Bericht über den Fortschritt der Anpassungsaktivitäten in Österreich

Anpassung ist ein kontinuierlicher Prozess, der einer regelmäßigen Überprüfung der wesentlichen Klimafolgen und der Wirksamkeit der gewählten Anpassungsmaßnahmen bedarf. Ein Monitoring begleitet den laufenden Lernprozess der Anpassung, während die Evaluierung auf die Bewertung des Ergebnisses abzielt.

Landschaft in Obdach
Anpassungen an den Klimawandel notwendig, Foto: BMLRT / Alexander Haiden

Im Kontext der österreichischen Anpassungsstrategie ist die regelmäßige Verfassung eines Fortschrittsberichts mit der Darstellung des Umsetzungsstands in den Aktivitätsfeldern vorgesehen. Der erste Fortschrittsbericht zum Status-quo der Anpassung in Österreich wurde 2015 im Ministerrat verabschiedet und auch von der Landeshauptleutekonferenz bestätigt. Um den Stand der Umsetzung strukturiert zu erfassen, war hierfür eine spezielle Methodik entwickelt worden. Ziel war es, einen möglichst effizienten, praktischen Zugang zu wählen, der den Aufwand minimal hält und gleichzeitig doch deutliche Aussagen zulässt.

Wesentliche Ergebnisse des ersten Fortschrittsberichts

Prinzipiell kann man feststellen, dass in Österreich insgesamt bereits zahlreiche Maßnahmen zur Klimawandelanpassung in Angriff genommen wurden. Beispielhaft zu nennen wäre insbesondere Folgendes:

  • Im Bereich Forstwirtschaft ist bereits ein Rückgang des Fichten- und ein Anstieg des Laubholzanteiles zu beobachten.
  • Zur Verbesserung der Gewässerökologie wurden und werden zahlreiche Maßnahmen gesetzt, wie zum Beispiel zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit von Fließgewässern.
  • Zusätzlich geschaffene Retentionsräume tragen wesentlich zum Schutz vor Naturgefahren bei. Die Forderung muss weiter sein: „Mehr Raum für die Flüsse“.
  • Die biologische Bewirtschaftung richtet sich nach Zielen, die auch im Sinne der Klimawandelanpassung sind. In diesem Zusammenhang ist es zu begrüßen, dass die Fläche im Biolandbau seit dem Jahr 2000 deutlich angestiegen ist.
  • Eine Vielzahl von Fördermaßnahmen im Tourismus steht im Einklang mit der Klimawandelanpassung, etwa saisonverlängernde Maßnahmen und die Forcierung einer nachhaltigen Entwicklung.
  • Auch der Zugang der Bevölkerung zu relevanten Informationen wurde erheblich verbessert und diese werden speziell in "Krisenzeiten" auch sehr gut angenommen.

Es wurde aber auch klargestellt, dass der Klimawandel mit seinen mannigfaltigen Auswirkungen bislang österreichweit nur in wenige relevante strategische Entscheidungen Eingang gefunden hat. Allerdings können nur mit einer vorausschauenden Planung und Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen Schäden vermieden und Chancen für viele Sektoren und Wirtschaftszweige gewinnbringend genutzt werden.

Wie die Ergebnisse des vom Klima- und Energiefonds geförderten Projekts COIN (2015) zu den Kosten des Nichthandelns in Österreich zeigen, wird die fehlende Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen mit beträchtlichen Kosten bis zum Jahr 2050 verbunden sein. Dies untermauert die Dringlichkeit, Klimawandelanpassung verstärkt mitzudenken und ihr auf der politischen Agenda einen höheren Stellenwert beizumessen.

Es geht darum, Vorsorge zu treffen

Die Ergebnisse aus dem ersten Fortschrittsbericht bildeten neben neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen die wesentlichen Grundlagen für die Weiterentwicklung der Anpassungsstrategie, die im Jahr 2017 aktualisiert und erneut von Bund und den Ländern verabschiedet wurde.

Entsprechend den Vorgaben, alle fünf Jahre eine Bewertung des Anpassungsfortschritts vorzunehmen, starteten im Jahr 2019 die Arbeiten am Zweiten Fortschrittsbericht. Die Methodik zur Erstellung dieses Berichts war im Vorfeld entsprechend den nationalen und internationalen Erfahrungen inhaltlich modifiziert und weiterentwickelt worden. Dementsprechend liegen ihm eine umfassende Datenerhebung und eine qualitative Einschätzung des Umsetzungserfolgs von Anpassungsmaßnahmen auf Basis von „expert judgments“ zugrunde.

Aktuell liegt ein erster Entwurf des Zweiten Fortschrittsberichts vor, der in den kommenden Wochen zwischen Bund und Ländern abgestimmt wird. Nach Beschluss durch die Bundesregierung wird er hier zum Download bereitgestellt.

Publikationen „Bericht über den Fortschritt von Anpassungsaktivitäten“