Klima- und Energieziele bis 2030 - etwa für Infrastruktur oder Forschung - wird für Europa von der Europäischen Kommission auf 180 Milliarden Euro jährlich geschätzt. Dafür müssen öffentliche und private Finanzen sowie das damit verbundene Investitionsumfeld kosteneffektiv und nachhaltig zur Einhaltung der Klima- und Energieziele beitragen. Der Finanzmarkt kann einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Ziele leisten. Private Investitionen sollen verstärkt mobilisiert werden, in Energie-, Verkehrs- und Klimaschutzprojekte zu investieren.

Leuchtturm Green Finance

Die österreichische Klima- und Energiestrategie sieht im Rahmen des Leuchtturms zu Green Finance unter Einbindung des Privatsektors vor,

  • geeignete Green Finance Instrumente zu identifizieren,
  • investitions- und strukturpolitische Reformen voranzutreiben, die den Übergang zu einer kohlenstoffarmen und energieeffizienten Wirtschaft erleichtern,
  • für den Standort Österreich ein nachhaltiges, zukunftsorientiertes und sicheres Investitionsumfeld sicherzustellen und
  • negative “Lock-In Effekte“ zu vermeiden.

Wesentlich ist jedenfalls eine kosteneffektive Mobilisierung privaten Kapitals bei gleichzeitiger Vermeidung von Marktverzerrungen und der Sicherstellung der Finanzmarktstabilität.

Booklet: Divestment und Nachhaltig Investieren

Klimabündnis und Umweltministerium präsentieren einfach verständliche Informationen zu Nutzen und Chancen nachhaltiger Investments sowohl für Anlegerinnen und Anleger als auch die Umwelt.

Mit den Beschlüssen der internationalen Staatengemeinschaft zum Pariser Klimaschutzabkommen und den nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) der Vereinten Nationen wird das fossile Wirtschaftssystem zunehmend zu einem Auslaufmodell. Es benötigt einen tiefgreifenden Strukturwandel, um die schrittweise Dekarbonisierung im Laufe des 21. Jahrhunderts zu schaffen. Dieser Wandel betrifft auch das Finanzsystem, das bei Einhaltung der Ziele einer klimaverträglichen und nachhaltigen Umgestaltung unterzogen werden muss.

Auf internationaler Ebene ist bereits eine starke Dynamik zum Themenkomplex "Klimaschutz und Finanzmarkt" zu spüren. In Österreich sprechen wir zwar auch schon seit Jahren von nachhaltigen Investitionen, aber der Weg in Richtung Abzug fossiler Kapitalanlagen hin zur klimaverträglichen Investitionslandschaft ist noch ein langer. Woran es mangelt, sind vielfach gut informierte Akteurinnen und Akteure. Dieses Heft liefert eine Übersicht, warum ein kritischer Blick auf das Thema „Divestment und nachhaltige Investitionen“ ein zukunftsweisender Schritt sein kann – für die eigene Geldbörse, das Klima und die Gesellschaft.