Band 29: Fahren mit E-Fahrzeugen – Fahrerschulungsprogramm VSF-Forschungsarbeit, Juli 2014

Auswirkungen der Elektro-Mobilität auf die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer sowie deren Vorbereitung auf die Verwendung von Elektrofahrzeugen

Titelbild der Publikation
Foto: BMVIT

Die Anforderungen der modernen Elektro-Mobilität an die Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern unterscheiden sich teilweise erheblich von denen im traditionellen Verkehrsgeschehen mit Verbrennungskraftmaschinen. Da im Umstieg auf Elektromobilität ein Ansatz zur Bewältigung der umwelttechnischen Probleme der Verbrennungsmotoren gesehen wird, ist eine weitere Verbreitung der Elektro-Fahrzeuge zu erwarten.

Dieses Projekt beleuchtet die Änderungen der Anforderungen an die Nutzerinnen und Nutzern (Kraftfahrzeuglenkerinnen und -lenker) von Elektrofahrzeugen, sowie deren Einfluss auf das Verhalten von Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern bei der Verwendung von Elektrofahrzeugen.

Ziel dieses Projekts ist die Entwicklung eines Schulungsprogramms für Kraftfahrerinnen und Kraftfahrern, welches sich speziell an zukünftige Elektrokraftfahrzeuglenkerinnen und -lenker richtet.

Durch eine Analyse nach Testfahrten mit verschiedenen Elektro-Fahrzeugen durch die Mitglieder des Projektteams, wurden elektro-fahrzeugspezifische Problemfelder ermittelt, gesichtet und bewertet.
Daraus wurden folgende fünf Themen im Rahmen einer ersten Praxisstudie aufgearbeitet:

  1. Handhabung des Elektro-Fahrzeuges (wie Inbetriebnahme, Armaturen, Fahrbereitschaft)
  2. Wirkung auf Fußgängerinnen und Fußgänger (besondere Vorfälle wegen Geräuschlosigkeit bei Langsamfahrt)
  3. Beschleunigungs- und Geschwindigkeitsempfinden (Geräuscharmut im Fahrzeug)
  4. Reichweitenempfindungen (Stressbelastung durch geringe und veränderliche Reichweiten)
  5. Handlungen beim Aufladevorgang (an Haushaltssteckdosen und Ladestationen)

Die Erkenntnisse aus der ersten Praxisstudie zeigen, dass die sichere und effiziente Nutzung von E-Fahrzeugen einer Schulung bedarf. Besonders die Handhabung des Fahrzeuges, das Geschwindigkeitsempfinden und eine Reichweiten verlängernde Fahrweise stellen sich als wichtige Themen für Umsteigerinnen und Umsteiger dar.

Bei der Versuchsanordnung konnte keine zusätzliche Gefährdung der Fußgängerinnen und Fußgänger wegen der Geräuscharmut der Fahrzeuge festgestellt werden. Literaturstudien zeigen teilweise andere Ergebnisse daher laufen verschiedenste Versuche, welche Geräusche für Elektrofahrzeuge speziell im Geschwindigkeitsbereich bis 20 km/h beziehungsweise 50 km/h optimal sind.

Fahrerinnen und Fahrer, die auch Erfahrung mit Fahrzeugen mit automatischem Schaltgetriebe haben, bewältigten den Umstieg besser.

Aus den Beobachtungen dieser Praxisstudie wurden Handlungsanweisungen für die Fahrerinnen und Fahrer von E-Fahrzeugen abgeleitet und ein Schulungsprogramm für Umsteigerinnen und Umsteiger auf solche Fahrzeuge erstellt.

Hinweis

Haben Sie Interesse am Bericht, wenden Sie sich bitte an road.safety@bmk.gv.at.