Der Gebrauch von Cookies erlaubt uns Ihre Erfahrungen auf dieser Website zu optimieren. Wir verwenden Cookies zu Statistikzwecken und zur Qualitätssicherung. Durch Fortfahren auf unserer Website stimmen Sie dieser Verwendung zu. Erfahren Sie mehr

Ressourcennutzung in Österreich 2015 Bericht

Der Bericht kommt zum Schluss, dass die Ressourceneffizienz gestiegen und der Ressourcenverbrauch seit 2007 gesunken ist.

Titelblatt Ressourcennutzung in Österreich 2015

Natürliche Ressourcen, das sind Energierohstoffe, Metalle, nichtmetallische Mineralstoffe, Biomasse, Wasser und Luft, stellen eine wichtige Grundlage für unser Leben auf diesem Planeten dar. Der sparsame und effiziente Umgang mit natürlichen Ressourcen gilt als eine der Schlüsselstrategien für eine nachhaltige Entwicklung unserer Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft.

Die Publikation "Ressourcennutzung in Österreich – Bericht 2015" ist, wie auch der Bericht 2011, eine gemeinsame Publikation des Umwelt- und Wirtschaftsressorts. Der Bericht analysiert die Extraktion, den Außenhandel und den Verbrauch stofflich genutzter natürlicher Ressourcen in Österreich zwischen 1960 und 2012. Die im Bericht behandelten stofflichen Ressourcen umfassen gesellschaftlich entnommene und genutzte Biomasse, fossile Energieträger, Metalle und nicht-metallische Mineralstoffe sowie daraus abgeleitete, gehandelte Produkte.

Biomasse als nachwachsender Rohstoff mit seiner besonderen Schlüsselfunktion für ein lebenswertes Österreich ist Schwerpunktthema des Berichts. Hierzu wurden erstmals ein detaillierter Blick auf die Zusammensetzung des Verbrauchs an Biomasse geworfen und Anknüpfungspunkte für ihre effizientere Nutzung aufgezeigt.

Im Jahr 2012 wurden in Österreich insgesamt 187 Millionen Tonnen Ressourcen verbraucht, das sind über 10 Millionen Tonnen weniger als 2008, das letzte Berichtsjahr in der Publikation von 2011.

Das genutzte Material bestand größtenteils (zu über 50 Prozent) aus nicht-metallischen Mineralstoffen, vor allem Baurohstoffe zum Aufbau und Erhalt von Gebäuden und Infrastruktur. Biomasse machte mit etwas unter 25 Prozent den zweitgrößten Anteil am Materialverbrauch aus, gefolgt von fossilen Energieträgern und Metallen.

Jede und jeder in Österreich verbraucht täglich etwas über 60 Kilogramm

Wenn diese Menge an Material auf die österreichische Bevölkerung umgerechnet wird, ergibt sich im Jahr 2012 ein Pro-Kopf-Verbrauch in Österreich von 22,2 Tonnen. Das entspricht im Durchschnitt etwas über 60 Kilogramm (kg) an Material pro Person und Tag – das sind pro Person etwa 8 kg pro Tag weniger als noch 2008. Dieser Wert liegt aber dennoch deutlich über den europäischen Durchschnitt (13,5 Tonnen pro Kopf und Jahr = 36 kg pro Tag).

Betrachtet man den Rohmaterialverbrauch, der auch die globalen Umweltauswirkungen des Ressourcenverbrauchs eines Landes mitbetrachtet, so steigt der pro Kopf Verbrauch gar auf 26 Tonnen und der Jahresverbrauch pro Kopf auf 71 kg an Material. Dieser vergleichsweise hohe Ressourcenverbrauch ist unter anderem durch klimatische und topographische Faktoren sowie die relativ geringe Bevölkerungsdichte bedingt.

Hauptquelle bleibt die Inlandsentnahme, aber steigende Importe

2012 wurden insgesamt 150 Millionen Tonnen biotische und abiotische Materialien in Österreich extrahiert. Diese sogenannte Inlandsentnahme ging damit seit 2008 (169 Millionen Tonnen) kontinuierlich zurück, ist aber nach wie vor die Hauptquelle des in Österreich verbrauchten Materials. Hauptsächlich wurden nicht-metallische Mineralstoffe und Biomasse entnommen.

Die Importe stiegen jedoch in diesem Zeitraum stark an – vor allem in den Materialkategorien fossile Energieträger, Metalle und Biomasse. Mengenmäßig entsprachen die Importe im Jahr 2012 insgesamt über 60 Prozent  der gesamten Inlandsentnahme.

Die Abhängigkeit von Material aus und der Absatz von heimisch produzierten Gütern in andere Länder haben sich in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gesteigert und kann als Folge der Intensivierten Globalisierung und stärkeren Ausdifferenzierung der internationalen Arbeitsteilung verstanden werden. So wurden auch Materialien mit großen Inlandsbeständen - wie etwa Biomasse -  importiert.

Ressourceneffizienz

Die österreichische Ressourceneffizienz ist seit 1960 (550 Euro pro Tonne) um durchschnittliche 1,9 Prozent pro Jahr gestiegen. Es wurde also mehr ökonomischer Output mit der gleichen Menge Ressourcen erwirtschaftet. Über den gesamten Zeitraum ist die Ressourceneffizienz in Österreich um 165 Prozent gestiegen.

Im europäischen Vergleich ist Österreich mit 1.454 Euro, die pro Tonne Materialverbrauch erwirtschaftet werden können, etwas weniger effizient als der europäische Durchschnitt (1.730 Euro pro Tonne).

Die vergleichsweise niedrigere Effizienz liegt vor allem am hohen Materialverbrauch, könnte sich jedoch in Zukunft verbessern, denn der österreichische Materialverbrauch ist seit 2007 leicht rückläufig und ging bis 2012 um durchschnittlich 2 Prozent pro Jahr zurück  – es erfolgte eine absolute Entkoppelung vom Wirtschaftswachstum (der absolute Materialverbrauch wurde also reduziert).Diese Publikation ist bereits die zweite in dieser Reihe (erstmals 2012 veröffentlicht). Der nächste Band behandelt folgende Schwerpunktthemen: Kreislaufwirtschaft, Kritische Rohstoffe und den Zusammenhang zwischen Ressourcenverbrauch und Treibhausgasemissionen.