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Klimaschutz im Wohnbau

Wesentliche Reduktionen an Treibhausgasemissionen sind im Bereich der Raumwärme durch Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz sowie erneuerbare Energieträger zu erzielen. Die Evaluierung dieser und weiterer Maßnahmen wird in jährlichen Berichten veröffentlicht.

Fasadenbegrünung
Fasadenbegrünung, Foto: BMLRT / Paul Gruber

Identifizierung des Potentials

Etwa 10 Prozent der Kohlendioxid-Emissionen in Österreich werden durch Heizungs- und Warmwasserbereitungsanlagen in Gebäuden verursacht (rund 8 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr – ohne Fernwärme und ohne Strom für Elektroboiler und -heizungen). Zwischen 80 und 85% der Kohlendioxid-Emissionen aus Gebäuden (rund 7 Millionen Tonnen) entfallen auf Wohngebäude, 15 bis 20 Prozent (rund 1 Million Tonnen) auf private und öffentliche „Dienstleistungsgebäude“. 1990 lagen die gebäudebezogenen Treibhausgasemissionen noch bei über 14 Millionen Tonnen.

Die Treibhausgas-Emissionen im Sektor Gebäude zeigen seit 2005 einen rückläufigen Trend, wobei der Rückgang seit 2012 zunehmend verflacht. In den vergangenen drei Jahren kam es wieder zu einem leichten Anstieg der Emissionen, diese lagen im Jahr 2017 bei rund 8,3 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent. Der Einsatz von Biomasse und Umgebungswärme, der Rückgang des Erdgas- und Heizöleinsatzes sowie die bessere thermische Qualität der Gebäude sind für die Reduktion verantwortlich. Zudem werden weiterhin Emissionen durch die Fernwärme und den Stromverbrauch in die Sektoren Energie und Industrie verlagert. Treibende Kräfte sind die stark steigende Anzahl der Wohnungen und der Wohnnutzfläche. Witterungsbedingt unterliegen die Emissionen starken jährlichen Schwankungen.

Umsetzung der Reduktion

Die Vorgaben der Klimastrategie 2007 für den Gebäudesektor wurden zu einem wesentlichen Teil durch eine Vereinbarung zwischen Bund und Ländern gemäß Artikel 15a B-VG über Klimaschutzmaßnahmen im Gebäudebereich umgesetzt. Diese Vereinbarung enthält ambitionierte Wärmeschutzstandards für die Wohnbauförderung im Bereich des Neubaus und der Sanierung, klare Regeln zugunsten des bevorzugten Einsatzes innovativer klimarelevanter Heizungssysteme (insbesondere biogene Brennstoffe, Solaranlagen) sowie ambitionierte, über Bauordnungsstandards hinausgehende, Wärmeschutzvorgaben auch für öffentliche Gebäude von Bund und Ländern, die bei Neuerrichtung und Sanierung umzusetzen sind.

Die Vertragsparteien Bund und Länder haben jährliche Berichte über die Wirkungen der Maßnahmen auf die Treibhausgasemissionen zu erstellen. Der nun vorliegende Bericht (PDF, 10 MB) aktualisiert die gesamte Zeitreihe ab 2009 und ersetzt vollinhaltlich die Vorgängerversion über Maßnahmen im Gebäudesektor 2009-2017.