IPCEI Mikroelektronik und Kommunikationstechnologien (Mikroelektronik II)

Logo: Gefördert durch die Europäische Union (in Englisch)

Im Juni 2023 wurde das IPCEI Mikroelektronik und Kommunikationstechnologien als zweites IPCEI im Bereich Mikroelektronik durch die Europäische Kommission beihilferechtlich genehmigt. Insgesamt nehmen 100 Unternehmen aus 19 Mitgliedstaaten der Europäischen Union an diesem Vorhaben teil – davon sechs österreichische Unternehmen.

Am IPCEI Mikroelektronik II beteiligen sich insgesamt 100 (direkte und assoziierte) Partner aus 19 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU). Hierzu werden von privater Seite bis zu 13,7 Milliarden Euro investiert. Die Mitgliedstaaten schütten Beihilfen in Höhe von bis zu 8,1 Milliarden Euro aus. Das IPCEI beschäftigt sich mit Forschungs- und Entwicklungsprojekten in den Bereichen Mikroelektronik und Kommunikationstechnologie. Dabei werden alle Schritte der Wertschöpfungskette abgedeckt, von Materialien und Werkzeugen bis hin zu Chipdesigns und Fertigungsprozessen.
Das Vorhaben hat zum Ziel, die digitale und grüne Transformation zu ermöglichen, indem innovative und wettbewerbsfähige Lösungen geschaffen werden und gleichzeitig energieeffiziente und ressourcenschonende Elektroniksysteme sowie Herstellungsmethoden entwickelt werden. Die Projekte tragen damit zum technologischen Fortschritt in verschiedenen Sektoren bei, darunter Kommunikation (5G und 6G), autonomes Fahren, künstliche Intelligenz und Quantencomputing. Zudem werden Unternehmen im Bereich der Energieerzeugung, -verteilung und -nutzung bei ihrem Übergang zu nachhaltigen Praktiken unterstützt.

Österreich nimmt mit fünf direkten Partner und einem assoziierten Partner am IPCEI Mikroelektronik II teil. Das BMK und das Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft (BMAW) stellen für die fünf direkten Partner Beihilfen in Höhe von maximal 225 Millionen Euro bereit. Die Finanzierung erfolgt mit 125 Millionen zum Teil aus Mitteln des Europäischen Wiederaufbaufonds – Next Generation EU.
Bereits im Herbst 2020 hat die Republik Österreich die erste Phase der Interessensbekundung für das IPCEI Mikroelektronik II durchgeführt. Insgesamt zwölf Unternehmen haben hier Projektskizzen in den Bereichen Packaging, Kommunikationstechnik, Leistungselektronik, Prozessoren, Prozesstechnik und Sensoren eingereicht. Aufgrund des großen Interesses und der inhaltlichen Fokussierung beider involvierter Ressorts wurden die Bemühungen auf europäischer Ebene daraufhin intensiviert.
Nachdem die österreichische Teilnahme am IPCEI Mikroelektronik II im April 2021 in den Österreichischen Wiederaufbauplan aufgenommen wurde, wurde die zweite Stufe zur Interessensbekundung mit Juni 2021 ausgeschrieben. Auf Basis der Entscheidung einer internationalen Jury wurden im September 2021 sechs österreichische Unternehmen zur Teilnahme am weiteren Prozess auf europäischer Ebene ausgewählt.
Im Juni 2023 erfolgten schlussendlich die Genehmigungen von fünf österreichischen Unternehmen.
Die Ministerien arbeiten gemeinsam mit der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und der Austria Wirtschaftsservice (aws) an der nationalen Umsetzung der Einzelprojekte. FFG und aws waren bereits intensiv an der Begleitung des Genehmigungsprozesses beteiligt.

