EU-Innovationsfonds Das Förderprogramm für innovative Demonstrationsprojekte

Der EU-Innovationsfonds fördert von 2020 bis 2030 Demonstrationsvorhaben im Bereich innovativer Technologien und bahnbrechender industrieller Innovationen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes.

Insgesamt werden zum Beispiel für Projekte in der energieintensiven Industrie, der Erzeugung erneuerbarer Energie sowie der Energiespeicherung zumindest 450 Millionen Emissionszertifikate aus dem EU-Emissionshandelssystem (abhängig vom Preis der Emissionszertifikate, mindestens 20 Milliarden Euro an Fördermitteln) zur Verfügung stehen.

Dazu sollen nun jährlich bis 2030 zwei Ausschreibungen pro Jahr stattfinden, darunter eine Ausschreibung für Projekte mit einem Investitionsvolumen von über 7,5 Millionen Euro (jeweils im Herbst) und eine Ausschreibung für Projekte mit einem Investitionsvolumen unter 7,5 Millionen Euro (jeweils im Frühjahr).

Hinweis

Gefördert werden im Rahmen des EU-Innovationsfonds bei Projekten über 7,5 Millionen Euro sowohl Invest- als auch Betriebskosten. Bei Projekten unter 7,5 Millionen Euro werden Investitionskosten gefördert.

Der Prozess zur Auswahl der Projekte wird auf EU-Ebene von der Europäischen Kommission mit Unterstützung der  European Climate, Infrastructure and Environment Executive Agency (CINEA) und der Europäischen Investitionsbank (EIB) erfolgen.

Überblick Ausschreibungen 2021/2022

Ende 2021 bzw. Anfang 2022 sollen die zweite Ausschreibungen für Projekte unter beziehungsweise über 7,5 Millionen Euro starten. Diesmal soll auch die Ausschreibung für Projekte mit mehr als 7,5 Millionen Euro einem einstufigen Auswahlprozess folgen. Hier ein Überblick über die wichtigsten Daten:

EU-Innovationsfonds: Übersicht zur 2. Ausschreibung von Projekten 2021/2022
  Projekte über 7,5 Millionen Euro Projekte unter 7,5 Millionen Euro
Ausschreibungsvolumen 1,5 Milliarden Euro 100 Millionen Euro
Start der Ausschreibung 26. Oktober 2021 15 März 2022
Einreichfrist 1. März 2022  Ende August 2022
Evaluierungsergebnisse Juli 2022 Anfang 2023
EU Innovationsfonds, Saubere Technologien auf den Markt bringen
EU-Innovationsfonds: Saubere Technologien auf den Markt bringen, Foto: BMK, Quelle: Europäische Kommission

Ausschreibung 2021

Zweite Ausschreibung für Projekte über 7,5 Millionen Euro

Die zweite Ausschreibung für Projekte über 7,5 Millionen Euro ist von 26. Oktober 2021 bis 1. März 2022 für Projekte mit einem Investitionsvolumen über 7,5 Millionen Euro geöffnet. Im Rahmen dieser Ausschreibung wurde das Volumen von 1 Milliarde Euro auf 1,5 Milliarden Euro erhöht. Im Gegensatz zur ersten Ausschreibung 2020 (zweistufiger Auswahlprozess) wird der Ausschreibungsprozess der zweiten Ausschreibung einstufig sein. Dabei werden alle 5 Auswahlkriterien (Effektivität der Treibhausgas-Emissionsvermeidung, Innovationsgrad, Projektreife, Skalierbarkeit und Kosteneffizienz) in einer Stufe geprüft. Mit dem erhöhten Budget und dem verkürzten Auswahlprozesses können mehr Projekte in kürzerer Zeit eine Finanzierung erlangen.

Alle Ausschreibungsunterlagen sowie Vorlagen und Formulare finden Sie am  EU Funding and Tenders Portal.

