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Allgemeine Strahlenschutzverordnung

Die Verordnung regelt auf Basis des Strahlenschutzgesetzes Tätigkeiten mit Strahlenquellen und die Maßnahmen zum Schutz vor ionisierenden Strahlen.

Das „Verordnung über allgemeine Maßnahmen zum Schutz vor Gefahren durch ionisierende Strahlung (Allgemeine Strahlenschutzverordnung 2020 – AllgStrSchV 2020) wurde als BGBl. II Nr. 339/2020 kundgemacht und tritt mit 1. August 2020 in Kraft.

Die Allgemeine Strahlenschutzverordnung 2020 ist die thematisch umfangreichste und damit wesentlichste Durchführungsverordnung zum Strahlenschutzgesetz 2020. Sie enthält insbesondere Regelungen betreffend

  • Anwendung künstlicher Strahlenquellen in Medizin, Industrie und Forschung,
  • Tätigkeiten mit natürlich vorkommenden radioaktiven Materialien,
  • Inverkehrbringen von Verbraucherprodukten und bauartzugelassenen Geräten,
  • Schutz des fliegenden Personals vor kosmischer Strahlung,
  • sichere Entsorgung von radioaktiven Abfällen,
  • nukleare Sicherheit bei Forschungsreaktoren sowie
  • Notfallvorsorge bei Anwendungen ionisierender Strahlung mit erhöhtem Risiko.

Abweichungen vom bisherigem Recht

Die AllgStrSchV 2020 enthält folgende wesentliche Änderungen bzw. Ergänzungen gegenüber dem bisher geltenden Recht:

  • vollständige Implementierung von Tätigkeiten mit natürlich vorkommenden radioaktiven Materialien in das Strahlenschutzregime; Beispiele für diesen Tätigkeitsbereich sind Düngemittelindustrie, Zementindustrie, Erdölindustrie und industrielles Sandstrahlen. Gewisse Strahlenschutzregelungen für diesen Tätigkeitsbereich sind bereits im bisher geltenden Recht in der Natürliche Strahlenquellen-Verordnung verankert. Künftig unterliegen solche Tätigkeiten zusätzlich einer umfassenden behördlichen Regulierung (Bewilligungs- beziehungsweise Meldepflicht, behördliche Überprüfungen etc.).
  • Festlegung der Unterlagen, die bei einem Antrag auf strahlenschutzrechtliche Bewilligung oder Zulassung mindestens enthalten sein müssen;
  • Festlegungen für die behördliche Zulassung zum Inverkehrbringen von Verbraucherprodukten, die radioaktive Stoffe enthalten; Beispiele dafür sind Leuchtstoffe, Schweißelektroden und Speziallampen.
  • Anpassung der Regelungen in Bezug auf gefährliche radioaktive Quellen an das hohe Gefährdungspotential; Ein Beispiel dafür ist die Verankerung von Mindestanforderungen an Sicherheitsanalysen und Notfallpläne.
  • Senkung des Grenzwertes für die Augenlinsendosis strahlenexponierter Arbeitskräfte;
  • Optimierung von strahlenschutzrechtlichen Verfahren; beispielsweise ist es nun möglich, für Röntgeneinrichtungen mit einer Nennspannung von bis zu 100 Kilovolt ein zweistufiges Bewilligungsverfahren in einem gemeinsamen Verfahren abzuhandeln.
  • Festlegung von EU-weit einheitlichen Freigrenzen für Tätigkeiten mit Radionukliden in Form von Aktivitäts- und Aktivitätskonzentrationswerten; unterhalb dieser Freigrenzen ist keine strahlenschutzrechtliche Bewilligung beziehungsweise Meldung nötig. Diese Werte sind großteils ident oder ähnlich jenen, die in der bisher geltenden Allgemeinen Strahlenschutzverordnung festgelegt waren.
  • Festlegung von EU-weit einheitlichen Freigabewerten für Radionuklide in Form von Aktivitätskonzentrationswerten; Bei Einhaltung der Freigabewerte ist eine Entlassung aus der Strahlenschutzüberwachung möglich. Diese Werte sind großteils ident oder ähnlich jenen, die in der bisher geltenden Allgemeinen Strahlenschutzverordnung festgelegt waren.
  • Festlegung eines Referenzwertes für die Exposition durch Gammastrahlung aus Bauprodukten.
  • Große Bereiche der geregelten Themen bleiben inhaltlich weitgehend unverändert. Dies betrifft insbesondere die Anwendung künstlicher Strahlenquellen in Medizin, Industrie und Forschung, bei der es nur punktuelle Änderungen gibt. Dies sind beispielsweise verschärfte Regelungen für radioaktive Quellen mit hohem Gefährdungspotential oder die Senkung des Grenzwertes für die Augenlinsendosis strahlenexponierter Arbeitskräfte.

Liste der Messstellen (PDF, 98 KB)

Liste der Dosisüberwachungsstellen (PDF, 117 KB)

Auswertestellen Fliegendes Personal (PDF, 96 KB)

Leitfaden Sicherheits-, Störfallanalyse und Notfallplan