Mikrozensus Umwelt 2019

Der im Dezember 2020 erschienene Mikrozensus Umwelt 2019 - eine Befragung der österreichischen Haushalte durch Statistik Austria - gibt spannende Einblicke in die Einstellung der Österreicherinnen und Österreicher zu Umweltthemen.

Mikrozensus Umwelt 2019, Titelbild

Positive Bewertung der Umweltqualität in Österreich

Deutlich über 90 Prozent der Österreicher und Österreicherinnen und Österreicher beurteilen die Bereiche Trinkwasserqualität, Wasserqualität der Seen und Flüsse, Verfügbarkeit hochwertiger Lebensmittel und Grünraum als gut. Die Luftqualität wurde von circa 87 Prozent und die Lärmsituation von 72 Prozent der Befragten als gut eingestuft. Im Vergleich zum Jahr 2007 hat sich die Beurteilung der Bereiche Luft und Lärm verbessert.

Vordringlichstes Umweltproblem: Der Klimawandel

Treibhauseffekt und Klimaveränderung (30 Prozent) stellt anteilsmäßig das größte Umweltproblem für die Befragten dar, gefolgt vom steigenden Verkehrsaufkommen (21 Prozent). In Vergleich zu den Ergebnissen der letzten Befragung 2015 hat das Umweltproblem Treibhauseffekt und Klimaveränderung deutlich an Bedeutung gewonnen (+3,4  Prozent).

Dem globalen Thema Klimawandel wird von jungen Erwachsenen (20 bis unter 30 Jahre) ein größerer Stellenwert beigemessen als von älteren Menschen. Eine höhere Schulbildung führt ebenfalls dazu, weltweite Umweltprobleme stärker wahrzunehmen.

Lebensqualität steigt

Knapp 53 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher und Österreicher beurteilen ihre Lebensqualität als sehr gut (2015: 49 Prozent) und 45 Prozent als gut. Der Zustand der natürlichen Umwelt ist dabei für 57 Prozent der Befragten ein wichtiger Faktor für ihre Lebensqualität.

Ständiges Wirtschaftswachstum notwendig für ein gutes Leben?

Eine spannende Frage widmete sich der Notwendigkeit des Wirtschaftswachstums für ein gutes Leben. Über 56  Prozent der Österreicherinnen und Österreicher und Österreicher sind der Meinung, es bedürfe nicht eines laufenden Wirtschafts­wachstums, damit es uns gut geht. Mit steigender Schulbildung wächst dieser Anteil auf über 65 Prozent, die ständiges Wirtschaftswachstum nicht als unbedingte Voraussetzung für ein gutes Leben sehen.

Stromversorgung: große Nachfrage nach umweltfreundlichen Produkten

43 Prozent der Befragten nutzen Strom aus erneuerbaren Energieträgern und 39 Prozent Strom mit Österreichischem Umweltzeichen.

Umweltfreundliche Finanzprodukte im Aufwind

10,6 Prozent der Befragten haben sich bereits mit der Veranlagung eines Teiles ihrer Ersparnisse in umweltfreundliche Finanzprodukte beschäftigt. Anleihen in umweltfreundliche Projekte sind dabei von den umweltfreundlichen Finanzprodukten am besten bekannt (75 Prozent). Gefolgt werden sie von umweltfreundlichen Investmentfonds (68,0 Prozent) und Bürgerbeteiligungen in umweltfreundliche Projekte (62,9 Prozent). Grüne Sparbücher kennen nur 20,7 Prozent.

Österreicherinnen und Österreicher achten auf umweltfreundlich und sozialverträglich hergestellte Produkte

Der Großteil der Befragten (insgesamt 76 Prozent) gibt an, zumindest beim Kauf bestimmter Waren auf umweltfreundlich und sozialverträglich hergestellte Produkte zu achten. Als Informationsquelle zur Umweltfreundlichkeit dienen den Befragten vor allem Gütezeichen und Herstellerinformationen sowie Empfehlungen aus dem Freundes- und Kollegenkreis.

Hohe Bereitschaft zur Abfalltrennung

Die Bereitschaft zur Abfalltrennung ist sehr hoch: 99 Prozent der Befragten geben an, Altpapier gesondert zu entsorgen, 97 Prozent Altglas. Am seltensten (85 Prozent) wird Biomüll getrennt gesammelt.

Lärmstörung im Wohnbereich geht zurück

Im Jahr 2019 fühlten sich 33,3 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher und Österreicher in ihrer Wohnung durch Lärm belastet, 2,9 Prozent gaben eine sehr starke, 9,2 Prozent eine starke Lärmstörung an. Im Vergleich zu 2015 sind die Werte zur Lärmstörung zurückgegangen und liegen auf dem niedrigsten Niveau seit 2007.

Starke Belastung durch Hitze

88,7 Prozent der Befragten fühlen sich während einer Hitzeperiode/-welle durch Hitze körperlich belastet, mehr als ein Drittel fühlt sich sogar stark oder sehr stark belastet.

Mobilität: Mehrheit nutzt öffentliche Verkehrsmittel

Die öffentlichen Verkehrsmittel werden von mehr als 65 Prozent der Befragten zumindest gelegentlich frequentiert, 17,4 Prozent nützen sie täglich, 11,6 Prozent mehrmals pro Woche.  Die Benützung hängt dabei stark von der vorhandenen Infrastruktur ab, welche in dicht besiedelten Gebieten besser ausgebaut ist als in gering besiedelten.

Der im Auftrag des Bundesministeriums in circa 4-jährigen Zyklen erstellte Bericht „Mikrozensus Umweltbedingungen und Umweltverhalten“ gibt einen umfassenden Einblick  in die Einschätzung der österreichischen Bevölkerung zu Themen wie der allgemeinen Umweltqualität in Österreich, dem vordringlichsten Umweltproblem und den unmittelbaren Umweltbedingungen wie Lärm (siehe auch www.laerminfo.at) oder Hitzebelastung in der eigenen Wohnumgebung.

Weiters wurden Fragen zum umweltbewussten Verhalten im Bereich Konsum, Mobilität, Abfalltrennung und Urlaub gestellt. Somit liefern die Ergebnisse wertvolle Hinweise auf das subjektive Empfinden der Österreicherinnen und Österreicher und Österreicher in Bezug auf ihre Umwelt und bieten eine wichtige Ergänzung zum Bild objektiver Umweltdaten. (Veröffentlichung im Dezember 2020, Befragung im 3.Quartal 2019)

Mikrozensus Umwelt 2019 (PDF, 10 MB)

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Statistik Austria