EU Innovationsfonds, Erste Ausschreibung für große Projekte
EU-Innovationsfonds: Zweite Ausschreibung für große Projekte, Foto: BMK, Quelle: Europäische Kommission

Ausschreibungen 2020

Erste Ausschreibung für Projekte über 7,5 Millionen Euro

Die erste Ausschreibung des EU-Innovationsfonds der Europäischen Union (EU) wurde am 3. Juli 2020 von der Europäischen Kommission veröffentlicht. Diese Ausschreibung adressierte große Projekte mit einem Investitionsvolumen von mehr als 7,5 Millionen Euro. Es werden innovative Projekte zu sauberer Energie und saubrerer Industrie gefördert um zur „Green Recovery“ der EU beizutragen und um das Ziel der Klimaneutralität der EU voranzutreiben. Das Ausschreibungsvolumen betrug 1 Milliarde Euro und für Project Development Assistance werden 8 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

In dieser ersten Ausschreibung mussten Projekte ein 2-stufigen Auswahlverfahren durchlaufen wobei bei der ersten Phase (expression of interst) die Effektivität der Treibhausgas-Emissionsvermeidung, der Innovationsgrad und die Projektreife gleichwertig sektorübergreifend gewichtet wurden. In der zweiten Phase wurde eine vollständige Projektbewerbung (full application) gefordert, in der zusätzlich zu den drei genannten Kriterien auch die Skalierbarkeit und die Kosteneffizienz bewertet sowie gewichtet wurden.

Projekte konnten im Rahmen der ersten Phase (expression of interest) bis 29. Oktober 2020 über das EU Funding and Tenders Portal eingereicht werden. Die besten 70 Projekte konnten ihre vollständigen Projetanträge für die zweite Phase (full application) bis 23. Juni 2021 einreichen. Eine finale Förderentscheidung soll in der zweiten Novemberhälfte 2021 erfolgen.

Erste Ausschreibung für Projekte unter 7,5 Millionen Euro

Für Projekte unter 7,5 Millionen Euro startete im Rahmen der „Green Recovery“ die erste Ausschreibung am 1. Dezember 2020 und war bis 10. März 2021 geöffnet. Der Ausschreibungsprozess selbst ist einstufig und vereinfacht. Wie bei der Ausschreibung für Projekte über 7,5 Millionen Euro, können Projekte in den Bereichen energieintensive Industrie, Erneuerbare, Energiespeicher und CCUS eingereicht werden, der Fokus dieser Ausschreibung lag dabei auf Projekten, die bereit für den Markteintritt sind. Die Grenze der Förderhöhe ist maximal 60 Prozent der gesamten CAPEX. Das Ausschreibungsvolumen betrug 100 Millionen Euro und für Project Development Assistance werden 2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Die Europäische Kommission wollte mit dieser Ausschreibung außerdem Projekte in den Technologiebereichen Direct Air Capture, Net Carbon Removal und Substitute Products motivieren sich zu bewerben

Eine finale Förderentscheidung soll im Oktober 2021 erfolgen.

Österreichischer Workshop 2019 gemeinsam mit der Europäischen Kommission

Zur Konkretisierung des Designs des ersten Calls wurden seit 2019 Workshops in Mitgliedstaaten und mit Stakeholder-Gruppen sowie eine öffentliche Konsultation abgehalten. Im Jahr 2020 wurden weitere technische und wirtschaftliche Themen-Workshops mit Expertinnen und Experten aus den Mitgliedstaaten organisiert und unter Teilnahme – auch österreichischer – Stakeholder durchgeführt.

Die Sektion Klima und Energie, Abteilung VI/7 Innovative Klima- und Energie-Technologien und Bioökonomie, lud am 18. September 2019 gemeinsam mit der Europäischen Kommission zum Workshop „EU-Innovationsfonds“ ein. Christian Holzleitner, zuständig für den EU-Innovationsfonds in der Generaldirektion Klima der Europäischen Kommission, präsentierte erste Ideen zu den geplanten Ausschreibungen. Anschließend stellten die Förderungs- und Abwicklungsstellen KPC, FFG und Klima- und Energiefonds sowie Vertreterinnen und Vertreter der österreichischen Industrie und Forschungsinstitutionen österreichische Projekte und Erfahrungsberichte vor.

Ziel des Workshops war es einerseits österreichische Projekte zu präsentieren, die bei der Realisierung von CO2‑mindernden Technologien im Rahmen des EU-Innovationsfonds in Frage kommen, und andererseits Kriterien und mögliche Herausforderungen zukünftiger, erfolgreicher Ausschreibungen des EU-Innovationsfonds zu diskutieren.

Liste aller vorgestellten Projekte im Rahmen der Workshop-Reihe der Europäischen Kommission

Kontakt

Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie
Abteilung VI/7 Innovative Klima- und Energie-Technologien und Bioökonomie
E-Mail: vi-7@bmk.gv.at