Klimaschutz im Wohnbau Bericht: Maßnahmen im Gebäudesektor zur Emissionsreduktion 2009-2020

Bericht des Bundes und der Länder nach Artikel 15a B-VG über Maßnahmen im Gebäudesektor zum Zweck der Reduktion des Ausstoßes von Treibhausgasen (BGBl. II Nr. 213/2017).

Fasadenbegrünung
Fasadenbegrünung, Foto: BMLRT / Paul Gruber

Wesentliche Reduktionen an Treibhausgasemissionen sind im Bereich der Raumwärme durch Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz sowie erneuerbare Energieträger zu erzielen. Bund und Länder haben durch eine Vereinbarung gemäß Artikel 15a des Bundes-Verfassungsgesetzes über Klimaschutzmaßnahmen im Gebäudebereich zur Evaluierung dieser und weiterer Maßnahmen jährliche Berichte über die Wirkungen der Maßnahmen auf die Treibhausgasemissionen zu erstellen. Der nun vorliegende Bericht (PDF, 3 MB) aktualisiert die gesamte Zeitreihe ab 2009 bis 2020 und ersetzt vollinhaltlich die Vorgängerversion über Maßnahmen im Gebäudesektor 2009–2019.

Maßnahmenwirkung der Wohnbauförderung der Bundesländer

Durch Wohnbauförderungsmaßnahmen der Länder konnten im Jahr 2020 Emissionseinsparungen im Ausmaß von rund 212.000 Tonnen CO2 angestoßen werden. Die zusätzliche Einsparung ist damit um 8,5 Prozent höher als die für 2019 ermittelte (rund 195.000 Tonnen CO2). Die Steigerung der CO2-Wirkung ist überwiegend auf die größere Einsparung durch Sanierung und Umstellung des Energiesystems zurückzuführen.

Maßnahmenwirkung im Bereich der öffentlichen Gebäude

Durch Maßnahmen der Länder und des Bundes konnten im Jahr 2019 Emissionseinsparungen im Ausmaß von rund 3.600 Tonnen CO2 durch Fertigstellungen öffentlicher Gebäude angestoßen werden. Die Einsparung ist damit um 18 Prozent geringer als für 2018 ermittelt (rund 4.400 Tonnen CO2). Die Abnahme der CO2-Wirkung ist überwiegend auf die sinkende Einsparung im Neubau und geringere Wirkung von Sanierung und Umstellung des Energiesystems zurückzuführen.

Bundesmaßnahmen im Überblick

Im Rahmen der Umweltförderung im Inland (UFI) wurden 2020 6.594 Investitionsprojekte mit einem Förderungsbarwert von 96,6 Millionen Euro gefördert. Dies entspricht einer jährlichen CO2-Reduktion von etwa 341.000 Tonnen CO2. Zudem wurden 2.415 Beratungsförderungen der Regionalprogramme mit 1,4 Millionen Euro unterstützt (BMK 2021).

Im Jahr 2020 wurden im Zuge der Fortführung der im Rahmen des Konjunkturpaketes 2009 geschaffenen Sanierungsoffensive („Sanierungsscheck“) für den Bereich der thermischen Gebäudesanierung Förderungen in Höhe von 47,2 Mio. Euro genehmigt.

  • Darin sind bis Ende 2020 insgesamt 109 Projekte mit einer Förderung von rund 2,9 Millionen Euro bei Betrieben und 10.748 Projekte mit einer Förderung von rund 44,3 Millionen Euro im privaten Wohnbau (inklusive „Raus aus Öl“-Bonus) enthalten.
  • Das Programm „Raus aus Öl“ hat 2020 in 6.615 Projekten zur Umstellung der Heizung auf erneuerbare Energiesysteme (56 Prozent Holzzentralheizung, 18 Prozent Fernwärme, 26 Prozent Wärmepumpe) geführt (BMK 2021).
  • Der Gesamteffekt von geförderter thermischer Sanierung und Umstellung der Heizung beträgt im Jahr 2020 rund 54.700 Tonnen CO2.  

Das nicht administrative, nationale Förderbudget des Klima- und Energiefonds umfasste im Jahresprogramm 2020 rund 149,3 Millionen Euro für die vier Programmlinien Forschung, Verkehr, Markt, Bewusstseinsbildung sowie übergreifende Themen (Klimafonds 2020).

Bericht: Maßnahmen im Gebäudesektor (PDF, 3 MB)