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Österreichischer Biokraftstoffbericht 2020 Österreich mit hohem Anteil an Biokraftstoffen im EU-Spitzenfeld

Nach der Österreichischen Kraftstoffverordnung 2012 besteht in Österreich die Verpflichtung zumindest einen Anteil von 3,4 % – bezogen auf den Energiegehalt – der in den Verkehr gebrachten fossilen Ottokraftstoffe und zumindest 6,3 % der fossilen Dieselkraftstoffe durch Biokraftstoffe zu substituieren.

Im Jahr 2019 wurden in Österreich insgesamt 6,2 % der fossilen Kraftstoffe durch Biokraftstoffe substituiert. Österreich liegt damit weiterhin im Spitzenfeld der EU 27.

Im Vergleich zu 2018 war 2019 ein leichter Anstieg des Kraftstoffverbrauchs von insgesamt +0,7 % zu verzeichnen (+0,8 % bei Dieselkraftstoffen +0,1 % bei Ottokraftstoffen, -7,8 % bei Biodiesel in Reinverwendung – B100). Grund für den Rückgang von B100 war mit hoher Wahrscheinlichkeit der niedrige Preis für fossilen Diesel im Jahr 2019. In Summe wurden rund 485.000 Tonnen Biodiesel, rund 21.000 Tonnen Hydriertes Pflanzenöl (HVO) und rund 86.000 Tonnen Bioethanol in Verkehr gebracht. Die Substitutionshöhe im Jahr 2019 bleib im Vergleich zum Vorjahr annähernd gleich.

Durch die Einführung des Nachweises der Nachhaltigkeit mittels Zertifikaten und dem Aufbau des elektronischen Monitoring Systems der Umweltbundesamt GmbH (UBA GmbH) "Elektronischer Nachhaltigkeitsnachweis- elNa" liegen seit 2013 für Österreich Daten zu den verwendeten Rohstoffen der in Österreich produzierten und in Verkehr gebrachten Biokraftstoffe vor.

Für den Bereich der österreichischen Biokraftstoffproduktion wurden 2019 für Biodiesel 72 % Altspeiseöl - inklusive tierische Fette und Fettsäuren - sowie 25 % Raps eingesetzt. Wiederum wurde kein Palmöl für die Produktion von Biodiesel in Österreich verwendet.

Zur Produktion von Bioethanol wurden 49 % Mais, gefolgt von 28 % Weizen und etwa 7 % Triticale eingesetzt. Des Weiteren wurde Stärkeschlamm aus der vorgelagerten Weizenstärkeanlage der Anlage in Pischelsdorf im Ausmaß von 16 % eingesetzt.

Der Rohstoffmix der in Österreich in Verkehr gebrachten Biokraftstoffe stellt sich hingegen unterschiedlich dar. Für Biodiesel ist der wichtigste Rohstoff mit Abstand Raps (65 %), gefolgt von Soja mit rund 10 %. Beim Ethanol ist der Unterscheid der Rohstoffzusammensetzung im Vergleich zu dem in Österreich produzierten Ethanol ähnlich, einzig der Anteil von Mais ist mit rund 60 % höher. Das aus Stärkeschlamm produzierten Ethanol wird in Österreich nicht in Verkehr gebracht und gänzlich ins Ausland exportiert.

Der Grund für den unterschiedlichen Rohstoffmix im Vergleich zwischen in Österreich produziertem und in Verkehr gebrachten Biokraftstoffen besteht vor allem darin, dass die aus Abfällen und Reststoffen produzierten Biokraftstoffmengen, die eine hohe CO2-Einsparungen im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen aufweisen, im benachbarten Ausland höhere Priese erzielen, da in einigen Ländern spezielle Anreizsysteme für derartige Biokraftstoffen bestehen.

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