Anreize für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft im Textil- und Bekleidungssektor in Österreich Für mehr Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung

Die Studie „Nachhaltige und zirkuläre Textilwirtschaft“ – Eine Analyse von Rahmenbedingungen, Instrumenten und Handlungssperktiven wurde vom Bundesministerium veröffentlicht.

Studie: Anreize für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft im Textil- und Bekleidungssektor in Österreich

Die Textil-und Bekleidungsindustrie zählt weltweit zu den wichtigen Wirtschaftsbranchen der Konsumgüterindustrie. Seit Jahrzehnten steigen der Verbrauch und damit einhergehend die Produktion von Textilien rasant an, während die Preise für Kleidung sinken. Seit dem Jahr 2000 hat sich die weltweite Herstellung von Bekleidung verdoppelt, die globale Produktion von Textilfasern hat sich seit 1975 fast verdreifacht. Fast Fashion verursacht hohe Belastungen für Umwelt und Klima, hohen Ressourcenverbrauch und hat vielfältige, negative soziale Auswirkungen. Kleidung wird immer kürzer getragen und oft auch ungebraucht entsorgt. Derzeit steht das Textilrecycling noch am Anfang, nur sehr wenig Altkleidung wird zu neuen Fasern verarbeitet und für die Textilindustrie recycelt.

Das Konzept der Kreislaufwirtschaft ist ein Lösungsansatz für eine umwelt- und ressourcenschonende Produktion sowie für eine nachhaltige Nachfrage von Textilien, der zunehmend in den Fokus von Politik, Gesellschaft und Unternehmen rückt. So stellen Textilien etwa einen von sechs prioritären Wirtschaftsbereichen des neuen Aktionsplans für die Kreislaufwirtschaft der EU dar, auch ist derzeit eine EU-Textilstrategie in Erarbeitung.

Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie eine Analyse von Rahmenbedingungen, Instrumenten und Handlungssperktiven beauftragt.

Im Fokus stehen die Untersuchungsbereiche:

  • Darstellung der aktuellen Rahmenbedingungen und Ausprägungen der Textilwirtschaft auf internationaler, EU- und nationaler Ebene
  • Erstmalige Erhebung des potenziellen öffentlichen Beschaffungsvolumens für nachhaltige Textilprodukte in Österreich
  • Identifikation und Darstellung internationaler Best Practices zur Forcierung einer textilen Kreislaufwirtschaft
  • Ableitung und Erarbeitung von Anreizen für eine nachhaltige textile Kreislaufwirtschaft in Österreich

Regierungen, Unternehmungen und andere relevante Akteure setzen auf vielfältige Maßnahmen, um die Produktion und Nachfrage nach umweltfreundlichen, kreislauffähigen und langlebigen Textilien zu stimulieren. Dies können beispielsweise rechtliche Instrumente und Regulierungen oder Vereinbarungen und Abkommen sein. Im Mittelpunkt der Bestrebungen, eine textile Kreislaufwirtschaft zu etablieren, stehen die Verlängerung der Lebens- und Nutzungsdauer von Textilien, die Forcierung zirkulärer Geschäftsmodelle  sowie die Steigerung der Sammlung, Sortierung und des Recyclings von Textilien.

Ebenso setzen Länder zunehmend auf eine nachhaltige öffentliche Beschaffung von Textilprodukten. Dass die öffentliche Beschaffung einen wesentlichen Beitrag für eine nachhaltigere Textilwirtschaft leisten kann, zeigt das Beschaffungsvolumen für Textilien durch öffentliche Akteure in Österreich, dass auf bis zu € 560 Mio. jährlich geschätzt wird.

Auch im Unternehmenssektor findet sich eine Vielzahl an Good Practice-Beispielen für die Umsetzung einer textilen Kreislaufwirtschaft, indem Unternehmen ihr Produktdesign im Sinne der Kreislaufwirtschaft umgestalten, sodass die Textilien länger haltbar oder leichter recyclebar sind. Zirkuläre Geschäftsmodelle verlängern die Nutzungsdauer, indem Textil- und Kleidungsprodukte etwa nicht mehr gekauft, sondern gemietet, nach Gebrauch zurückgegeben oder repariert werden.

Studie: Anreize für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft im Textil- und Bekleidungssektor in Österreich (→ iwi.ac.at)