Welche Rolle spielt Österreichs Autobahnbetreiber beim automatisierten Fahren?

Die Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft (ASFINAG) trägt wesentlich zum Testen automatisierter Fahrzeuge bei. Die Ausstattung durch spezielle Sensorik zur Messung von Umfeld-Daten von Wetter oder Niederschlag, sowie Verkehrsdaten, die Einbettung hochauflösender HD-Videokameras mit Detektion, sowie HD-Straßenkarten und 3D-Modelle, die Schaffung von Schnittstellen zur Einbindung in die Verkehrsmanagement-Zentrale in Wien-Inzersdorf, die Kommunikation mit Fahrzeugen hinsichtlich der Echtzeitübertragung von Verkehrsinformationen, sowie der bestehenden Basis-Infrastruktur ist europaweit einzigartig und unterstützt die österreichischen Testgebiete und andere Testpartner.

Es gibt drei wesentliche Themenbereiche bei denen die ASFINAG eingebunden ist (Quelle: ASFINAG 2020):

  1. Unterstützung bei Tests und Forschung: Die ASFINAG ist bei der Entwicklung der Testumgebungen sowie in die Durchführung der Tests eingebunden. Hierfür wurden die Testabschnitte am ASFINAG-Netz mit zusätzlicher digitaler Infrastruktur ausgerüstet.
  2. Erhöhung der technischen Zuverlässigkeit durch stationär verbaute Sensoren: Die im Fahrzeug verbauten Sensoren haben eine maximale Reichweite von 200–300 Metern. Hier kann die ASFINAG mit ihren stationären Sensoren (Kameras, Radar) die Fahrzeuge unterstützen und zu einer Erweiterung des Sichtfelds der automatisierten Fahrzeuge beitragen.
  3. Die Verkehrssteuerung und -management: Zukünftig könnte die ASFINAG die Steuerung und Leitung des Verkehrs stärker beeinflussen. Dazu zählen Aufgaben wie „aktive Routenführung“, Steuerung des Verkehrsflusses von PKWs und LKWs oder die Übermittlung von Verkehrsinformationen an die Fahrzeuge (z.B. Tagesbaustellen, Unfälle, Staubildungen oder andere potenzielle Gefahrensituationen).