Von österreichischer Seite sind an der Mikroelektronik-Initiative die Unternehmen AT&S, AVL, EEMCO, Infineon Austria und NXP Semiconductors Austria als direkte Partner beteiligt:

AT&S hat sich zum Ziel gesetzt, neue anspruchsvolle Kompetenzfelder in der Halbleiterindustrie zu erschließen. Dafür werden einzigartige Kapazitäten in der Forschung und Entwicklung sowie eine Produktion für Hochleistungs-IC-Substrate und Advanced-Packaging-Technologien aufgebaut. Dieses europaweit konkurrenzlose Innovationszentrum ermöglicht es, die zukünftige Nachfrage nach Verpackungslösungen für die nächsten Mikrochipgenerationen auch über die 2-Nanometer-Grenze hinaus zu bedienen. 

AVL erforscht und realisiert innovative, hochpräzise, Hardware- und Software-basierte Entwicklungswerkzeuge und Validierungstechnologien für neueste Sensoren, Halbleiter-Chips, Leistungselektronik, Batterien, Brennstoffzellen und Cybersicherheit in elektrifizierten, automatisierten und vernetzten Fahrzeugen. Diese ermöglichen energieeffiziente und zuverlässige Mikroelektronik-Komponenten und Kommunikationssysteme für eine grünere, sicherere und bessere Welt der Mobilität.

EEMCO stellt die Herstellung von hochqualitativen SiC-Einkristallen zur Verwendung in der Leistungselektronik und in der alternativen Energieherstellung in den Mittelpunkt der Aktivitäten. EEMCO kann durch die Unterstützung des Projektes die Errichtung einer hochmodernen KI-unterstützen Pilotproduktion voranbringen. Die Verwendung grüner Energie und die Implementierung von europäischen Recyclingketten stellen wichtige Rahmenbedingungen dar.

Infineon Austria forscht und entwickelt an wegweisenden Fertigungstechnologien der Leistungselektronik. Ein Fokus liegt in neuen Halbleitermaterialien Siliziumkarbid und Galliumnitrid. Diese Energiesparchips bringen mehr Leistung, höchste Energieeffizienz und minimieren den CO2-Fußabdruck im Internet der Dinge oder der Mobilität. Sie sind Schrittmacher für die Dekarbonisierung und Digitalisierung und ein wesentlicher Beitrag zur Erreichung der Klimaziele.

NXP Semiconductors Austria fokussiert auf Forschung und Entwicklung von hochsicheren Prozessorarchitekturen, intelligenten und energieeffizienten Lokalisierungslösungen und zuverlässigen Batteriemanagement-Systemen sowie deren erster industrieller Anwendung. Gemeinsam mit anderen Partnern leistet NXP damit einen signifikanten Beitrag zur Resilienz elektronikbasierter Systeme, sowie zur sicheren Digitalisierung und grünen Transformation.

Als assoziierter Partner nimmt von Seiten Österreichs Silicon Austria Labs (SAL) teil: 

Silicon Austria Labs (SAL) entwickelt mikroelektronische Komponenten wie Sensoren, Aktuatoren und Kommunikationsbauteile basierend auf nachhaltigen Fertigungstechnologien wie Dünnschichtverfahren. Der 1.100 m² große Forschungsreinraum ermöglicht unterschiedlichste Forschungsprojekte sowie Kleinserienfertigung für Industriebetriebe, KMUs oder Start-Ups. Hochinnovative Forschung wird mit exzellenter Infrastruktur und dem SAL-Kooperationsmodell kombiniert, um Prototypen der Zukunft zu entwickeln.

Links:

Pressemitteilung der Europäischen Kommission zur Genehmigung:
Important Project of Common European Interest (europa.eu)

Kontakt:

Victor Pérez Delgado, MSc
Stabsstelle EU Innovation und Technologie
Radetzkystraße 2, 1030 Wien
Mobiltelefon: +43 664 887 42 40 3
E-Mail: victor.perez-delgado@bmk.gv.at

Falko Loher Bakk. MA
Stabstelle EU Innovation und Technologie
Radetzkystraße 2, 1030 Wien
Telefon: +43 (0) 1 711 62 653305
Mobiltelefon: +43 664 8188910
E-Mail: falko.loher@bmk.gv.at