Kalkalpen

Der Nationalpark Kalkalpen schützt die letzte große Waldwildnis. Mit 21.500 Hektar ist der Nationalpark Kalkalpen das größte Waldschutzgebiet Österreichs, insgesamt 87 Prozent der Nationalparkfläche sind mit Wald bedeckt.

Der Nationalpark Kalkalpen trägt somit eine bedeutende Verantwortung für den Schutz der hohen Vielfalt an seltenen Lebensräumen und bedrohte Arten. Mit den nachhaltigen Besucher- und Bildungsangeboten geht der Nationalpark auf die steigende Sehnsucht der Menschen nach unberührter Natur ein und macht sie auf besondere Weise erlebbar.

→ Nationalpark Kalkalpen

UNESCO-Naturwelterbe „Alte Buchenwälder“ massiv erweitert

Im Zuge des jährlichen Treffens hat das Welterbekomitee der UNESCO vor allem durch den engagierten Einsatz Österreichs die Aufnahme weiterer Gebiete in die Welterbestätte “Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“ beschlossen. Finanziert durch das BMK konnten der Nationalpark Kalkalpen, das Grazer Joanneum Research Center in Graz sowie das E.C.O. Institut für Ökologie in Klagenfurt ihre wertvolle Expertise engagiert einbringen und so zu diesem Naturerweiterungserfolg wesentlich beitragen.

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler hält fest: „Unser Einsatz hat sich mehr als ausgezahlt. Es freut mich, dass wir zur Erweiterung des UNESCO Welterbes beitragen konnten. Denn eine intakte Natur, mit einer Vielfalt an Pflanzen und Tieren ist von unschätzbarem Wert. Diese beeindruckenden Waldgebiete helfen uns auch im Kampf gegen die Klimakrise und binden CO2 nachhaltig. Wir müssen die letzten unberührten Flecken Natur in Europa schützen und bewahren. Damit auch unsere Kinder und Enkelkinder noch echte Natur erleben können. Das ist uns mit der Erweiterung des UNESCO Welterbes gelungen.“
Wald am Morgen

Zu den bisherigen 78 Teilgebieten der Welterbestätte sind nun 15 weitere dazugekommen. Die Anzahl der beteiligten Staaten erhöht sich mit Frankreich, Nordmazedonien, Polen, Tschechien, Bosnien-Herzegovina und der Schweiz von zwölf auf 18. Mit 94 Teilgebieten in 18 europäischen Staaten ist sie damit die größte serielle Stätte auf der Welterbeliste der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO). Sie umfasst ebenso Gebiete in Albanien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Italien, Kroatien, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Spanien, der Ukraine und seit 2017 auch Österreich.

Die Gebiete in Österreich befinden sich im Nationalpark Kalkalpen in Oberösterreich sowie im niederösterreichischen Wildnisgebiet Dürrenstein. Insgesamt umfasst das Kerngebiet „Alte Buchenwälder“ rund 98.100 Hektar sowie eine 194.500 Hektar große sogenannte Pufferzone, die als zusätzlicher Schutzgürtel dient um das Kerngebiet des Welterbes vor äußeren Einflüssen zu bewahren.

Hinweis

Im Juli 2017 wurden 5.250 Hektar alte Buchenwälder des Nationalpark Kalkalpen vom UNESCO Komitee zum Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“ erklärt. Der Nationalpark Kalkalpen und das Wildnisgebiet Dürrenstein stellen somit das erste Weltnaturerbe Österreichs dar. Gemeinsam bringen die beiden Schutzgebiete rund 7.120 Hektar Buchenwälder in das Welterbe ein.

In einem Urwaldrestbestand im Sengsengebirge im Nationalpark Kalkalpen wurde z.B. die älteste Buche mit beeindruckendem Alter von 546 Jahren gefunden. Die neu entdeckte Uraltbuche gibt Hinweise auf einen jahrhundertelangen Kampf gegen klimatische Extreme und Konkurrenz mit den umgebenden Bäumen.

→ Weltnaturerbe Alte Buchenwälder

Waldkartierung zeigt Änderungen

Eine vom Bundesministerium geförderte und in den letzten Jahren durchgeführte Walderhebung zeigt, dass sich die Baumartenzusammensetzung seit der Nationalparkgründung im Jahr 1997 geändert hat. Bei Standorten unter 1.000 Meter Seehöhe wächst die Fichte heute weniger und wird im Zuge der Jugendentwicklung von der konkurrenzstärkeren Buche verdrängt, welche im Nationalpark optimale Verhältnisse vorfindet. Insbesondere in jungen Wäldern ist der Buchenanteil von 16 auf 34 Prozent gestiegen. Diese Tendenzen sind eine Entwicklung hin zu natürlichen Verhältnissen und bereits ein Hinweis darauf, wie sich Waldökosysteme im Zuge des Klimawandels ändern werden.