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Ressourcennutzung und Außenhandel Der versteckte Ressourcenverbrauch: Die Bedeutung des Österreichischen Außenhandels für den gesamten Ressourcenbedarf unseres Landes steigt.

Einfluss des internationalen Handels auf den Materialverbrauch

Im Materialverbrauch Österreichs spielen Importe und Exporte eine zunehmend große Rolle: Viele  Grundstoffe der österreichischen Produktion und auch höher verarbeitete Güter werden heute importiert, gleichzeitig steigt die Masse exportierter Güter. Global gesehen kommt  es dabei zu einer stärkeren räumlichen Trennung zwischen Produktion und Konsum der Produkte.

Vorleistungen in anderen Ländern

Die wachsende internationale Arbeitsteilung in der Extraktion von Rohstoffen und ihrer Verarbeitung führt dazu, dass einerseits mit unseren Importen ein erheblicher Materialaufwand in anderen Ländern verbunden ist, andererseits auch bei uns viele Ressourcen in Produkte des Exportes gesteckt werden. Diese Materialien werden bei Grenzübertritt nicht in der Masse der Handelsgüter erfasst.

Um den gesamten Ressourcenbedarf eines Landes beurteilen zu können, müssen daher in der Berechnung des heimischen Ressourcenverbrauchs diese Vorleistungen (die sogenannten Rohmaterialäquivalente = RME) der Importe und Exporte mitberücksichtigt werden. Dadurch ergibt sich eine neue Perspektive auf die globalen Umweltauswirkungen, die mit dem Ressourcenverbrauch eines Landes verbunden sind.

Vorreiterrolle Österreichs

Derzeit werden von EUROSTAT die RME für die Mitgliedsstaaten berechnet, basierend auf den Daten einer gesamteuropäischen monetären IO-Tabelle, die durch ressourcenspezifische Koeffizienten für Europa ergänzt wird.

In Österreich werden schon seit einigen Jahren seitens des Instituts für Soziale Ökologie der Universität für Bodenkultur im Auftrag des Bundesministeriums methodische Arbeiten zur Abschätzung der RME für Österreich vorgenommen. In diesem hybriden Modell wird eine Input-Output-Analyse mit LCA basierten Koeffizienten (Life Cycle Assessment) für jene Produkte ergänzt, deren physische Verflechtungen über monetäre IO Tabellen nicht adäquat abgebildet sind.

Basierend auf diesem Modell entwickelte das Institut für Soziale Ökologie ein Excel-Tool zur Berechnung der Rohmaterialäquivalente (RME) für Österreich. Damit sind seit 2018 im Sinne einer umfassenden Darstellung die RME des österreichischen Außenhandels für die Berichtsjahre 2008 bis 2014 auf der Website der Statistik Austria verfügbar.