Biokraftstoffbericht 2021  Biokraftstoffe im Verkehrssektor

Nach der Österreichischen Kraftstoffverordnung 2012 besteht in Österreich die Verpflichtung, bezogen auf den Energiegehalt, zumindest einen Anteil von 3,4 % der in den Verkehr gebrachten fossilen Ottokraftstoffe und zumindest 6,3 % der fossilen Dieselkraftstoffe durch erneuerbare Energie zu substituieren.

Titelblatt "Biokraftstoffe im Verkehrssektor 2021"

Im Jahr 2020 wurden in Österreich insgesamt 6,08 % der fossilen Kraftstoffe durch Biokraftstoffe substituiert, die Substitutionshöhe blieb damit im Vergleich zum Vorjahr annähernd gleich. Im Vergleich zu 2019 gab es 2020 einen starken Rückgang bei den in Verkehr gebrachten Kraftstoffen von insgesamt rund -13 % (-11,4 % bei Dieselkraftstoffen -17,5 % bei Ottokraftstoffen, -40,6 % bei Biodiesel in Reinverwendung - B100). Grund für den Rückgang von B100 waren die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie. In Summe wurden rund 415.000 Tonnen Biodiesel, rund 9.600 Tonnen Hydriertes Pflanzenöl (HVO) und rund 82.000 Tonnen Bioethanol in Verkehr gebracht. Die in Verkehr gebrachten Mengen an HVO haben sich im Vergleich zu 2019 mehr als halbiert, für 2021 ist mit einer weiteren Reduktion der Mengen zu rechnen, da ab 1. Juli 2021 aus Palmöl hergestelltes HVO nicht mehr auf die Ziele der KVO angerechnet werden kann.

Durch das elektronischen Monitoring Systems der UBA GmbH „Elektronischer Nachhaltigkeitsnachweis- elNa“ liegen seit 2013 für Österreich Daten betreffend die Nachhaltigkeit über die verwendeten Rohstoffe der in Österreich produzierten und in Verkehr gebrachten Biokraftstoffe vor. Für den Bereich der österreichischen Biokraftstoffproduktion wurden 2020 für Biodiesel 68 % Altspeiseöl – inklusive tierische Fette und Fettsäuren  – sowie 28 % Raps eingesetzt. Wiederum wurde kein Palmöl für die Produktion von Biodiesel in Österreich verwendet.

Zur Produktion von Bioethanol wurden 32 % Mais, gefolgt von 27 % Weizen und etwa 10 % Triticale eingesetzt. Des Weiteren wurde Stärkeschlamm aus der vorgelagerten Weizenstärkeanlage der Anlage in Pischelsdorf im Ausmaß von 25 % eingesetzt.

Der Rohstoffmix der in Österreich in Verkehr gebrachten Biokraftstoffe stellt sich hingegen unterschiedlich dar. Für Biodiesel ist der wichtigste Rohstoff mit Abstand Raps (78 %), gefolgt von Soja mit rund 15 %. Beim Ethanol ist der Unterschied der Rohstoffzusammensetzung im Vergleich zu dem in Österreich produzierten Ethanol ebenso deutlich, der Anteil von Mais beträgt rund 63 %, gefolgt von 20 % Weizen 6 % Triticale und 5 % Zuckerrüben. Das aus Stärkeschlamm produzierten Ethanol wird in Österreich nur in geringer Menge von 3 % in Verkehr gebracht.

Der Grund für den unterschiedlichen Rohstoffmix im Vergleich zwischen in Österreich produzierten und in Verkehr gebrachten Biokraftstoffen besteht vor allem darin, dass die aus Abfällen und Reststoffen produzierten Biokraftstoffmengen, die eine hohe CO2-Einsparungen im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen aufweisen, im benachbarten Ausland höhere Priese erzielen, da in einigen Ländern spezielle Anreizsysteme für derartige Biokraftstoffen bestehen.

2020 wurde zu ersten Mal der elektrischer Strom, der durch Letztverbraucher:innen nachweislich als Antrieb für elektrisch betriebene Kraftfahrzeuge im Bundesgebiet eingesetzt wurde, auf die Ziele der KVO zur Anrechnung gebracht. Insgesamt wurden im Berichtsjahr 2020 rund 53.000 GJ an erneuerbarem Strom angerechnet. Es ist zu erwarten, dass sich die anrechenbaren Strommengen in den nächsten Jahren deutlich erhöhen werden.