Band 2: Unfallrisiko auf Fußwegen in Österreich  VSF-Forschungsarbeit, März 2011

Das Unfallgeschehen von Fußgängerinnen und Fußgängern abseits der Verkehrsunfallstatistik, die ausschließlich polizeilich gemeldete Unfälle berücksichtigt, ist erheblich. Das zeigt sich in der vorliegenden Studie.

Titelbild der Publikation
Foto: BMVIT

Die Zahl der Fußgängerinnen und Fußgänger, die sich bei Alleinunfällen (ohne Fahrzeugbeteiligung) auf öffentlichen Verkehrsflächen verletzten, betrug im Jahr 2009 demnach das Achtfache der Größenordnung der Fußgängerinnen und Fußgängerunfälle mit Fahrzeugbeteiligung in der amtlichen Statistik betrug (32.500 gegenüber 3.995 Verletzte).

Gerade ältere Personen sind besonders von Stürzen auf Gehwegen betroffen: Beinahe jede/r zweite verletzte Fußgängerin oder Fußgänger war über 60 Jahre alt, die demographische Entwicklung lässt eine weitere Zunahme des Unfallgeschehens bei Seniorinnen und Senioren für die Zukunft erwarten. Der Zustand der Gehwege spielte bei der Mehrzahl der Fußgängerinnen- und Fußgängerunfälle ohne Fahrzeugbeteiligung eine Rolle. Die häufigste Unfallursache waren nicht geräumte vereiste oder schneebedeckte Gehwege. Es wurde deutlich, dass die Infrastruktur beziehungsweise deren Zustand für das Unfallgeschehen von Fußgängerinnen und Fußgänger die größte Relevanz haben und somit deren Sicherheit vielfach von Faktoren abhängt, die sie selber wenig beeinflussen können.

Um Mängel und Optimierungsmöglichkeiten auf Gehwegen festzustellen, wurde im Rahmen der Studie ein Assessment-Tool entwickelt und getestet. Im Zuge von Begehungen in Wien und in ausgewählten Orten in Niederösterreich zeigte sich, dass dieses Instrument in der Praxis gut brauchbar und für den weiteren Einsatz zu empfehlen ist.

Auf Basis der Ergebnisse der Studie wurden unter Berücksichtigung des aktuellen Stands zur Entwicklung der Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen (RVS) im Fußgängerinnen und Fußgängerverkehr sowie des Verkehrssicherheitsprogrammes 2011–2020 Vorschläge für Maßnahmen erarbeitet. Es erfolgte auch eine Bewertung in Hinblick auf das Unfallreduktionspotential sowie auf Kosten und technische Machbarkeit.

Die Umsetzung von Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit von Fußgängerinnen und Fußgänger zahlt sich aus: Wie eine Unfallfolgekostenrechnung ergab, würde eine Reduktion der Unfälle von Fußgängerinnen und Fußgänger um 10 % bereits eine Kostenersparnis bei medizinischen Behandlungskosten von rund 10 Millionen Euro pro Jahr bringen.

Hinweis

Haben Sie Interesse am Bericht, wenden Sie sich bitte an road.safety@bmk.gv.at.