Der Gebrauch von Cookies erlaubt uns Ihre Erfahrungen auf dieser Website zu optimieren. Wir verwenden Cookies zu Statistikzwecken und zur Qualitätssicherung. Durch Fortfahren auf unserer Website stimmen Sie dieser Verwendung zu.

Basisinformationen zum Emissionshandel im Flugverkehrs-Sektor

Alle Luftfahrzeugbetreibenden, welche diesem System unterliegen, werden einem Verwaltungsmitgliedstaat zugewiesen, dessen zuständige Behörde für die Abwicklung des Emissionshandels verantwortlich ist.

Flugzeug
Flugzeug, Foto: BMLRT / Bernhard Kern

In das System werden sowohl Flüge innerhalb der Europäischen Union (EU) als auch Flüge zwischen der EU und Drittstaaten verpflichtend einbezogen. Im Sinne der Wettbewerbsneutralität gilt die Richtlinie auch für Luftfahrzeugbetreibende aus Drittstaaten, soweit diese Flüge im Anwendungsbereich der Richtlinie durchführen. Ausgenommen sind generell Luftfahrzeuge bis zu einem höchstzulässigen Startgewicht von 5.700 Kilogramm, sowie spezielle Flugzwecke wie Militär-, Polizei-, Rettungs-, Löschflüge und humanitäre Einsätze oder Flüge zum Zweck wissenschaftlicher Forschung. Für gewerbliche Luftfahrtunternehmen bestehen zudem sogenannte "de-minimis"-Ausnahmen in Bezug auf Flugfrequenz und Emissionsmenge (maximal 729 Flüge pro Jahr und 10.000 Tonnen Kohlenstoffdioxyd (CO2)). Details darüber sind dem Annex I der Richtlinie zu entnehmen.

Verwaltung

Die vom System erfassten Luftfahrzeugbetreibenden werden jeweils einem "Verwaltungsmitgliedstaat" zugewiesen, dessen zuständige Behörden für die administrative Abwicklung des Systems verantwortlich sind. Verwaltungsmitgliedstaat ist im Fall von Luftfahrzeugbetrieben, die einer gültigen Betriebsgenehmigung nach Verordnung (EWG) Nummer 2407/92 des Rates bedürfen, jener Mitgliedstaat, der die Betriebsgenehmigung erteilt hat. In allen anderen Fällen (gewerbliche Luftverkehrsbetriebe aus Drittstaaten sowie alle nichtgewerblichen Luftfahrzeugbetriebe) werden die Betriebe jenem Mitgliedstaat zugewiesen, der den höchsten Schätzwert in Bezug auf die Emissionen aus Flügen des jeweiligen Betriebs im Jahr 2006 aufweist.

Zertifikate

Die Einbeziehung des Luftverkehrs in das Emissionshandelssystem erfolgte grundsätzlich ab 2012. Einer ersten einjährigen Handelsperiode folgt unmittelbar eine achtjährige Periode 2013-2020. Ab 2013 entspricht die jährliche Gesamtmenge 95 Prozent der historischen Emissionen. 15 Prozent der Zertifikate werden im Wege von Versteigerungen durch die Mitgliedstaaten ausgegeben, 3 Prozent werden ab 2013 einer Sonderreserve für neue Marktteilnehmer und -teilnehmerinnen und besonders stark wachsende Luftverkehrsunternehmen zugeführt. Alle übrigen Zertifikate werden auf Antrag kostenfrei an bestehende Luftfahrzeugbetriebe von den jeweiligen Verwaltungsmitgliedstaaten zugeteilt. Bis Ende März jeden Jahres müssen Betriebe eine Anzahl Emissionszertifikate abgeben, die ihren tatsächlichen überprüften Emissionen für das vorhergehende Kalenderjahr entspricht.

Luftfahrzeugbetriebe können zur Erfüllung ihrer Verpflichtungen auch Zertifikate von ortsfesten Anlagen zukaufen und in eingeschränktem Ausmaß auch Gutschriften aus Klimaschutzprojekten in Entwicklungsländern oder osteuropäischen Staaten (sogenannte CDM – und JI-Projekte) verwenden.

Benchmark Values

Die Europäische Kommission hat im September 2011 die Benchmarks veröffentlicht, die bei der kostenlosen Zuteilung von Emissionszertifikaten an über 900 Luftfahrzeugbetriebe zugrunde gelegt werden. Die Veröffentlichung der Benchmarks den Fluggesellschaften die Berechnung ihrer kostenlosen Zuteilungen von Emissionszertifikaten bis 2020. Zwischen 2013 und 2020 erhält eine Fluggesellschaft 0.6422 Zertifikate pro 1000 Tonnenkilometer. Im Jahr 2012 sind es 0.6797 Zertifikate.

Gemäß Artikel 3e Absatz 4 der Richtlinie 2003/87/EG beziehungsweise § 17c Absatz 3 Emissionszertifikategesetz ist die zuständige Behörde für den Emissionshandel verpflichtet, die Anzahl der Emissionszertifikate, die jedem Luftfahrzeugbetrieb auf Antrag kostenlos zugeteilt wird, zu veröffentlichen. Die Anzahl der Zertifikate je Luftfahrzeugbetrieb errechnet sich aus der Multiplikation der unabhängig verifizierten Tonnenkilometer im Jahr 2010 mit dem Richtwert für die jeweilige Periode.

Überwachung begann 2010

Luftfahrzeugbetriebe im Sinne der Richtlinie sind verpflichtet, ihre Tonnenkilometerleistung und Kohlenstoffdioxyd-Emissionen bereits ab 2010 zu überwachen und darüber jährlich Bericht zu erstatten. Die Tonnenkilometerleistung jedes einzelnen Betriebs im Jahr 2010 ist auch maßgeblich für die Zuteilung von kostenfreien Emissionszertifikaten ab 2012. Um einen gemeinsamen Standard der Überwachung zu gewährleisten, wurden die Betriebe bereits im Jahr 2009 verpflichtet, Überwachungskonzepte zu erstellen und an die zuständige Behörde (in Österreich das Bundesministerium für Klimaschutz, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK)) zu übermitteln. Diesbezügliche rechtliche und technische Grundlagen für die Überwachung beruhen auf EU-weit einheitlichen Vorgaben.