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EU-Anpassungsstrategie 2021

Die EU-Kommission hat am 24. Februar 2021 eine neue, ehrgeizigere Anpassungsstrategie vorgelegt. Sie bildet die Grundlage einer langfristigen Vision, bis 2050 in Europa eine klimaresiliente Gesellschaft realisiert zu haben, die vollständig an die nicht mehr vermeidbaren Folgen des Klimawandels angepasst ist.

EU

Die erste EU-Anpassungsstrategie aus dem Jahr 2013 fokussierte stark auf der Schaffung von Wissen, um faktenbasiert vorgehen zu können. Nunmehr steht das Handeln im Mittelpunkt. Es wird so der Schwerpunkt vom Verständnis des Problems auf die Entwicklung von Lösungen und von der Planung zur Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen verlagert.

Primäre Ansprechpartner der Umsetzung bleiben laut EU-Kommission die Mitgliedstaaten. Verstärkte proaktive Maßnahmen auf EU-Ebene sollen diese bei ihren konkreten Anpassungsinitiativen unterstützen. Im Dokument wird dargelegt, dass die wirtschaftlichen Verluste in der EU infolge häufigerer klimabedingter Wetterextreme bereits jetzt mehr als 12 Milliarden Euro pro Jahr ausmachen. Sollte die Erderwärmung um drei Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau ansteigen, müsse man damit rechnen, dass diese Summe (konservativ geschätzt) auf mindestens 170 Milliarden Euro jährlich anwächst.

In der neuen Strategie werden drei Ziele genannt:

  • intelligentere Anpassung
  • schnellere Anpassung
  • systemische Anpassung

Dazu kommt begleitend die Verstärkung internationaler Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels.

Intelligentere Anpassung

Wissen soll weiter vertieft, der Umgang mit Unsicherheit gut bewerkstelligt werden. Eine zentrale Rolle kommt dabei der Wissensplattform Climate-ADAPT zu, die weiter verbessert und gestärkt werden soll, auch um mehr Daten zu klimabezogenen Risiken und Verlusten zur Verfügung zu stellen. Entscheidungen müssen auf den aktuellsten Erkenntnissen der Wissenschaft basieren. Intensive Unterstützung erwartet man auch durch das EU-Satellitenprogramm COPERNICUS. Neu einrichten will die Kommission eine spezielle Beobachtungsstelle für die Gesundheitsfolgen des Klimawandels.

Schnellere Anpassung

Entwicklung und Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen müssen rascher erfolgen, klimarelevante Risiken vermindert werden. Es wird kritisch angemerkt, dass Schwerpunkte der Anpassung noch immer im Bereich der Bewusstseinsbildung liegen, es geht jedoch nun darum, Lösungen tatsächlich in die Umsetzung zu bringen. Die EU will hier auf mehreren Ebenen unterstützen, auch im Rahmen der EU Taxonomie, und zwar betreffend nachhaltige Maßnahmen in der Klimawandelanpassung.

Systemischere Anpassung

Anpassungsmaßnahmen sollen von systemischer Natur sein. Es geht um ein verstärktes Mainstreaming, das nicht mehr nur auf eine Auswahl relevanter Politikbereiche abstellt, sondern um eine breite Durchdringung und Berücksichtigung von Anpassungsaspekten auf allen politischen Ebenen und in sämtlichen relevanten Bereichen.

Die EU Kommission will die Mitgliedstaaten bei der weiteren Entwicklung von Anpassungsstrategien und -plänen unterstützen, wobei drei Querschnittsbereiche prioritär angesprochen werden: Makrofiskalpolitik, naturbasierte Ansätze (wie beispielsweise die Renaturierung von Ökosystemen) und lokale Anpassung.

Grenzüberschreitende Kooperation soll angekurbelt, Monitoring, Berichtslegung und Evaluierung im Bereich der Klimawandelanpassung vorangetrieben werden. Eine Piloteinrichtung zur Unterstützung lokaler und regionaler Behörden soll im Rahmen des Konvent der Bürgermeister eingerichtet werden.

Verstärkung internationaler Maßnahmen

Ähnlich wie im Bereich Klimaschutz soll die EU auch im Bereich der Anpassung international eine führende Rolle einnehmen. Hier wird auf das Pariser Klimaübereinkommen Bezug genommen, das der Anpassung an den Klimawandel hohe Bedeutung schenkt. Internationale Finanzierung soll aufgestockt, Engagement in der Anpassung auf globaler Ebene verstärkt werden. Die EU wird subnationale, nationale und regionale Anpassungskonzepte fördern, wobei der spezielle Schwerpunkt auf Afrika und kleine Insel-Entwicklungsländer gelegt wird. Anpassung wird darüber hinaus als wertvolles Werkzeug erkannt, um international Konflikten vorzubeugen.

Finanzierung

Auch die Finanzierung der in der neuen EU Anpassungsstrategie vorgesehenen Initiativen wird angesprochen. Geldmittel sollen etwa über den Europäischen Struktur- und Investmentfonds, die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), das LIFE-Programm und den Corona-Wiederaufbau Fonds verfügbar gemacht werden.