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Nachhaltige öffentlichen Beschaffung (naBe) Umwelt- und Klimaschutz, ein sorgsamer und verantwortungsvoller Umgang mit unseren Ressourcen und unserer Natur sowie eine Verwaltung, die ihre Vorbildwirkung aktiv wahrnimmt, sind zentrale Ziele der Österreichischen Bundesregierung. Das enorme volkswirtschaftliche Potenzial der öffentlichen Beschaffung von rund 14 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) pro Jahr, soll mit dem "Nationalen Aktionsplan zur nachhaltigen öffentlichen Beschaffung" (naBe) gehoben werden.

Das Bundesvergabegesetz normiert, dass im Vergabeverfahren auf die Umweltgerechtheit der Leistung Bedacht zu nehmen ist. Der naBe-Aktionsplan konkretisiert § 20 Absatz 5, BVergG und gibt Beschafferinnen und Beschaffern Orientierung, wie diese Norm umzusetzen ist. Der naBe-Aktionsplan enthält neben konkreten Zielen und Maßnahmen einen umfangreichen Kriterienkatalog für insgesamt 16 Beschaffungsgruppen.

Bundesvergabegesetz 2018

Plattform naBe

Die erfolgreiche Umsetzung des naBe-Aktionsplans braucht viele informierte und gut miteinander vernetzte Akteure. Auf Initiative des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK), wurde mit 1. September 2019 die naBe-Plattform als Servicestelle zur Umsetzung des naBe-Aktionsplans in der Bundesbeschaffung GmbH (BBG), dem Einkaufsdienstleister der öffentlichen Hand, eingerichtet.

naBe-Aktionstag 2019

Am 7. November 2019 fand der österreichweite naBe-Aktionstag zu nachhaltigen Lebensmittel und Gemeinschaftsverpflegung in der Landeshauptstadt St. Pölten statt. Das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie, das Land Niederösterreich und die Bundesbeschaffung GmbH versammelten über 200 Expertinnen und Experten, Küchenleiterinnen und Küchenleiter, Produzentinnen und Produzenten, Lieferantinnen und Lieferanten sowie Lehrende und Auszubildende um gemeinsam die nachhaltige Großküche als Zukunftsmodell zu diskutieren.

Unter www.beschaffungsservice.at finden Sie die Highlights der Veranstaltung zum Nachlesen. Die Themenblätter der insgesamt 11 Fachvorträge zu den Themen, regionale Lebensmittel, nachhaltiges Ernährungsmanagement, nachhaltiger Küchenbetrieb und Vermarktung & Kommunikation stehen dort ebenfalls zum Download bereit.

Die Veranstaltungsorganisation orientierte sich an Nachhaltigkeitskriterien und wurde nach dem Österreichischen Umweltzeichen für Green Meetings zertifiziert. Damit verbunden waren zahlreiche Maßnahmen, von der Wahl der Location über ressourcenschonende Beschaffung, Vermeidung von Papier bis zum regionalen Catering.

Best Practice

E-Mobilität in Klagenfurt

Im Rahmen der Projekte CEMOBIL und E-Log Klagenfurt wurde erstmals E-Mobilität in einer Stadt serienreif etabliert, um der gesundheitlichen Belastung durch Luftschadstoffe und Lärm entgegenzuwirken und durch die Reduzierung der Treibhausgase einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Diese Projekte erhöhen die Lebensqualität für alle Bürgerinnen und Bürger und sind ein wichtiger Schritt in Richtung Smart City.

Das Projekt CEMOBIL wurde von der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee gemeinsam mit den Projektpartnern Land Kärnten, Stadtwerke Klagenfurt, Klagenfurt Marketing, Fachhochschule Kärnten, Forschungsgesellschaft Mobilität, Wörthersee Schifffahrt, International Project Management Agency (IPAK) Klagenfurt on Lake Wörthersee GmbH und dem Institut für Technologie und Alternative Mobilität umgesetzt.

Um die E-Mobilität in Klagenfurt am Wörthersee nachhaltig zu etablieren und zu fördern, wurden insgesamt 69 Elektro-Fahrzeuge (35 Personenkraftwagen, 2 Nutzfahrzeuge, 10 Microcars, 10 Pedelecs, 10 Scooter, 1 E-Bus und 1 Solarschiff) angeschafft und getestet sowie die dafür notwendige Infrastruktur aufgebaut. 50 Elektro-Ladestationen wurden im Raum Klagenfurt am Wörthersee errichtet. Weitere 50 Elektro-Ladestationen wurden durch Privatinitiativen (zum Beispiel Wohnbauträger, Einkaufszentren) errichtet. Weiters wurden zwei Schnellladestationen installiert. Die E-Ladestationen befinden sich an wichtigen Punkten im öffentlichen Raum und werden zu 100 Prozent mit Ökostrom betrieben. Die Elektromobilität wurde dauerhaft in der städtischen Verkehrsplanung verankert. Insgesamt nutzten rund 2.700 Testfahrerinnen und Testfahrer die Gelegenheit, Elektromobilität hautnah zu erleben. Durch die Umweltvignette und somit kostenlose Nutzung der Parkmöglichkeiten in der Innenstadt von Klagenfurt am Wörthersee gibt es einen Anreiz für die Anschaffung von E-Autos.

Orientierung anderer Kommunen und Regionen am Vorzeigebeispiel Klagenfurt am Wörthersee

Klagenfurt am Wörthersee fungiert als Best-Practice-Beispiel für andere Kommunen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene. 16 Elektrofahrzeuge, welche durch Cemobil und E-Log Klagenfurt angeschafft wurden, wurden in den städtischen Fuhrpark übernommen und ersetzen dort dauerhaft Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren. So fahren verschiedene Abteilungen der Stadt mit E-Autos. Auch das Ordnungsamt Klagenfurt absolviert mit 2 E-Autos seinen Dienst. Der E-Bus und das E-Schiff sind auch nach Projektende im Einsatz.

Faire Bekleidung durch die Stadt Traun

Die Stadt Traun ist seit dem Jahr 2015 Fairtrade-Stadt. Das ist Auszeichnung und Auftrag zugleich, sich auch weiterhin für Umweltschutz, Armutsbekämpfung und faire Arbeitsbedingungen einzusetzen. Bereits im Jahr 2014 wurde mit der Umsetzung eines großen Projekts begonnen: der Umstellung auf Arbeitsbekleidung auf Fairtrade-Basis. Das bedeutet, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kinderbetreuung, der Feuerwehr, der Wasserrettung etc. statt mit billig gefertigter Bekleidung nun mit fair produzierten Polo-Shirts in hervorragender Bio-Baumwoll-Qualität ausgestattet werden sowie mit – in einem pro mente-Betrieb gefertigten – hochwertigen Arbeitsmänteln, deren Stoffe zumindest dem „Global Organic Textile Standard“ entsprechen. Für dieses Projekt erhielt die Stadt Traun den „European Fair Cotton Award“, eine Auszeichnung für sozial faire Beschaffung von Baumwollprodukten. Dieser europaweit ausgeschriebene Award ermöglicht es Städten, Gemeinden, Ländern und öffentlichen Institutionen ihr Engagement für die verantwortungsbewusste Beschaffung zu präsentieren.

Ziel der Stadt Traun ist es, möglichst viele fair produzierte und gehandelte Waren zu verwenden. Einerseits will man damit zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen beitragen. Andererseits will die Stadt Traun der Bevölkerung und anderen Gemeinden Vorbild sein, um ein Umdenken zu bewirken.