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Umweltschadstoffe Chemikalien finden heutzutage in einer Vielzahl von Produkten Anwendung. Einige dieser Stoffe können schädliche Auswirkungen auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit haben. Hier finden Sie Informationen über eine spezielle Gruppe an gefährlichen Chemikalien, die unter dem Begriff POPs (persistent organic pollutants, in Deutsch: langlebige organische Schadstoffe) zusammengefasst sind.

Was sind POPs?

POP ist die Abkürzung für den englischen Begriff persistent organic pollutant (persistente/langlebige organische Schadstoffe). Es handelt sich dabei um Chemikalien, die sich einerseits in Lebewesen (und hier besonders im Fettgewebe) anreichern und andererseits aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften über weite Strecken transportiert werden können. Einmal in die Umwelt freigesetzt, verweilen sie dort viele Jahrzehnte.

Sie erhalten einen Überblick über jene Schadstoffe, die zu dieser Chemikaliengruppe zählen, und in welcher Art sie verwendet wurden und werden. Wir informieren Sie über bestehende rechtliche Maßnahmen gegen POPs (vor allem über das Stockholmer Übereinkommen über persistente organische Schadstoffe) und Überwachungsprogramme. Weiters finden Sie Vorschläge, wie Sie Schadstoffbelastungen vermeiden können, um sich und Ihre Familie aktiv zu schützen.

Diese Seite beantwortet Fragen wie:

Wie können wir uns vor POPs schützen?

Was haben Silvesterraketen mit POPs zu tun?

Welche Unterrichtsmaterialien gibt es?

Schädliche Auswirkungen

POPs können krebserregend wirken, in den Hormonhaushalt (zum Beispiel Fruchtbarkeit) eingreifen oder das Immun- und Nervensystem beeinträchtigen. Die Hormonwirksamkeit von DDT führt beispielsweise bei Vögeln zu einer Störung der Kalzium-Einlagerung in die Eischale, wodurch die Eier schon bei geringeren Belastungen zerbrechen.

Warum sind POPs so gefährlich?

Darüber hinaus besitzen POPs eine Kombination aus Eigenschaften, die sowohl für unsere Gesundheit als auch für die Umwelt äußerst problematisch sind:  

  • Persistenz (Langlebigkeit)
    Die Substanzen sind besonders langlebig und bleiben für viele Jahre unverändert. Manche haben zum Beispiel eine Halbwertszeit im Boden von bis zu 20 Jahren, das heißt nach 20 Jahren ist erst die Hälfte der Ausgangssubstanz abgebaut.
  • Bioakkumulation
    Die Stoffe werden von Lebewesen aufgenommen und vor allem im Fettgewebe gespeichert. Dadurch werden sie in der Nahrungskette angereichert. Besonders hoch ist die Belastung mit diesen Schadstoffen daher an der Spitze der Nahrungskette, zum Beispiel bei großen Fischen und Raubtieren, aber natürlich auch beim Menschen.
  • Weltweite Verbreitung
    Als flüchtige Verbindungen bleiben POPs nicht am Entstehungs- oder Einsatzort, sondern werden weiträumig über die Atmosphäre verbreitet. Sie sind daher weltweit, sogar in abgelegenen Gebieten fern jeder Industrie – wie in der Ant-/Arktis – und auch in unseren Alpen nachweisbar. So kann zum Beispiel das Insektizid Mirex, das in Österreich nie zugelassen war, im österreichischen Alpengebiet nachgewiesen werden.

Daher trat im Jahr 2004 die Stockholm-Konvention in Kraft, ein internationales Übereinkommen mit dem Ziel der weltweiten Eliminierung von POPs. Derzeit sind über 180 Staaten diesem Abkommen beigetreten. Die Kombination von bestimmten Eigenschaften sind für die besondere Gefährlichkeit von POPs verantwortlich: sie sind langlebig, reichern sich in Lebewesen an, haben schädliche Effekte und werden über die Atmosphäre oder Ozeane weltweit verbreitet. Viele der in der Stockholm Konvention gelisteten POPs sind zur Gänze verboten. Einige Substanzen sind jedoch für bestimmte Anwendungen erlaubt und daher auch in Produkten/Erzeugnissen, enthalten.

So wird/wurden bromierte Flammschutzmittel wie zum Beispiel Decabromodiphenylether wegen seiner flammhemmenden Eigenschaften in Textilien, Teppichen, Polstermöbeln, Elektronik, PCs, Fernsehern, Autos und so weiter eingesetzt. Deshalb und aufgrund der für POPs charakteristischen Eigenschaften kann man sie auch weit entfernt vom ursprünglichen Verwendungs- oder Entstehungsort und lang nach ihrer Herstellung in der Umwelt, in Pflanzen oder Tieren Menschen finden. Die Konzentrationen können so hoch sein, dass es zu schädlichen Auswirkungen kommt.  Studien haben gezeigt, dass diese Chemikalien oder ihre Abbauprodukte auch im menschlichen Blut nachweisbar sind, zum Beispiel Perfluoroctansulfonsäure, das in der Galvanik und früher auch weitverbreitet in Feuerlöschschäumen eingesetzt wurde. 

POPs können über verschiedene Pfade in unseren Körper gelangen. Nahrung, Trinkwasser und Hausstaub sind die wichtigsten Aufnahmepfade für den Menschen. In die Umwelt gelangen POPs vorwiegend bei der (unbeabsichtigten) Erzeugung, durch Abwasser oder bei unsachgemäßer Entsorgung.

  • POPs wie zum Beispiel Dioxine und Furane (PCDD/F) sind Produkte einer unvollständigen Verbrennung, die auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sein kann:
  •  POPs liegen bereits im Brennstoff vor und werden bei der Verbrennung infolge zu geringer Temperatur und/oder zu kleiner Verweilzeit nicht zerstört.
  •  POPs werden aus nicht chlorierten organischem Material und einer Chlorquelle neu gebildet (De Novo Synthese).Beim Einsatz von POP-haltigen Abfällen/Rückständen in Industrieanlagen sind Probenahmen vor dem Einsatz, eine geeignete Verbrennungstemperatur, der Einsatz von Minderungstechnologien sowie regelmäßige oder kontinuierliche Messungen der POPs notwendig.